Zauber der Nacht
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„Kannst du endlich aufhören mir so sehr nahe zu kommen?“
„Du weißt genau, dass ich keine andere Wahl habe, selbst wenn ich es wollen würde...“
Anstelle etwas zu antworten gab Ryou nur ein kleines Schnauben von sich, nicht daran denkend dem ehemaligen Ägypter zuzustimmen. Dabei hatte dieser verdammt noch einmal Recht. Bakura hatte keine andere Wahl als ihm so nahe zu sein, immerhin musste sich seine Seele in der Nähe der Kette aufhalten, die um den Hals des Engländers lag und an einem nicht sehr langen Band hing. Normalerweise hatte der schwarzhaarige Adler auch nichts dagegen, mit seinem früheren Ich so nahe zu stehen, ihm so nahe zu sein. In den paar Jahren, wo sie sich jetzt schon einen Körper teilten, hatte er sich an die Gesellschaft des älteren gewöhnt. Vor allem, da Bakura für den jungen Hikari so etwas wie ein großer Bruder, gar der beste Freund, geworden war. Dennoch konnte er es heute irgendwie nicht leiden, ihn so sehr um sich herum zu haben. Wieso konnte er sich selbst nicht erklären, schob es aber auf das komische Gefühl, welches von dem ehemaligen Ägypter ausging. Seit Ryou ihm vor ein paar Minuten noch einmal gesagt hatte, dass er sich gleich mit Leonie am Schwarzen See treffen würde, war sein früheres Ich ein wenig schlechter gelaunt. Nicht, dass er die ganze Zeit mit einem Schmollmund durch die Gegend lief oder etwas dergleichen. Nein, das nicht. Dennoch konnte der schwarzhaarige ehemalige Waisenjunge spüren, dass den ehemaligen Ägypter etwas plagte. Etwas, was mit der jungen Rockbell zu tun hatte. Am liebsten hätte Ryou sich die Kette vom Hals gerissen um von Bakura Abstand nehmen zu können, doch die Leere, die er dann spüren würde, war noch unerträglicher als das Gefühl was ihn jetzt durchströmte. Es hatte keinen Sinn dem anderen zu versichern, dass zwischen Leonie und ihm nichts lief, auch wenn sie sich jetzt am Tag der verliebten Pärchen trafen. Bakura wusste, konnte doch auch fühlen, was in dem Engländer vor sich ging. Und Ryous Gefühle gegenüber seiner besten Freundin basierten wirklich ausschließlich auf freundschaftlicher Basis. Wenn er sie liebte, dann nur als Schwester. Ganz im Gegenzug zu Bakura. Der hatte in Leonie schon mehr gefunden als nur eine einfache Freundin, war aber zu stolz um es sich selbst einzugestehen. Jedoch erkannte Ryou es an der Art, wie sein ehemaliges Ich darauf reagierte, wenn er sich mit Leonie traf. So wie jetzt die Blicke, die der junge Engländer auf sich spüren konnte, als er nach dem Geschenk für Leonie griff – eine kleine silberne Kette mit einem Stern als Anhänger. „Ich versichere dir, dass nichts passieren wird. Zieh dich ruhig in die Kette zurück und entspann dich...“ Eine Antwort bekam er schon nicht mehr, da Bakuras Silhouette sich auflöste; damit war er in der Kette verschwunden. Ein leises Seufzen entwich Ryous Lippen, ehe er sich seinen Umhang umwarf und den Gemeinschaftsraum verließ um sich mit Leonie zu treffen.

Der See schimmerte und glänzte leicht im Licht der untergehenden Sonne. Da er ein wenig zu früh dran war, konnte Ryou sich ein wenig entspannen und Luft holen. Leonie war noch nicht da; das Geschenk gut in der Innentasche seines Umhangs verstaut. An sich hatte Bakura dieses Schmuckstück ausgesucht und darauf bestanden, dass der Engländer diese Tatsache seiner besten Freundin mitteilen würde. Aber erst später. Da er noch alleine am See verweilte, setzte er sich an den Rand und ließ seinen Blick über das Wasser gleiten. Bakura war manchmal schon wirklich seltsam – verdammt seltsam. Trotz der vier Jahre, die beide nun schon zusammen sich einen Körper teilten, verstand er sein ehemaliges Ich oft immer noch nicht. Eine Tatsache, die den sonst so gut gelaunten Adler mehr als nur traurig machte. In seinen Gedanken versunken bemerkte er nicht die Gestalt, die sich langsam von hinten näherte.
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Leonie wusste selbst nicht so genau, was eigentlich mit ihr los war. Gestern hatte sie mit der Freundin ihres Bruders Dominik in der kleinen Küche gestanden, die man den weiblichen Schülerinnen auf deren bitten hatte benutzten lassen, hatte Schokolade zerkleinert, diese geschmolzen und sich selbst als Chocolatier versucht. Liebevoll hatten die beiden versucht diese in Kugel-, Sternen-, Herz- und Dreiecksform zu bringen, nachdem sie die Herzstücke, die aus Nougat bestanden, mit verschiedenen Schokoladensorten überzogen hatten. Noch grausamen 5 Stunden, in denen sich die beiden mich zum Schluss mehr als nur zusammen reißen mussten nicht über einander her zu fallen und sich gegenseitig die Augen auszukratzen, weil es nicht so ganz funktionierte, wie man es sich vorgestellt hatte, waren doch einige annehmbare mundgerechte Pralinen entstanden. Wie die junge Rockbell selbst auf diese Idee gekommen war, dies zu machen wusste sie nicht, doch allein die Tatsache, dass sie daraus gelernt hatte, hatte ihr doch gezeigt, dass dies nicht alles vergebens gewesen war. Vielleicht freut er sich ja drüber…, schoss es ihr wir ein kleines naives Mädchen durch den Kopf. Ja er würde sich freuen, da war sich Leonie ganz sicher. Er musste sich einfach freuen, sonst hatte sie umsonst 5 Stunden in der Küche gestanden. Natürlich war sie dort nicht nur die einzige gewesen, nein ständig waren Mädchen gekommen die ihrem Schwarm Schokolade backen wollten, um ihn damit zu beglücken. Sie hatte es, als sie beschloss die Pralinen zu machen, sich darüber Gedanken gemacht, dass wenn man sie selber machte, dies wirklich Persönlicher rüber kommen würde, als wenn man Pralinen Kaufen würde. Die junge Rockbell hatte sich mit Ryou am schwarzen See verabredet, aus gerechnet am Tag der verliebten. Gut vielleicht wusste er es nicht oder hatte es noch nicht gemerkt, doch die junge Rockbell hatte es wirklich geschafft für ihren Freund eine kleine Schwäche zu bekommen. Sie hasste es eigentlich das sie so empfand, denn wenn er dies her raus finden sollte, so war sie sich sicher das ihre Freundschaft dabei auf dem Spiel stand. Nur so ein dummer Gedanke, vielleicht mag er dich auch…, ja manchmal schaffte sie es in ihren Gedanken eigene Gespräche zu führen, ohne dass jemand neben ihr stand und ihr Fragen stellte. Eine der Sachen, die sie wirklich verrückt auf andere wirken ließ. Der Tag neigte sich zum Ende zu etwas, was Leonie auch mit einem Blick auf die Uhr sagen konnte. Für wenige Sekunden legte sich ein Schmunzeln auf ihre Lippen, bevor sie sich noch schnell nach ihrer Feder Griff und auf einem kleinen beigefarbenen Zettel die Worte ‘ für Ryou& Baku‘ drauf schrieb. Nun vielleicht würde es Ryou verärgern, dass sie auch den Namen drauf schrieb, mit dem er sie manchmal veralberte und auch wenn, so gehörte seine komische Baku Seite, für Leonie definitiv mehr empfand, doch dazu. Mit einem freudigen Lächeln auf den Lippen her hob sie sich legte ihren Mantel um, packte sich die Sachen und war aus der Zimmertür verschwunden.
Leonie war schnell, fast schon etwas zu schnell, als sie durch die verschieden Gänge ging, die Treppen fast schon voller Vorfreude hinunter hüpfte und dabei kaum auf andere Schüler achtete. Nein nur den Verliebten Pärchen und den anderen Schülern wich sie aus, bremste vor Kurven ab, da dort ja auch noch andere Schüler hinaus kommen konnten. Sie hüpfte, weiter und immer weiter, bis sie schließlich beim schwarzen See angekommen war und ihren besten Freund bereits erblickte. Irgendwie doch schon klar, dass Ryou dort alleine sitz und kein Wort sagt. Gut so klar war es nun auch wieder nicht, doch um Grunde konnte Leo sich nicht viel anderes vorstellen. Die untergehende Sonne brachte den See zum Glänzen und warf einen unheimlich romantischen Schatten auf den Sitzplatz am Schwarzen See. Natürlich bemerkte der Ravenclaw die Löwin nicht sofort, dafür war sein Blick einfach viel zu sehr auf das Wasser gerichtet und erschien in Gedanken versunken zu sein. Ein letztes mal Atmete Leo durch, betrachtete das Päckchen in ihrer Hand, mit seinem roten Papier und seiner blauen Schleife, und machte sich dann drauf und dran die letzten paar meter die sie von ihrem besten Freund trennten zurück zu legen. Ohne das er es wirklich bemerkte kniete sie sich hinter ihn und begann ihre Arme um seinem Oberkörper zu schlingen, nur um ihn einen kleinen Kuss auf die Wange zu drücken. „Na wie geht’s meinem Adler?“ Das Päckchen in ihrer Hand war dabei unachtsam neben ihn gefallen doch störte sich Leonie nicht daran, denn die junge Rockbell glaubte nicht wirklich daran, dass er dies bemerkt hatte.
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Alte Gewohnheiten waren mehr als nur schwer abzulegen. Eine Tatsache, die Ryou jetzt wieder feststellen musste. Früher war seine Gedankenwelt ein Ort gewesen, wo er sich gerne zurück gezogen hatte, um alles um sich herum zu vergessen. Die Wände im Waisenhaus, die Kinder, die ihn hatten fertig machen wollen, weil er schon immer so etwas wie ein Außenseiter gewesen war. Lange Zeit hatte die Frage im Raum gestanden, ob der junge Engländer überhaupt fähig wäre sich in die Gesellschaft richtig einzugliedern. Selbst als Nico ihn zu sich aufnahm, hatte er nicht die Zeichen einer Veränderung gezeigt. Immer wieder war er mit seinen Gedanken in seine kleine Welt geflüchtet, hatte dort Zuflucht gesucht. Nicht, weil Nico ihm irgendwie geschadet hatte, sondern weil es einfach seine Schutzmauer gewesen war. Sein Schutz um nicht verletzt zu werden, denn nachdem, was man ihm erzählt hatte über die Situation wie er damals vorgefunden worden war, hatte genug seelische Folgen gehabt, sodass er sich einfach davor bewahren wollte wieder zu stürzen. Erst Leonie hatte es geschafft, ihn halb aus seinem Loch hervor zu holen. Bakura hatte dann später den letzten Schritt geschafft, wenn auch nicht ganz so sanft und vorsichtig wie die älteste Rockbell. Dennoch hatten seine beiden bestem Freunde dazu beigetragen, dass er soweit aus seinem Schneckenhaus hervor gekrochen kam, sodass er ein halbwegs anständiges Leben unter gleichgesinnten leben konnte.
Doch jetzt, wo er hier so saß am See und auf seine beste Freundin wartete, spürte Ryou, dass er es doch nicht ganz abgelegt hatte und immer wieder versuchte seinen kleinen Schutz aufzusuchen. Einfach, weil es etwas war, was ihm seit Kindesbeinen vertraut vorkam. Seit er denken konnte hatte diese Welt ihn beschützt, warum sollte er sie also einfach so aufgeben? Vor allem, da er gerade weder Leonie noch Bakura um sich herum hatte. Nummer eins ließ noch auf sich warten und Nummer zwei hielt sich einmal an eine Anweisung und verweilte in der Kette, die Ryou kaum noch spürte. So sehr hatte er sich daran gewöhnt sie um den Hals zu tragen, dass er schon gar nicht mehr recht registrierte, dass es sie überhaupt noch gab. Ein leises Seufzen entwich seinen Lippen während seine braunen Augen die Wasseroberfläche musterten, die Strahlend beobachteten die sich darin brachen. Irgendwie überkam ihn der Drang seine Hand auszustrecken und einfach einmal über das Wasser zu streichen, die kalte und nasse Oberfläche zu berühren. Wieso der Wunsch jetzt da war, wusste er nicht. Es war einfach so über ihn gekommen, umsetzten konnte er diesen Gedanken allerdings nicht.
Nur kurz zuckte Ryou erschrocken zusammen als er Arme spürte, die sich um seinen Oberkörper legten. Kaum allerdings nahm er den vertrauten Duft seiner besten Freundin wahr, entspannte sich der Adler wieder, sodass er mit seinem sanften Lächeln auf den Lippen zuließ, dass sie ihm einen Kuss auf die Wange hauchte. Das fallende Päckchen nahm er zwar wahr, zumindest registrieren seine Ohren das kurze Geräusch als es auf dem Boden aufschlug, dennoch ging er nicht darauf ein. Stattdessen legte er seine Hände auf die von Leonie, um ihr zu verdeutlichen, dass sie ihn nicht sofort loslassen musste. Ihm war bewusst, dass es auf andere wie ein Liebespaar wirken musste, für den jungen Hikari allerdings war es nur eine vertraute Umarmung. Es gab wenige Menschen die ihm so nahe kommen durften. Eigentlich nur Leonie, denn Bakura war da ein ganz anders Kaliber und wurde auch anders gezählt. Selbst Nico hatte der schwarzhaarige Engländer nie an sich heran gelassen. Vorsichtig drehte er den Kopf zu ihr, ließ sie aber nicht los; das Lächeln immer noch auf seinen Lippen. „Alles gut und bei meiner Lieblingslöwin?“ Sein Lächeln verwandelte sich in ein kleines Grinsen, ehe er ihr einen Kuss auf die Stirn hauchte. Erst dann ließ er ihre Hände los, wartete, bis sie sich neben ihn gesetzt hatte, ehe er ihr einen Arm um die Schulter legte. Wirklich, wie ein Liebespaar... Gut, dass Bakura brav in der Kette saß. Auf einen eifersüchtigen Geist – vor allem weil es keinen Grund zur Eifersucht gab, er selber empfand für Leonie nur Freundschaft und Geschwister Liebe – hatte er nun überhaupt keine Lust. Er brauchte gerade einfach die Nähe seiner besten Freundin, denn irgendwo in seinem Inneren bahnte sich die Angst an, sich selbst wieder zu verlieren.
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14. 02. 1943; ca. 19 Uhr; Schwarzer See

Nur am Rande bemerkte Leonie, wie ihr bester Freund kurz zusammen zuckte, jedoch schrieb Leonie das dem Überraschungsmoment zu. Ja wieso sollte es sonst so sein? Leonie wusste nicht wieso, doch aus irgendeinem Grund hatte Ryou manchmal seine Nachdenkliche Phase. Ja diese Phase hatte er schon immer gehabt und auch wenn Leonie es nicht mochte wenn er sich zurückzog, so ließ sie es dennoch zu. Sie wollte ihn nicht bedrängen, vor allem nicht in solchen Momenten. Sie wusste wie wichtig es für jemanden war seinen Freiraum zu haben, wenn man Luft zum Atmen brauchte, es war mehr als nur normal. Gerade hatte sich die junge Rockbell aus der Umarmung befreien wollen, als sie plötzlich eine Hand auf ihrer Hand spürte. Unweigerlich glaubte sie daran, dass ein kleiner feiner Blitz, der mehr wie ein unwillkürlicher Schauer war, durch ihren Körper zuckte. Sie wusste nicht wieso, doch aus irgendeinem Grund, hatte Ryou in letzter Zeit immer wieder diese Wirkung auf sie. Das Herz der jungen Rockbell begann leicht zu Rasen, als sie die Worte des jungen Hikaris neben ihrem Ohr ausgesprochen hörte. Wieder einmal bemerkte sie, dass es Ryou auf irgendeine Weise auf sie Einfluss nahm, ohne dass sie was dagegen tun konnte oder gar tun wollte. Ihr seht aus wie ein Liebespärchen. Das nervige Kichern ihres Bewusstsein, schaffte es ihr eine kleine leichte Röte ins Gesicht zu treiben. Ja sie sahen wirklich aus wie ein Liebespaar. Zu zweit alleine, am See, am wohl kitischigsten Tag der Welt, dem Valentinstag. Neben ihm ein Päckchen von ihr. Ja wenn das nicht nach Liebespaar aussieht, dann wusste die junge Rockbell auch nicht weiter. Ihr wurde erst nach wenigen Sekunden bewusst, dass sie ihrem besten Freund immer noch nicht geantwortet hatte. „Mir?“, Ihre Stimme zitterte leicht nervös. Wieso war sie nervös? Es gab doch keinen Grund dass sie nervös war? „Mir geht’s gut…“, sagte sie fast schon flüsternd, so als wüsste sie nicht ob dies wirklich so war oder als sei sie nicht überzeugt davon, dass es so war. Erst nachdem er ihr einen Kuss auf die Stirn gehaucht hatte, hatte er sie wieder los gelassen und sie setzte sich dann nach neben ihm, nicht ohne vorher das Päckchen zu nehmen und neben sich zu verstecken, in der Hoffnung das er es noch nicht bemerkt hatte. Soll ich es ihm wirklich geben?, fragte sie sich im stillen. Sie wollte nicht riskieren, dass etwas auf einmal zwischen ihnen stand. Nein nicht das etwas zwischen ihnen stand, sondern das ihre Gefühle zwischen ihnen standen und sie ihn dadurch verlieren würde. Vielleicht würde er die Pralinen auch nur als nettes Geschenk ansehen, ein Zeichen für ihre Freundschaft. Was wusste sie schon? Nichts genau und vielleicht sollte sie dies einfach riskieren. Fast schon in Gedanken versunken lag ihr Blick auf den schwarzen See gerichtet und ohne das sie genauer darüber nachdachte, war sie noch ein wenig näher an den Adler her ran geruscht, hatte ihre Arme um seinen Arm geschlungen und ihren Kopf auf seine Schulter abgelegt. Das Licht des bereits dunklen Himmels, zeigte deutlich die Sterne, die am Himmel leuchteten und den Blick auf verschiedene Sternbilder freigab. Das liebte sie wirklich an Hogwarts mit am meisten. Obwohl man es nicht sah, so sah man doch auf beeindruckende Weise jeden einzelnen Stern. Ist das nicht süß? Du und er, betrachten aneinander gekuschelt die Sterne…was für ein süßes Paar. Neckisch lachte die Stimme im Kopf der jungen Rockbell auf. Ja es war wirklich ein Stückchen romantisch. Warte wieso dachte sie den jetzt an Romantik? Sie wollte das doch eigentlich nicht und dennoch mochte sie diese Nähe, mochte sie mehr als alles andere. Ein leichter Wind wehte über die Wiese auf die sich die beiden befanden und sofort zuckte Leonie ein wenig zusammen. „Kalt hier, findest du nicht?“ Sie hob ihren Kopf erneut hoch und sah Ryou mit ihrem warmen braunen Augen, hoffte das er nicht zu übel nahm, dass sie sich an ihn kuschelte auf Grund der vorherrschenden Kälte. Sie wusste ja was der junge Hikari von so viel Nähe hielt und das letzte was sie wollte war ihn zu bedrängen, ihm zu Nähe zu kommen und ihn damit zu verscchrecken.
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Wenn man ihm fragen würde, welche Person ihm am nächsten sein würde, hätte Ryou ohne zu zögern Bakura geantwortet. Immerhin teilte er sich mit dem ehemaligen Ägypter einen Körper, beherbergte dessen Seele in sich. Wie viel näher sollte man sich denn sonst noch kommen? Vierundzwanzig Stunden, sieben Tage die Woche und das ganze zwölf Monate im Jahr – ein Fluch und ein Segen. Früher hatte der junge Adler sich immer alleine gefühlt, sodass den schwarzhaarigen oft schlaflose Nächte geplagt hatten. Jedoch seit er sein früheres Ich an seiner Seite hatte, war das Gefühl der Einsamkeit verschwunden. So sehr er sich auch gerne mit der anderen Seele stritt und Bakura dahin zurückschicken wollen würde, wo dieser denn auch immer her kam, konnte er doch nicht leugnen, in dem anderen so etwas wie einen besten Freund und großen Bruder gefunden zu haben. Ja, wenn man ihn gefragt hätte, wäre Ryous erste Antwort sein anderes Ich gewesen. Doch jetzt, wo er die Nähe seiner besten Freundin genießen konnte, wusste er, dass Bakura nicht der einzige war. Leonie stand ihm ebenso nahe wie der 3000 Jahre alte Ägypter – um genau zu sein waren es 3443 Jahre, doch der andere stellte sich immer sehr empfindlich an wenn es um sein Alter ging, weswegen er und Ryou es schon vor langer Zeit fallen gelassen hatten -, sonst wäre sie ja wohl auch nicht die beste Freundin an seiner Seite; seine engste Vertraute. Oder doch? Nein, wenn sie sich nicht so nahe stehen würde, hätte sich der junge Adler der dunkelhaarigen niemals geöffnet, sie nie an sich heran gelassen. Leonie war damals die erste gewesen, und auch fast die einzige, die seine Mauer durchbrochen hatte. Eine Mauer, die er sich damals als Waisenjunge angelegt hatte. Was hätte er auch anders tun sollen? Das Leben war nicht gerade fair die ersten Jahre zu ihm gewesen, was blieb einem kleinen verängstigen Jungen denn anders übrig? Erst spät hatte Ryou erfahren, dass es so etwa wie Familie gab; Familie, die nicht durch eine Blutlinie sondern der Liebe zueinander verbunden war. Nico war nicht sein leiblicher Vater, dennoch wusste der Ravenclaw Schüler, dass der Zahnarzt ihn wie einen eigenen Sohn liebte, alles für ihn tun würde. Und auch Svenja und Andreas, Leonies Eltern, sowie ihre Geschwister, Dominik und Zoey, waren immer an seiner Seite gewesen. Selbst Bakura, der mit Gefühlen und so allerlei was damit zu tun hatte nicht umgehen konnte, selbst von dem wusste Ryou, dass jener immer bei ihm bleiben würde, solange er könnte.
Diese Verbundenheit wurde ihm jetzt so richtig bewusst, als er die Antwort seiner besten Freundin vernahm. Sofort schrillten Alarmglocken in ihm auf. Das Zittern in ihrer Stimme, der flüsternde, fast schon nervöse, Unterton.Was hatte das alles zu bedeuten? „Geht es dir wirklich gut?“ Diese Frage war ebenfalls ein Flüstern, allerdings fester und bedachter als das von Leonie. Ruhig fing der Adler an durch die braunen Haare zu streichen und mit ein paar vereinzelten Strähnen zu spielen. So ganz glauben tat er dem jungen Mädchen nicht. „Leo...lüge mich nicht an....ich bitte dich...“ Flehend verließen diese Worte seinen Mund, wurden mit einem ängstlichen Unterton begleitet. Das, was Ryou am meisten hasste, waren Lügen. Es störte den jungen Adler nicht, dass Leonie enger zu ihm rutschte; im Gegenteil. Vorsichtig kam er auch ihr näher, hielt sie fest. Den Gedanken an ein Liebespaar ignorierte er, denn es war nicht das erste Mal, dass sie beide sich so nahe waren. Leonie war seine bestem Freundin, wie eine Schwester für ihn. Es würde ihn nicht einmal stören, wenn sie nebeneinander nackt liegen würde. Okay, gut, das war nun ein wenig übertrieben, aber dennoch. Leonie kannte ihn, besser wie er selbst sich kannte.
Ihre nächsten Worte rissen den Adler aus seinen Gedanken. Anstelle etwas zu sagen erwiderte er den Blick ihrer braunen Augen mit seinen gleichfarbigen Seelenspiegeln. Ohne ein Wort zu sagen zog er sich seinen Mantel von den Schultern und hängte ihm seiner besten Freundin über die Schultern. „Besser?“, flüsterte er leise, sah sie immer noch sanft an. Auch wenn es Frühling war, waren die Abende immer noch frisch. Er selbst fror nicht unbedingt, aber deswegen musste Leonie nicht ebenso abgehärtet sein wie er. Manchmal glaubte Ryou, dass es auch an Bakura lag, der ihn vor der Kälte oder Frische schützte. Denn als Ägypter hatte jener eine harte Schale. Nicht zum ersten Mal stellte der Adler sich die Frage, ob er nicht auch ein Ägypter war. Jedoch verdrängte er es schnell wieder, konzentrierte sich lieber auf seine beste Freundin, deren Gesicht von den Sternen erleuchtet wurde – ebenso wie ihre braunen Augen.
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Natürlich hatte Ryou nachfragen müssen, ob es ihr den gut  ging. Manchmal hatte sie das Gefühl Ryou kannte sie besser, als sie sich selbst kannte. Egal was sie tat oder egal was sie dachte, die junge Rockbell war sich sicher, dass Ryou nicht lange brauchen würde, bis er heraus fand, woran sie gedacht hatte. Die Nachfrage von Ryou ob es ihr den wirklich gut ginge bestätigte ihren Eindruck in dieser Tatsache nur noch mehr. Doch wie hatte sie ihm Antwort auf eine Frage geben können, die sie sich nicht einmal selbst genau beantworten konnte. Die junge Rockbell fand sich selbst Zurzeit in einer Situation wieder, in der sie sich nur selten wieder fand. Du bist von der Frage deines besten Freundes Überfordert?, erneut erklang dieses neckische Lachen in ihrem Kopf, was ihr deutlich machte, dass es wirklich ziemlich sinnlos war, dies nicht zu wissen. Nein, es war nicht sinnlos, es war schon mehr peinlich als sinnlos. Sie hasste es Ryou anzulügen, doch es blieb ihr doch nichts anderes übrig oder? Doch sie hätte ihm einfach die Schokolade geben können, sich umdrehen und weglaufen können, dass wäre auch ein guter Plan gewesen, doch würde alles andere als zur jungen Rockbell passen. Nein dies würde mehr als nur ein untypisches Verhalten der jungen Rockbell sein.  Der flehende Ton schnitt der Löwin wie ein Messer ins Herz. Sie hasste es wenn er das tat, da konnte er direkt sagen „Leo appelliere mal an deine Schuldgefühle wenn du lügst.“ Doch das tat er ja nicht. Nein statt dessen ließ er sie sich selbst fertig machen, ohne das er wusste das er gerade dies bei ihr auslöste. Es war im Grunde eine einfache verzwickte Situation. „Nein es geht mir gut. Wirklich gut!, sagte mit etwas Nachdruck und irgendwie fühlten sich diese Worte schon ein wenig besser in Ohren an, als die die noch wenige Sekunden zuvor ihrem Mund verlassen hatte. Und ja es stimmte sie fühlte sich gut, so lange sie hier neben ihm sitzen konnte.
Gerade als Leonie glaubte, es würde sich alles etwas normalisieren zwischen den beiden, wie sie da so saßen, rutschte er auch schon ein Stückchen näher und nahm sie in seine Arme und erneut flammte in ihr die Gedanken an ein Liebespaar auf. Wieso auch nicht? Es war Valentinstag und die beiden saßen an einander gekuschelt, auf einer Wiese und betrachteten die Sterne. Gut im Grunde war es Leonie egal was andere von ihr dachten, doch die Tatsache, dass in ihrem Herzen so etwas wie Hoffnung aufflammte, dass jemand die beiden so sehen könnte und wirklich denken könnte, dass da etwas war, verunsicherte sie mehr denn je. Wieso wollte sie, dass jemand sie so mit Ryou sah und sich seinen Teil dachte. Weil du ihn magst, weil du ihn magst!, flötete ihre innere Stimme fröhlich und unweigerlich bemerkte sie wie das Blut in ihre Wangen schoss und einen leichten Rotschleier auf jenen legte. Ja sie mochte ihn, mochte ihn wirklich sehr, doch reichten diese Gefühle aus, um wirklich von Liebe sprechen zu können? Da war sie sich nicht ganz so sicher. Der kalte Wind der vorherrschte brachte Leo zum frösteln und dennoch fand sie es nicht unangenehm. Leonie mochte die kalten Tage und was sie mit sich brachten. Sie mochte das weiße Federkleid, in das sich die Welt jeden Winter auf neue legte. Die zarten Flocken die vom Himmel hinab fielen. Die Geschenke unter dem grünen Baum, der Kinderaugen zum Strahlen brachte. Das knistern im wärmenden Kamin, um den sich ihre Familie meist Abends rum versammelte und die Geschehnisse des Tages besprach oder um sonst andere –meist- unwichtige Themen zu diskutieren.  Natürlich hatte Ryou auch das frösteln bemerkt und hatte sofort etwas dagegen unternommen. Er hatte seine Jacke ausgezogen und hatte sie seiner besten Freundin über die Schulter gehängt. Ohne groß darüber nachzudenken hatte Leo die Arme in die Ärmel gesteckt und sich ein wenig in die Jacke ein gekuschelt, so wie sie es häufig tat. Sie wusste das Ryou es nicht nur getan hatte, weil er ein Gentleman war, sondern weil dieser Junge auch nie fror. Leonie fragte sich im stillen wo Baku abgeblieben war, seine verrückte Seite und ob jener sich noch mal blicken lassen würde, doch wenige Sekunden später war dieser Gedanke auch schon ein wenig verflogen. „Danke.“, säuselte sie kurz, um sich für die geborgene Jacke zu bedanken. Erneut betrachtete Leo das Päckchen welches neben ihr lag. Es war für den jungen Hikari bestimmt und sie wusste, dass sie es ihm früher oder später geben musste, wenn sie den seine Reaktion sehen wollte. Ja dies war die einzige Möglichkeit. Natürlich konnte sie es ihm auch noch geben wenn die beiden zurück gingen und er sie, wie meistens zurück zum Schlafsaal brachte, doch wollte sie das wirklich? Die Antwort war klar: Nein. Sie wollte seine Reaktion wissen. Die junge Rockbell schluckte, bevor sie das kleine Päckchen erneut in die Hand nahm, es hoch hob und auf ihren Schoss ablegte, wo sie kurz mit der blauen Schleife spielte, bevor sie Ryou ansah. „Du Ryou?“ Ihre Stimme klang fragend, fast schon ein wenig Hilfesuchend. Bei Merlin würde das jetzt peinlich werden. Sie fuhr sich mit beiden Händen durch die langen dunklen Haare und tat sie somit nach hinten, dass sie nicht weiter stören konnten, wohl wissend, dass beim nächstem Windstoß sie alles nochmal machen müsse. „Das ist für dich.“, mit diesen Worten drückte sie, so schnell es ging Ryou das Päckchen in die Hand und legte ihren Blick wieder zu Boden in der Hoffnung das er ihr nicht böse sein würde oder er sie gar auslachen würde.
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