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 You'd better turn around

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04.09.13 23:25 © Gast



You'd better turn around


Tom Riddle && Nathalia Brown
| 2. März Mitternacht | Gänge im Kerker |
You'd better turn around and don't look back. This is a bad place




Es war später Abend. Die kühle Nachtluft umfing die junge Slytherin, als sie sich nach draußen geschlichen hatte, um den bereits bekannten Weg in Richtung verbotenen Wald anzutreten. Sie hatte sich vorgenommen ihre Vorräte aufzufüllen, wollte sich demnächst an einen neuen Trank wagen und sie wusste, dass es die meisten Zutaten in eben diesem Wald nahe der Schule gab. Das der Wald verboten war, interessierte Nathalia eher weniger. Sie war sich durchaus bewusst, wie gefährlich es sein konnte, aber sie war auch nicht blöd und hatte bisher jeden Besuch im dunklen Gestrüpp nahezu ohne Schäden überstanden. All zu oft konnte sie sich solche Besuche, allerdigns auch nicht leisten, denn es kam nur selten vor, dass die Professoren ihre Rundgänge freizügig genug gestalteten, um Nathalia ein kleines Schlupfloch zu gewährleisten. Heute war einer dieser Tage. Ihre Hausaufgaben hatte sie längst erledigt und niemand würde sie sonderlich vermissen. Man hinterfragte schon lange nicht mehr die nächtlichen Aktivitäten der Slytherin und wenn Andere sich bei ihren Mitschülerinnen erkundigten, kam von diesen meist nur ein gelangweiltes Schulterzucken und das war gut so. Je weniger Leute sich für sie interessierten, desto einfacher machte man es ihr. Mit diesen Gedanken, einem Beutel voll Kräuter und Pilzen und einigen Kratzern in Gesicht und Armen von dem widerspenstigen Gestrüpp machte sich Nathalia gegen Mitternacht zurück auf den Weg zum Schlafsaal. Auf leisen Sohlen schritt sie durch die Eingangshalle in Richtung Kerkertreppe und huschte diese dann schnellstmöglich hinab. Auf zusätzliches Licht von ihrem Zauberstab verzichtete die Brünette. Es war einer ihrer wenigen Fehler gewesen, bei den ersten Expeditionen - schließlich hatte sie ganz vergessen was für ein Krach auch manch' ein Gemälde veranstalten konnte, wenn man es in seiner Ruhe störte.

Der Großteil des Weges war geschafft. In den Kerkern selbst patroullierten nicht all zu oft irgendwelche Professoren, so dass sie hier nicht mehr ganz so vorsichtig sein musste. Im Schein der Fackeln, die wohl schon seit Jahrhunderten an den kahlen Wänden der Kerker hingen, huschte sie in Richtung ihres Gemeinschaftsraumes, als sie plötzlich einen Schatten registrierte. Nathalia bleib stehen. Ihre grauen Augen huschten zurück zu der Nische, in der sie glaubte die, nicht in das Bild eines leeren Flures passende, Bewegung wahrgenommen zu haben. Nichts. Doch das Flackern der Fackeln konnte es nicht gewesen sein, dafür kannte sie es zu gut. Während sie die zwei kleinen Lederbeutel in ihrem Umhang verschwinden ließ trat sie einen Schritt auf jene Nische zu. Die Augen misstrauisch verengt. Kein Professor würde sich im Schatten des Ganges verstecken. Also wer war der stille Beobachter ihres nächtlichen Ausfluges?
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05.09.13 21:11 © Gast


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NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS · DUNGEONS.


Die Nachtwache war nichts, was ein Vertrauensschüler gerne tat - das war einfach so und vermutlich war es immer so gewesen. Aber, wie so viele andere Verpflichtungen, gehörte es nun einmal zu der Aufgabe dazu und deshalb nahm Tom sie relativ ernst: manchmal sogar ein wenig zu sehr. In der Regel wurde alle zwei Wochen gewechselt, dann musste der zweite Vertrauensschüler im Bunde die zugewiesenen Gänge abmarschieren und das Schloss vor nächtlichen Nachtwanderungen bewahren. Nicht selten traf man in der Tat interessante Personen des Nachts auf Hogwarts an, die sich von einem Gemeinschaftsraum zum nächsten schlichen, oder Zweisamkeit hinter einem alten, modrigen Wandteppich suchten. Mit ein bisschen Geschick, einem guten Ohr und der Sensibilität eines Raubtiers schaffte man es schließlich diese ausgeflogenen Nachteulen an Schülern verhältnismäßig einfach dingfest zu machen und oft ergab sich daraus Punkteabzug für das jeweilige Haus und eine Strafarbeit, die der Vertrauensschüler gemeinsam mit seinem Hauslehrer bestimmen durfte (tatsächlich gefiel Tom dieser Teil am Besten, weil Horace Slughorn jene Verantwortung gerne dem Schwarzhaarigen alleine überließ: "Du machst das schon richtig, meen' Jung! Und nicht schonen! Die sollen sich das ruhig merken, dass man sich an die Schulregeln zu halten hat". Man kennt das ja.) Freilich war es dann Gang und Gebe, dass man Vertrauensschüler untereinander gerne einen Wettbewerb starteten, wer über das Jahr hinweg die meisten Konsorten auf frischer Tat ertappte: gewonnen hatte Tom dabei bisher leider nie.

Die ferne Turmuhr zur Kapelle schlug zum dritten Mal Mitternacht und nebensächlich von dem Geräusch aus seinen Gedanken gerissen, grub der Slytherin eine schmutzig-silbern funkelnde Taschenuhr aus der Innenseite seines Umhangs hervor, die ihm augenblicklich erst einmal nicht mehr verriet, als dass sie bereits um acht Uhr irgendwann stehen geblieben war, wie sie das aufgrund ihres ersichtlichen Alters in den vergangenen Wochen gerne tat.
Eine sanfte Falte des Unmuts schlich sich auf Riddles glatte Stirn, begleitet von einem energischen Schnaufen, das seinen Anflug von Zorn untermauerte. Manchmal wusste er nicht, was schändlicher war: Dinge zu besitzen, die ständig kaputt und wertlos waren oder Abraxas Malfoy im Umkehrschluss darum zu bitten ihm seine durchaus schöneren Gegenstände auszuleihen. Beides zehrte an seinem Stolz, war eine schlechte Laune aber nicht wert und so verdrehte der Schwarzhaarige flüchtig das Augenpaar und schob die grazile Uhr mit einem leisen Klappern ihrer Manschettenkette zurück in die Innentasche, aus der sie gekommen war und sich sogleich wieder bleiern einlebte, dass Tom das Metall zwischen Hemd und Haut deutlich spüren konnte.

Seine Patrouille war vorbei und mit dem letzten Paukenschlag der Geisterstunde glitt Riddle in einer anmutigen Leichtigkeit von dem ungenutzten Sockel in der Nische seines Verstecks, in das er sich nach seinem Rundgang zurück gezogen hatte, um in Ruhe und beim Schein der fernen Fackeln noch ein wenig amüsante Lektüre über Dracheneier, Dracheneihandel und dem Versuch wahnwitziger Magier zu lesen, die tatsächlich lebensmüde genug gewesen waren, eine Drachenzucht zu eröffnen (so lange, bis Pete Mikaellson, der Gründer, von einem ungarischen Hornschwanz in kleine Stücke gerissen und anschließend gefressen wurde. Seine Mitarbeiter fanden Petes Überreste schließlich beim Ausmisten des großzügigen Drachengeheges in Rumänien drei Tage später im Kot ((seitdem ist Drachenzucht auch offiziell in Europa verboten, also seit etwa 1912)).
Jetzt klappte er das kleine, in Leder gebundene, Buch zusammen, zwang es unter die Achsel, streckte sich flüchtig bis die Wirbel zwischen Brustkorb und Lendengegend knackten und hielt abrupt in seiner gesamten Regung inne, als von Fern deutlich an den geschundenen Schlossmauern einsame Schritte widerhallten, deren Existenz es um eben jene Uhrzeit nicht geben sollte - und geben durfte.
Aalglatt und mit der angeeigneten Eleganz eines Schattens, hielt Tom die Luft an, während er der sich nähernden Person im Schutz der Dunkelheit der Nische entgegen schlich, den Zauberstab wohl wissentlich in greifbarer Nähe und die Ohren konzentriert auf jeden Laut gerichtet, der den Nachtschwärmer vielleicht enttarnt hätte.

Aber die verhältnismäßig kleine Person musste seinen Weg erst kreuzen, bevor sich Tom sicher war, dass es sich tatsächlich nicht um einen Lehrer handelte und ebenso tatsächlich auch nicht um Rubeus Hagrid, den holzköpfigen Gryffindor aus der dritten Klasse, der seiner Meinung nach irgendeinen perfiden Drang verspürte, sich ständig von ihm auf Nachtwache erwischen zu lassen, um Punktabzug zu kassieren.
Das Mädchen blieb stehen und der Vertrauensschüler hatte alle Mühe mehr als lediglich Konturen zu erahnen, bis es sich dazu entschloss einige Schritte näher zu kommen, zurecht beobachtet, wie es sich fühlte. Tom machte weder Hehl noch Spiel und trat ihr in provokanter Gelassenheit und mit einem Anflug Autorität entgegen, die man einem Siebzehnjährigen nur spärlich zugestehen wollte, aus dem Schutz des Schattens heraus in den Gang, die Stirn gerunzelt, dass sich seine Augenbrauen an der Nasenwurzel beinahe berührten. "Es ist ein wenig spät, für eine Nachtwanderung", kommentierte Riddle nüchtern, aber in einer gefährlich leidenschaftslosen Sanftheit. Sein Kopf rollte ein wenig zur Seite, während sein Blick musternd über das Konterfei seiner Mitschülerin glitt, den Anflug eines schwachen Lächelns im Ansatz. Sie war eine Slytherin und er erkannte sie auch, obgleich er bisher nicht dazu gekommen war, mehr Worte mit Nathalia Brown zu wechseln, wie notwendig (und wenn er sich richtig erinnerte, erging es vielen dabei ähnlich). Er hob die Hand, um mit spitzen Fingern ein loses Blatt aus ihrem Haarschopf zu zupfen, das sich lästiger Weise dort eingenistet hat; generell sah die Dunkelhaarige eher so aus, als hätte sie einen Spaziergang im Mondschein außerhalb der Schlossmauern genossen. Tom schnippte das Blatt nebensächlich mit Daumen und Zeigefinger von sich: "Und es ist nicht unbedingt klug die Schule in der Nacht zu verlassen... oder das Schulgelände. Das wäre eigentlich ein Grund für mich, Dich sofort zum Schulleiter zu bringen, meine Liebe ... gleichwohl ich eigentlich auf dem Weg ins Bett war." Er leckte sich abwägend über die Lippen, dann entrang er sich ein Seufzen: "Gut - erklär' mir, was Du hier machst."
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06.09.13 13:34 © Gast

NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS | KERKER

Das Glück schien heute nicht auf ihrer Seite zu sein. Abwartend stand die Schülerin in dem dunklen Gang und wartete darauf, dass sich ihr Beobachter sichtbar machte. Ein Professor würde es aber kaum sein. Zumindest es Nathalia nicht bekannt, dass es Professoren an der Schule gab, die sich leidenschaftlich gerne in dunklen Nischen versteckten und auf unartige Schüler warteten. Es musste also ein anderer Schüler sein, vermutlich ein Vertrauensschüler. Das machte es ihr mit Sicherheit einfacher. Die meisten, die ihr begegneten, vermieden es ja ohnehin sich großartig mit ihr zu unterhalten.

Eine Gestalt schob sich in ihr Blickfeld. Ein Slytherin, wie sie an seinem Umhang erkennen konnte. Die grauen Augen der Schülerin huschten nach oben und begegneten dem Blick ihres Mitschülers. Tom Riddle. Das machte es dann schon wieder etwas schwieriger. Sie wusste sehr wohl um das Talent des Slytherin und auch um dessen Stellung in dieser Schule. Er gehörte nicht zu den Menschen, die sich leicht abspeisen ließen. Aber vielleicht ging es ihm ähnlich wie ihr und seine Motivation auf eine Diskussion mitten in der Nacht war gering genug, um das hier schnell abzuspeisen. Nathalia musste die Kräuter in ihren Schlafsaal bringen, bevor sie verdarben.

Nathalias Gesichtsausdruck änderte sich kein Stück, auch nicht als er näher an sie heran trat und begann zu sprechen. Neutral und ohne jeden Funken von Abneigung oder Sympathie blickte sie ihm entgegen - lediglich die ersten Zeichen der Müdigkeit würde man ihr ansehen können. Er zupfte ein Blatt aus ihrem Haar. Langsam zog sich eine ihrer Augenbrauen nach oben. Ihm erklären was sie hier machte? Der Hauch eines Lächelns huschte über ihre Lippen. "Nun ich bin auf dem Weg ins Bett", erklärte sie ruhig und doch schien es fast als wurde es mit jeden Wort das sie sagte ein paar Grad kälter um sie herum, selbst wenn das schmale Lächeln beständig auf ihren Lippen verweilte. "Diesen Weg würde ich auch gerne fortsetzen, bevor sich noch ein Professor zu uns gesellt. Dies sollte auch in deinem Interesse sein, denn so weit ich mich entsinne, solltest auch du längst hinter den Mauern des Gemeinschaftsraumes verschwunden sein", so gab Nathalia zurück und legte ihrerseits für einen kurzen Moment den Kopf beinahe schon fragend schief. Sie hatte noch nie sonderlich viele Worte mit ihrem Mitschüler gewechselt.

So lange sie ihn nun auch schon kannte und beobachtete, war sie sich doch nie ganz einig geworden, was genau sie von diesem Schüler halten sollte. Sie glaubte nicht daran, dass er das war was er vorgab zu sein. Er war kein braver Professorenliebling, dessen größtes Ziel es war gute Noten zu schreiben. Er war zweifelsfrei in viel Wissen interessiert, doch es gab einen Unterschied zu den anderen lernwilligen Schülern des Schlosses. Das mochte auch der Grund sein, weshalb er im Hause der Schlangen gelandet war. So sympathisch - auf eine sehr eigene Art und Weise - er ihr aber doch vorkommen mochte, Nathalia wusste darum wie gefährlich ein solches Verhalten sein konnte. Nun die Brown war auch grundsätzlich der Auffassung, dass man niemanden vertrauen sollte, aber bei diesem Schüler wusste sie es mit absoluter Sicherheit. Dumm genug um sich aber ernsthaft mit ihm anzulegen war Nathalia allerdings auch nicht. Nicht für umsonst hielt sie sich sehr zurück in ihrem Haus und auch in der Schule selbst und nicht für umsonst war es in sechs Jahren nicht zu persönlichen Gesprächen zwischen den beiden Schülern gekommen.
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08.09.13 11:11 © Gast


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NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS · DUNGEONS.


"Touché", konterte der Vertrauensschüler mit tiefer Süffisanz über Nathalias relativ offensichtlichen Versuch, die vermeidliche Konsequenz einer nächtlichen Wanderung zu umschiffen, indem sie ihn quasi schon - aufgrund voran geschrittener Stunde - mit sich in Richtung Gemeinschaftsraum bugsieren wollte. Seine Hände wanderten gelassen in die weiten Taschen seines Umhangs, wobei das Leder, in welches das Buch gebunden war, unter seiner Achsel leise knirschte und die Bewegung etwas unglücklich verzerrte, und um nicht zu sagen recht unbequem gestaltete.
Tom überlegte einen Atemzug, wo sein, im Schein der Fackeln, pechschwarzes Augenmerk das Konterfei seiner Gegenüber eindringlich musterte, merklich im Hadern mit sich selbst, ob ihm die Slytherin einen spontanen Regelbruch wert war (nicht, dass er sich großartig an Regeln hielt, aber sie im Beisein anderer als Vertrauensschüler zu brechen war nun nicht unbedingt das, was ihn längerfristig im Amt gehalten hätte). Seine Augenbraue zuckte indes flüchtig über die glatte Stirn und nachdem er sowohl einen Blick nach rechts, als auch nach links den Gang hinab geworfen hatte, nickte er auffordernd in die Richtung die zum Gemeinschaftsraum führte. "Es ist unklug, über die Ländereien zu spazieren, wenn es dunkel ist." Riddle blinzelte der Brünetten von der Seite aus plötzlich recht ernst entgegen; wenn er seine Mitschülerin schon nicht verpfiff, durfte sie sich wenigstens die leichte Version der Belehrung anhören - auch, wenn Tom bezweifelte, dass es etwas brachte. Nachteulen ließen sich nicht in ihre Käfige sperren: das war ihm bekannt aus eigener Erfahrung, das sah er Nacht um Nacht an den selben Gesichtern, die im fahlen Licht der Dunkelheit wie einsame Schatten seinen Weg kreuzten. Und Rubeus Hagrid war der Rekordhalter.

"Viele Kreaturen, die im Verbotenen Wald leben, trauen sich bei Nachteinbruch auch gerne bis an den Rand. Nichts gegen deine Zauberkünste, doch es ist töricht sich mit Kreaturen anzulegen, die man nicht kennt und in gewisser Weise sind wir, die als Vertrauensschüler und Professoren Nacht um Nacht patrouillieren, für deine Sicherheit verantwortlich." Die Falte auf seiner Stirn war zurück gekehrt, dann blieb Tom wieder stehen. Das Licht einer in der ferne flackernden Quelle warf seinen Schatten in einer gespenstischen Undeutlichkeit an die kahle Mauerwand, wo er in einigen Ritzen einfach verschwand, um zwischen anderen wieder aufzutauchen.
"Du solltest diese Sicherheit, aber vor allen Dingen auch deine Zukunft nicht aufs Spiel setzen, nur weil es dich nach draußen zieht." Er nickte auf das Bündel in ihren Händen, das ein wenig nach Moos und abgestandenen Pilzen roch, auch wenn er wider seiner Neugierde davon absah es ihr abzuknöpfen. "So was kann schnell zum Schulverweis führen und das ist es nicht wert." Bei der Möglichkeit, von Hogwarts verwiesen zu werden, stellten sich Riddle prompt die Nackenhaare auf. Er schwieg eine Weile, wo er nachdenklich an Nathalia vorbei starrte, ehe er sichtlich Luft holte und den Weg wieder aufnahm. "Heute Nacht habe ich dich nur auf den Gängen erwischt.", erklärte er Brown schließlich die Version ihres Herumschleichens, die er beobachtet hatte. "Dafür werde ich dir 25 Punkte abziehen und aufgrund der doch voran geschrittenen Uhrzeit komme ich auch nicht umhin, dich nachsitzen zu lassen." Es tat immer wieder weh, sein eigenes Haus zu bestrafen. Aber was sollte er tun? Er konnte die Slytherins nicht bevorzugen, nur weil sie in gewisser Weise sein zu Hause darstellten. Einem Albus Dumbledore wäre das mit ziemlicher Sicherheit sofort aufgefallen und diese Blöße wollte und würde sich Tom nicht geben. "Ich will dich nicht noch einmal erwischen müssen, denn beim nächsten Mal werde ich nicht so gnädig sein."

Die Worte verklangen in der einsamen Kälte der Kerker; sie erreichten ein Paar Stufen, welche in einen weiteren Korridor mündeten, der ebenso ausgestorben war, wie der zuvor. Ob sich Nathalia Brown seine Drohung zu Herzen nehmen würde, war Tom einerlei. Man kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er keine halben Sachen machte: Demeter Lindfort, ein Ravenclaw-Mädchen aus der fünften Klasse, bekam diese Seite zu spüren, nachdem sie glaubte bis Mitternacht auf dem Quidditch-Gelände ihre Techniken lernen zu können. Sie hatten ungemein lange diskutiert und das so laut, dass Professor Merrythought auf sie aufmerksam geworden war. Lindfort hatte Glück im Unglück, dass Merrythought sie mochte und daher mit einer Verwarnung davon kam, aber bereits wenige Nächte später war die Ravenclaw wieder auf ihr hohes Pferd geklettert, sozusagen, und kämpfte nun tatsächlich mit dem Schulverweis. Weil ihr Vater, soweit sich Riddle erinnerte, allerdings im Ausschuss saß und zudem ein hohes Tier im Ministerium war, bezweifelte er, dass seine Tochter tatsächlich aus der Schule geworfen wurde, auch, wenn sie es seiner Meinung nach verdiente.
Natürlich machte die Geschichte hier und da seine Runde, doch weil Demeter Lindfort in den Augen der Meisten einfach nur dumm gewesen war, empfand man Riddles Entscheidung als nachvollziehbar und in manchen Ecken der Schule sogar mutig und heroisch. Die Ironie dabei war beinahe absurd.

"Was braust du?", wollte Tom nach einer Weile mit ehrlichem Interesse wissen, wo es ihn grundsätzlich faszinierte, wenn Schüler auch außerhalb des Unterrichts Elan und Motivation zum Lernen zeigten. Er konnte seine Neugierde nun auch kaum im Zaum halten, die sich wie eine Maske auf seine Facette legte und den Eindruck eines unschuldigen Welpen vermittelte, der mit nichts mehr oder weniger wie der Wahrheit auskommen konnte. "Du kannst auch mich fragen, wenn du das ein oder andere Mal etwas benötigst - bevor es dich wieder nach Draußen verschlägt, meine ich. Ich habe Zugriff auf Slughorns Privatvorrat, er hat sicher nichts dagegen, wenn ich ihm einfach sage, dass wir an Projekten fernab seines Lehrplans arbeiten. Tatsächlich flippt er bei so viel Eigenengagement immer völlig aus." Riddles Mundwinkel zuckte schelmisch und die Heiterkeit kehrte perfekt inszeniert auf sein Gesicht zurück. "Das setzt allerdings voraus, dass du mich einweihst." Er war gerne Teil von Dingen die ihn eigentlich nichts angingen, zumal bei ihm nur selten etwas ohne Gegenleistung funktionierte.

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11.09.13 18:10 © Gast

NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS | KERKER


Natürlich war Nathalia bewusst gewesen, dass sie ohne jegliche Konsequenzen kaum davon kommen würde, dass war auch nicht unbedingt ihr Ziel gewesen - sie wollte nur einer Unterhaltung mit einem Professor entgehen, denn dies würde nur noch mehr Erklärungsaufwand bedeuten und dazu hatte die Slytherin nun bei allem guten Willen keine Nerven. Dementsprechend erfreut war sie, dass der Vertrauensschüler mehr oder minder auf ihren Hinweis einging und in Richtung Gemeinschaftsraum deutete. Die paar Punkte, die er ihr abziehen würde, damit konnte sie ganz gut leben. "Ich bin mir durchaus bewusst, was sich so alles im Wald herumtreibt und ich bin keineswegs töricht genug solche Unternehmungen leichtfertig anzutreten oder gar wenn es nicht zwingend notwendig ist", gab sich die Schülerin wieder relativ redselig, was ihr ganz und gar nicht passte. Dann war erst einmal Ruhe. Die Strafe nahm die Schülerin nur seicht nickend hin. Sie würde ebenso handeln, warum sollte sie also wütend darüber sein, dass er seiner Pflicht nach kam?

Nathalia wusste seine Worte durchaus ernst zu nehmen, aber mit der Beute, der heutigen Nacht, würde sie lange genug auskommen, um in nächster Zeit nicht mehr nach draußen gehen zu müssen und so wäre die Wahrscheinlichkeit sie der späten Stunde auf den Gängen zu erwischen, relativ gering. Da brauchte sich wohl niemand Gedanken zu machen. Einmal abgesehen davon, dass Nathalia durchaus darauf achtete, was für einen Eindruck sie in dieser Schule hinterließ, schließlich musste ihr Vater bei Laune gehalten werden und da waren Strafen und Punkteverluste nicht gerade das was sie brauchte.

Schweigend liefen die beiden Slytherins also nebeneinander her und Nathalia genoss die Stille. Sie war kein Mensch vieler Worte, schon gar nicht, wenn man sich ohnehin nichts zu sagen hatte. So war es sicher auch zu erwarten, dass es letztendlich ihr Mitschüler war, der die Stimme abermals erhob.
Was sie gerade braute? Nathalia warf Tom einen undeutbaren Blick zu. "Ich stelle eigene Heilsalben und Heiltränke her" Das war die knappe Antwort der Schülern, für was genau diese waren ging ihren Mitschüler eigentlich so gar nichts an und Nathalia hatte grundsätzlich auch nicht vor Tom einzuweihen. Weshalb auch? Je mehr davon wussten, um so gefährlicher wurden ihre kleinen Experimente.
Natürlich wusste die Brown von dem Verhältnis ihres Mitschülers zu Slughorn und es wäre sicher förderlich einige Zutaten aus seinem privaten Vorrat zu erlangen, dass würde einiges sicher erleichtern - doch wollte sie den Zaubertrankprofessor noch weniger auf sich aufmerksam machen, als es jetzt bei dem Riddle schon der Fall war. "Und das setzt wiederrum vorraus, dass ich dir vertrauen müsste und das tue ich nicht", kam die nüchterne und erstaunlich ehrliche Antwort der Brünetten, dabei blickte sie ihren Mitschüler von der Seite her misstrauisch an. Er war begabt in Zaubertränke, dass wusste sie und was sein Wissen anging - so würde er auch in so ziemlich allen Bereichen sehr belesen sein. Er würde ihr also durchaus eine Hilfe sein können, doch Nathalia machte ihren Erfolg ungerne von anderen abhängig und da bildete der Vertrauensschüler keine Ausnahme.
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12.09.13 17:12 © Gast


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NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
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Tom hörte der Brünetten an seiner Seite aufmerksam zu. Nicht nur, dass sie gelegentlich selbst braute, nein sie tat das nicht nur aus reiner Neugierde, oder vielleicht Faszination: sondern mit einer Aufgabe, einem Drang. Nun stellte sich dem Vertrauensschüler gleichsam die Frage, und sie drängte sich ihm beinahe auf die Zunge, dass er sie nur mit Mühe wieder herab würgen könnte, ob Nathalia Brown besagte Heilkunst an sich oder an anderen anwendete, und wenn ja - warum?
"Dann möchtest du also einmal Heilerin werden?", versuchte Riddle das Gespräch mit mildem Interesse aufrecht zu erhalten und warf ihr während ihrem gemeinsamen Gang einen musternden Seitenblick zu. Frauen hatten nicht viele Berufe zur Auswahl, weil man eine Frau an und für sich gerne hinter dem Herd und mit Kindern beschäftigt sehen wollte; viele Männer - vor allem aus der unendlich reinblütigen Generation - waren sogar der Ansicht, dass gewisse Berufe das sanfte Gemüt des weiblichen Wesens verderben oder überfordern konnte. Weil Tom sehr wohl einige hart arbeitende Frauen kannte, empfand er dieses Gerücht als nichts weiter, wie eben das: ein unnützes Gerücht. Jeder sollte das machen dürfen, wozu er Lust hatte. Und wenn der einen Frau vorstrebte im Ausschuß zu sitzen, sollte sie ihr Bestmöglichstes geben, um ihr Ziel auch zu erreichen. Ob es jemals so einfach werden würde? Ob die Frau einmal Kraft und Mut aufbringen würde, über ihren eigenen Schatten und den ihres Ehemanns zu springen? Tom schmunzelte bei der Vorstellung von einer von Frauen regierten Welt. Irgendwie völlig abstrus.

In Heilkunde hatte der Slytherin Aufholbedarf; nicht, weil es ihn nicht interessiert hätte, sondern weil er seine Konzentration eher auf die Zerstörung legte. Alles, was im Schatten stand, alles was unbekannt und finster war, reizte ihn nun einmal mehr wie die Möglichkeit, besagte Finsternis auch heilen zu können: oder Wunden. Einmal abgesehen davon, dass sich ihm als Arzt ständig der Magen umdrehen würde, wenn er sich um Patienten kümmern müsste, deren Fratzen tatsächlich so unglaublich entstellt waren wie man sie auf den meisten Büchern abgebildet fand.
"Ich glaube, ich werde irgendwann einmal Archäologe werden, oder so etwas in der Art." Riddle lachte; man hatte ihn schon öfters gefragt, was er mit seiner Zukunft vor hatte. Slughorn beteuerte nicht selten, dass ihm sämtliche Türen offen standen. Dabei wollte Tom an und für sich nicht viel: es reichte ihm, Abenteuer zu erleben und unergründete Artefakte zu finden; auch wenn das fast etwas verträumt klang. "Oder Lehrer. Ich würde gerne Verteidigung gegen die Dunklen Künste unterrichten - kaum vorstellbar, mit welchem immensen Wissen dieses Fach verknüpft ist. Einfach beeindruckend." Es war äußerst selten, dass Riddle aus dem Nähkästchen plauderte - und an und für sich machte er aus sich lieber ein Geheimnis, wie ein offenes Buch. Nur war es angenehmer sich über etwas zu unterhalten, wenn man die Korridore der Kerker entlang wanderte, als jedem einzelnen Schritt dabei zu lauschen, wie er an den Wänden verhallte.

Nathalias Bekundung, dass sie ihm nicht traute, brachte Tom schließlich für einen Atemzug ins Straucheln. Er hielt in seinem Schritt inne und runzelte die Stirn, wobei in seiner Magengegend eine leise, knurrende Bestie erwachte, die sich über ihre Worte beinahe echauffierte. Die Überraschung auf seinen Zügen war echt - bisweilen war niemand auf die Idee gekommen, ihn derart vor den Kopf zu stoßen. Der Schwarzhaarige blinzelte, kämpfte das Monster in seinem Innersten in die Knie und entrang sich ein halbherziges Lachen. "Ich verstehe, das tut mir leid." Riddles Augen funkelten, indes er seinen Schritt wieder aufnahm. Das Portrait zum Gemeinschaftsraum kam bereits in Sichtweite, war kaum ein Paar Stufen entfernt, in der Ferne schlug die Turmuhr eine viertel Stunde nach Mitternacht. Seltsam, dass bisher kein Geist ihren Weg gekreuzt hat: vor allem der Blutige Baron war zur Geisterstunde gerne auf den Gängen unterwegs, von Peeves ganz zu schweigen.
"Dann hoffe ich, dass ich Dich vom Gegenteil überzeugen kann, meine Liebe. Ich bin nicht halb so unheimlich und verschroben, wie man sich vielleicht erzählt." Toms Mundwinkel krümmte sich beinahe höhnisch, er schüttelte zu sich selbst den Kopf, rückte das Buch unter seinem Arm zurecht, weil es drohte den Halt zu verlieren und schritt in einer süffisanten Eleganz die wenigen Stufen zum Portrait herab. "Du bist bestimmt müde", vermutete der Vertrauensschüler, während er sich auf den Sohlen zu der Brünetten umdrehte, ihr Konterfei mit dunklem Augenpaar eine Spur zu distanziert abtastete, um letztendlich nach einer ihrer Hände zu greifen, die er mit einer flüchtigen Bewegung seines Daumens von unnötiger Erde befreite, ehe er einen zarten Kuss auf deren Knöchel hauchte. "Es hat mich dennoch gefreut, deine Bekanntschaft zu machen." Diese Bekundung entsprach sogar der Wahrheit, gerade weil es immer wieder interessant war, wenn man auf neue Herausforderungen traf.

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12.09.13 21:11 © Gast

NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS | KERKER

Heilerin? Nathalia hielt kurz inne. "Nein. Nicht wirklich" So wollte sie es doch eigentlich wieder bei der kurzen Antwort belassen, was ging Tom schließlich ihre Zukunft an. Vermutlich ging er ohnehin davon aus, dass sie als Hausdame eines reichen Mannes enden würde. Natürlich würde Nathalia einen Mann an die Seite gestellt bekommen, doch sie gehörte nicht gerade zu den Damen, die sich damit zufriedengaben hübsches Beiwerk zu sein. Nicht für umsonst, strebte sie seit Jahren nach Wissen. Ihr Vater hatte lange gebraucht, doch irgendwann hatte er ihr Talent und vor allem ihren Charakter erkannt und hatte sich wiedererkannt und sich dazu herabgelassen sich seiner Tochter anzunehmen. Ein erstaunlicher Fortschritt in einer doch recht traditionsbewussten Familie - doch Nathalia konnte es Recht sein.

Als ihr Mitschüler begann seine vermutlichen Zukunftspläne darzulegen, wandte sie ihm milde interessiert den Blick zu. Es war ja nicht gerade so, als hätte sie darum gebeten zu erfahren, was der Musterschüler mit seinem Leben vorhatte, aber wenn er es schon erzählte, so konnte sie es doch ruhig in sich aufnehmen und vermerken, wer wusste schon ob es nicht einmal von Bedeutung sein könnte - so unwichtig es ihr jetzt auch erschien. Letztendlich sah aber die Brünette selbst sich dann genötigt auch ein paar Worte zu verlieren, man wollte ihr ja nicht absprechen, so etwas wie Höflichkeit und Anstand zu besitzen. "Archäologie klingt interessant. Ich hätte mir auch vorstellen können zu reisen und neues zu lernen. Doch seit mein Vater weiß, dass er keinen Erben mehr bekommen wird und auch keine sonstigen Verwandten bereitstehen, um sein Erbe antreten zu können, gelte ich als Nachfolgerin seines Amtes." Nathalias Mundwinkel zuckten leicht, wobei sie nach außen hin nicht wirklich amüsiert wirkte. "Nun - mein Vater hatte schon immer einen ungewöhnlichen Sinn für Humor" Man konnte nicht viel aus ihren Worten ableiten, gab sie sich doch sehr neutral. Im Grunde genommen war sie dies aber auch. Natürlich strebte sie es an ein derartiges Machtinstrument besitzen zu können - allerdings wusste sie auch um die allgemein Stellung ihres Geschlechts und würde sich sicher einigen Problemen stellen müssen. Aber das alles interessierte die Brown in diesen Momenten relativ wenig. Ihrem Mitschüler hatte sie kaum mehr erzählt, als die meisten Menschen ohnehin schon von ihrer Familie wussten. Natürlich war die allgemeine Meinung jene, dass der zukünftige Ehemann Nathalias auch das Unternehmen übernehmen würde und vermutlich würde auch dies der offizielle Weg sein, doch Nathalia ließ sich nichts wegnehmen und so würde es auch kein Mann schaffen, ihren feinsäuberlichen Plan zu durchkreuzen.

Dass sie Tom misstraute, schien eben jenen mehr mitzunehmen, als sie anfänglich erwartet hatte. War es für den Vertrauensschüler wirklich so ungewöhnlich, dass Leute sich ihm gegenüber distanziert verhielten? Nun, anscheinend schon. Mit gehobener Augenbraue wartete die Schülerin darauf, dass ihr Begleiter sich wieder in Bewegung setzte und kurzzeitig legte sich Schweigen über die Schlangen. Nathalia nahm seine weiteren Worte schweigend zur Kenntnis. Um ihr Misstrauen zu zerstören brauchte es zweifellos mehr als ein paar gewählte Worte und ein charmantes Lächeln, denn das waren Dinge, die auch sie durchaus beherrschte.

Nun sie war durchaus müde und nickte somit sachte, währen sie die Formalitäten abwartete. "Nun die Freude ganz meinerseits", gab die Brünette dann höflich zurück und legte dabei ein sanftes Lächeln auf ihre Lippen, doch dachte sie nicht daran den Gemeinschaftsraum zu betreten, war ihr doch noch während er gesprochen hatte eine Idee gekommen, die ihr so zwar gar nicht gefiel, aber einiges eventuell leichter machen könnte. "Tom - sag, was würde mich eine Bitte an dich kosten?", formulierte sie ihre Frage, absichtlich auf die Unterhaltung vor wenigen Minuten anspielend. Zwar wollte sie tatsächlich keine Zutaten von Slughorn, dass würde zu viele Fragen aufwerfen, denn leider Gottes war der Zaubertrankprofessor viel zu neugierig, aber Tom könnte ihr auf eine andere Art und Weise behilflich sein und wenn sie es schaffen würde ihr Opfer möglichst gering zu halten, hätte sich der Punktabzug an diesem Abend vielleicht doch noch gelohnt - jetzt wo er ja ohnehin schon wusste, dass sie heimlich braute.
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16.09.13 10:52 © Gast


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HOGWARTS · DUNGEONS.


Es gab Dinge, die genoß man mit Vorsicht: und Bitten an Tom gehörten definitiv dazu. Der Vertrauensschüler war der Letzte, der jemals einen Gefallen ausschlug, aber er war auch ebenso wenig jemand, der es völlig ohne Gegenleistung einfach akzeptierte. Quid pro Quo war daher ein Spiel, das er nicht nur gerne spielte, sondern worin Riddle inzwischen ein kleiner Meister war, der genau wusste was er für seine ungeteilte Aufmerksamkeit verlangen wollte. Und zahlte man nicht, also hielt man sich nicht an den Deal, konnte es passieren, dass man eine andere Seite an dem Schwarzhaarigen kennen lernte, die bisweilen völlig verdeckt geblieben, keiner Menschenseele aufgefallen war.
Derlei Zwischenfälle waren allerdings nicht so leicht zu bändigen, wie man erwartete: schließlich hatte Tom Riddle schnell einen Ruf zu verlieren, wenn sich herum sprach, dass er Menschen in seiner näheren Umgebung auf schmerzliche Weise klar machte, dass man sich an Versprechen zu halten hatte, selbst wenn sie auf einfachen Vereinbarungen basierten. Der Vorteil des Slytherins lag freilich darin, nicht nur das Bewusstsein seiner Gegenüber zu manipulieren, sondern auch deren Gedächtnisse an Ereignisse anzupassen, die ihm mitunter zumindest entgegen kommend waren. Obliviate war daher ein Zauber, den Tom auf seine eigene Art verehrte, auch wenn er natürlich bemüht war jeden Konflikt, so gut es ging, zu vermeiden; wo relativ viel für den Schwarzhaarigen auf dem Spiel stand, wenn man ihn unter Umständen der Schule verwies, weil man heraus fand, dass er seine Mitschüler quälte, die seiner Meinung nach nicht mehr oder weniger als eben diese Strafe verdient hatten.
Oder so ähnlich.

Als Nathalia ihn also nun so überraschend davon abhielt, durch das Portraitloch in den Gemeinschaftsraum zu verschwinden, schlich sich eine Emotion in sein dunkles Augenmerk, die im Sekundenbruchteil eines Zwinkerns auch als Skepsis hätte durchgehen können, wäre da nicht der Anflug eines Zuckens in seinem Mundwinkel gewesen, der ihm im Schatten des verlassenen Kerkergewölbes etwas Unheil verkündendes und Maskenhaftes gab. Tom räusperte sich, wischte die Neugierde von seinen Zügen und überspielte das bedrohliche Knurren des Monsters in seiner Magengegend mit mildem Interesse: "Das kommt ganz darauf an, worum du mich bitten möchtest."
Vermutlich war es nicht mehr oder weniger wie die Schule, Lernen, Erklären von Dingen, was Nathalia antrieb: in letzter Zeit kamen häufiger Mitschüler zu ihm (auffälliger Weise viele Mädchen), um ihn um etwaige Hilfe in Not zu bitten, deren Aufwand für Tom kaum lohnenswert war (und somit natürlich keine größeren Konsequenzen erforderte).
Immerhin beschenkte man ihn dafür mit Schokolade, selbst gebackenen Muffins und Federkielen. Ein ziemlich reiches Mädchen, Bernadette Bennett, zumindest glaubte Tom, dass sie relativ reich gewesen sein musste, hatte ihn für eine halbe Stunde Tutorium sogar verhältnismäßig fürstlich entlohnt. Weil er als Vertrauensschüler eigentlich keine Geschenke für Nachhilfe annehmen durfte, kicherten besagte Exemplare in einer ohrenberauschend hohen Frequenz und flüsterten stets: das bleibt unser kleines Geheimnis.

Und auch, obwohl Tom wusste, dass er keinerlei Reue empfinden würde, fühlte er sich stellenweise durch die Aufdringlichkeit mancher Hexen unweigerlich etwas beschmutzt. Ophelia lachte dann abends gerne, wenn er mit voller Tasche an ihren angestammten Platz am Kamin im Gemeinschaftsraum zurück kehrte, ohne Anstalten zu machen, auch nur einen Bissen der geschenkten Leckereien zu probieren. Überhaupt konnte sich Tom nicht erinnern, je ein Geschenk im Sinne von Blumen und Pralinen selbst gegessen zu haben, seit Malfoy ihn darauf hingewiesen hat, dass manches Frauenzimmer bestimmt nicht vor einem Liebeszauber zurück schrecken würde, um den prüden Vertrauensschüler endlich unter die Fittiche zu bekommen. Und weil ihm Ophelias Auftritt vom Valentin noch lebhaft in Erinnerung geblieben war, verging ihm nun stets der Appetit, wenn er die eingepackten Köstlichkeiten annehmen musste, weil es die Form der Höflichkeit verlangte.
"Ich gebe Nachhilfen meistens Dienstags und Donnerstags, nach dem Abendessen," erklärte Tom dann prompt den Umstand und deutete ein Schulterzucken an. Nathalia Brown erweckte nicht unbedingt den Eindruck, an etwas anderes zu denken als eben Schule. Und warum sollte sie? Sie war schließlich nur eine Frau; Frauen erlaubten sich keine krummen Dinger - und Frauen erfragten schon gar keine krummen Gefallen, die ihn bis zum Rande der Gewalt getrieben hätten - und Tom konnte mitunter ziemlich gewalttätig werden, wenn es die Situation erforderte. Er blinzelte und fügte dann mit einem aalglatten, entwaffnenden Lächeln hinzu: "Und wenn wir schon beim Preis sind, könntest Du mir im Gegenzug dein Vertrauen schenken." Mit erhobenen Händen unterbrach sich der Slytherin kampfesergeben selbst, wobei sein Lächeln eine Spur breiter wurde. "Ich denke, ein hinfälliger und fairer Preis, wenn man mich um etwas bittet."


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18.09.13 19:01 © Gast

NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS | KERKER

Ursprünglich widersprach dieses Gespräch völlig Nathalias Wesen. Sie bat niemals um einen Gefallen, bei einem Menschen von dem sie wusste, er würde sich nicht um den Finger wickeln lassen. Das gefiel ihr ganz und gar nicht, leider Gottes war er aber auch der Einzige, der sie aufhalten könnte, wenn es um ihren Trank ging und das konnte und wollte sie nicht riskieren. Dafür arbeitete sie nicht seit über einem Monat an diesem Trank, um es dann zu riskieren ihn zu verderben, nur weil der Riddle wieder Aufsicht in den Kerkern hatte. Grundsätzlich hätte sie ihn ja auch fragen können, wann er so seine Runden zog - aber auch dafür war ihr Mitschüler zu intelligent. Er würde sich wohl kaum mit ein wenig Honig um den Mund zufrieden stellen.

Man konnte sich also vorstellen, dass Nathalia nicht gerade begeistert von der momentanen Situation war - das sollte aber in den nächsten Momenten noch schlimmer werden, denn offensichtlich schien der Slytherin in ihre Bitte seine allgemeinen Erfahrungen hinein zu interpretieren. Nachilfe. Glaubte er tatsächlich Nathalia bräuchte Nachhilfe von ihm?! Eine Augenbraue zuckte in die Höhe und für einen Moment huschte sogar so etwas wie Verärgerung durch ihre grauen Augen, ehe sich ihre Mimik wieder völlig verschloss. Wie sollte sie da nur wieder raus kommen? Das konnte ja schonmal gar nichts werden. Nun zumindest war es gut zu wissen, dass er tatsächlich davon auszugehen schien, es ginge hier um so etwas primitives wie Nachhilfe - was hieß, dass er Nathalia offenbar keine anderweitigen Aktivitäten zutraute. Ein schmales Lächeln legte sich auf die Lippen der Brünetten, während sie leicht den Kopf schüttelte. "Oh nein - Nachhilfe brauche ich wahrlich nicht." Eigentlich müsste Tom das sogar mitbekommen haben, schließlich war sie nicht all zu selten einer der Klassenbesten. Vielleicht nie die Allerbeste. Aber dennoch oben mit bei und sowas sprach sich meistens doch irgendwo rum. Auch wenn man über sie eher selten in so schillernden Farben sprach wie über den Vertrauensschüler. "Ich arbeite an einen Trank, der sehr zeitempfindlich ist - so dass es sein könnte, dass ich nun noch einmal zu späterer Zeit durch die Gänge müsste und es wäre sehr schade, wenn die ganze Arbeit umsonst wäre, durch ein Aufhalten seitens eines Vertrauensschülers oder Professors." Nathalia gab sich nicht einmal Mühe sich besonders charmant oder kriecherisch zu benehmen. Von sowas hielt sie nicht viel und ihr Mitschüler erlebte das den ganzen Tag über, dass es ihn sicher zum Hals hinaus hängen musste. Außerdem glaubte sie durchaus, dass sie mit einem Funken Ehrlichkeit gegebenenfalls sogar eher etwas erreichen könnte.
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18.09.13 22:42 © Gast


fear of the dark.
I WILL KEEP QUIET YOU WON'T EVEN KNOW I'M HERE
YOU WON'T SUSPECT A THING YOU WON'T SEE ME IN THE MIRROR
BUT I CREPT INTO YOUR HEART.


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NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS · DUNGEONS.


Er verschränkte langsam die Arme vor der Brust, während sich der hoch gewachsene Körper unweit des Portraits zum Gemeinschaftsraum mit der Schulter gegen die kalte, mit Steinen bebaute Mauer sinken ließ. Ihm entging nicht, wie Nathalia offenbar ob seiner Annahme stockte und auch, wenn er ihre Verärgerung nicht sehen konnte, spürte er die aufkeimende Distanz, die sich wie eine kleine Schlucht plötzlich zwischen ihnen auftat. Vermutlich war auch das der Auslöser für die leise Überraschung auf seinen glatten Zügen, sowie die empor gezogenen Augenbrauen, welche sich bis zum Haaransatz reckten, als die Slytherin schließlich ohne Federlesen endlich mit der Sprache, aber vor allen Dingen mit der Wahrheit, heraus rückte.
Einen Atemzug lang wusste Tom nicht ganz, was ihn genau an Nathalias Entgegnung störte: der Ton,  den sie wählte und welcher für gerade ein solches Anliegen fehl am Platz war, oder eben die Dreistigkeit, die sie sich erlaubte, ihn überhaupt um eine derartige Sache zu bitten. Hatte er nicht wenige Momente zuvor noch deutlich erwähnt, dass es das erste und letzte Mal sein würde, dass er ihr diesen nächtlichen Ausflug zugestand? Riddles Lippen pressten sich auf einen schmalen Strich zusammen, wobei er kaum einen Hehl daraus machte zu verbergen, was er von der Waghalsigkeit der Brünetten hielt. "Wenn Du mich darum bittest, Dich zu decken - und Dir dabei auch noch meine Erlaubnis erschleichst, des Nachts dein Bett verlassen zu dürfen, um im Verbotenen Wald Unkraut zu jäten - gefährdest Du damit nicht nur Deinen eigenen Platz an dieser Schule, sondern meinen gleich mit."

Es war mehr eine Feststellung, keine wirkliche Anklage und doch schummelte sich in Toms Magengegend ein unbekanntes, unruhiges Gefühl der Klarheit und der Vorsicht: er war Vertrauensschüler, was bedeutete, dass er sich auch entsprechend wie einer verhalten musste. Und er war ebenso nicht in der Stimmung, sich bei Dippet heraus reden zu müssen, was es mit Nathalia Brown auf sich hatte, wenn das Mädchen unter Umständen erwischt wurde. Und wer garantierte ihm schon, dass sie ihn nicht vor den Lehrern anprangerte? Tom konnte es kaum riskieren, zurück in dieses hässliche, furchtbare Waisenhaus zu müssen - denn, wenn man ihn einmal aus der Schule warf, dann für immer. Und irgendwie war sich der Slytherin sicher, dass ein Albus Dumbledore diesen Moment gefeiert hätte. Seine Zunge fuhr gemächlich über die rauen Lippen, dann wandte er den Blick ab und starrte einen Atemzug lang stoisch auf den abgetretenen Fußboden, über den im Laufe der Jahrhunderte sicher mehr Schülerpaare gestolpert waren, als ein normaler Kopf fähig war zu zählen. Die Regeln alleine zu brechen war das eine, das war ein Abenteuer, das man selbst in Händen hielt - aber einer anderen Person eine Chance einräumen, für einen Preis wie diesen..?

"Wieso sollte ich das tun?", erwiderte Tom dann glatt und eine Spur zu kühl für sein sonst eher scheinbar sanftes und ruhiges Gemüt, das er als Maske für den Auftritt in der Öffentlichkeit längst perfektioniert hatte. Das dunkle Braun seiner Augen war im Schatten der entfernten Fackel beinahe Schwarz, indes sich sein Kiefer verhärtete und den Unmut, ja seine eigene Erbostheit über diese törichte Bitte, deutlich verkündete. "Ich sehe darin keinen Vorteil für mich, nachdem Du mir bereits eröffnet hast, dass Du mir nicht einmal verraten möchtest, wofür Du Kopf und Kragen riskierst." Der Vertrauensschüler schüttelte den Kopf, rückte dann das Buch unter seiner Achsel zurecht und rappelte sich wieder zu seiner vollkommenen Größe auf. Für ihn war das Gespräch damit eigentlich beendet; gab es einen Preis, den man ihm zahlen konnte um so ein Risiko zu rechtfertigen? Für Tom stand außer Frage, dass sein Platz an dieser Schule wichtiger war, wie die Bitte eines hysterischen Frauenzimmers, Neugierde hin oder her. Am Ende konnte davon mindestens ein Leben abhängen, wo seine Rage unvorstellbar wäre, würde man ihm die Macht nehmen zu zaubern - wegen einem Mädchen! "Es ist spät, ab zu Bett.", wechselte Riddle schließlich unelegant das Thema, warf dem Zugang zu ihrer gemeinsamen Domäne das Passwort vor die Füße und trat, wider aller guten Erziehung, voran.
Der Raum lag beinahe völlig düster da, die letzten Schüler waren sicher vor wenigen Stunden bereits schlafen gegangen, wo nur mehr die Glut im Kamin daran erinnerte, dass in dem dunklen Kerkerraum wenige Augenblicke zuvor noch Leben geherrscht haben musste.  
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19.09.13 15:33 © Gast

NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS | KERKER

Nathalia hätte es eigentlich wissen sollen, doch auch sie war nicht immer unfehlbar und so musste sie sich nun wohl oder übel den zweiten Vortrag dieses Abends anhören. Glaubte der Riddle tatsächlich, dass man sie fand, wenn sie das wollte? Das sie so töricht war und sich immer erwischen ließ? Das heute war nicht ihr erster nächtlicher Ausflug gewesen und bis heute hatte man sie noch nie dabei erwischt. Sie war keineswegs aufmüpfig oder besonders dumm - doch es gab Dinge, die ihr wichtig waren und ihre Tränke gehörten definitiv dazu. Würde das nicht nur viel zu viele Fragen aufwerfen, hätte sie sich auch sicherlich von Professor Slughorn die Erlaubnis eingeholt auch nach der Sperrstunde einmal nach ihren Tränken zu sehen - immerhin wusste dieser sehr wohl, wie wichtig es war, dass man die genauen Uhrzeiten für die Beigabe der Zutaten einhielt und würde das sicher auch verstehen. Aber dann müsste sie ihm erklären, an was sie dort arbeitete und womöglich würde das auch dem Zaubertrankprofessor nicht sonderlich gefallen. "Nun, dann nicht. So war die ebenfalls relativ unterkühlte Antwort der Slytherin, die wieder zu ihrer gewöhnlich wortkargen Art überging.

Im Grunde war es auch nur ein Versuch der Arbeitserleichterung gewesen. Eine Ablehnung durch den Vertrauensschüler würde sie wohl kaum in ihrem Tun aufhalten und genau genommen, war es ihr auch reichlich egal was Tom davon hielt. Im Gegensatz zu den meisten der anderen Schülerinnen, interessierte sie sich nicht wirklich für ihn und um noch weiter zu gehen hielt sie sich auch lieber von ihm fern. Dazu würde sie zweifelsfrei auch nun wieder übergehen, immerhin hatte auch er ihr kaum einen Anhaltspunkt geliefert, weshalb sie in ihrem bisherigen Verhalten etwas ändern sollte. Mehr noch hatte er sie darin bestärkt. "Eventuell hätte ich dich ja an den Ergebnissen meines Tuns teilhaben lassen - aber du hast Recht. Entschuldige meine Worte" Sanft glitten diese Worte über Lippen. Leise und ohne jegliche Farbe in ihnen. Nathalia hielt dieses Gespräch für beendet. Das war wohl kaum zu übersehen und als dann ihr Mitschüler, den Eingang des Gemeinschaftsraumes öffnete, sah sie dies als Einladung ihm zu entgehen. Nach ihm betrat sie den Raum und als sie neben ihm kurz zu stehen kaum, nickte sie höflich. "Dann gute Nacht", verließ es ohne jegliche Freundlichkeit ihre Lippen.
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19.09.13 21:33 © Gast


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NATHALIA &&. TOM
MIDNIGHT &&. 02.03.1943
HOGWARTS · DUNGEONS.


Es gab nicht viele Dinge, die Tom wirklich provozieren konnten - aber Respektlosigkeit gehörte definitiv dazu. Und wie er Nathalia Brown nach und nach einschätzte, besaß sie eine gehörige Portion davon, gepaart mit einer Arroganz, die einer Frau in ihrem Alter nicht gut tat. Frau? Nein; Riddle korrigierte sich, während er der Brünetten auf halben Weg zum Zugang der Jungenschlafsäle noch einmal das Profil zukehrte, um sie flüchtig im matten Licht des Gemeinschaftsraums zu mustern.
Nathalia war nicht älter als er, älter als kaum jemand in diesem Schloss, der noch die Schulbank drückte. Es war verwerflich von ihr als Frau zu denken, wo sie sich verhielt wie ein kleines Mädchen. Beinahe bereute er seine Entscheidung, ihr den Gefallen erwiesen zu haben sie nicht sofort postwendend zu Slughorn gebracht zu haben. Aber gut - verwirkt, war verwirkt und wie er die Slytherin einschätzte, würde eine nächste Chance für den Vertrauensschüler, sie auf frischer Tat in den Gängen zu ertappen, wenn sie eigentlich im Bett liegen sollte, nicht lange auf sich warten lassen. Bedauernswert, dass seine Gegenüber sich nicht einmal die Mühe gab, einen einigermaßen ordentlichen Eindruck zu erwecken - und ebenso offenbarend nun, warum niemand etwas mit ihr zu tun haben wollte. Tom schnalzte leise mit der Zunge. Zwar betrachtete er sich selbst nicht als der geselligste Schüler in der Klasse, wo er die Stille bevorzugte und jedes Buch besser fand, als eine Konversation über Quidditch oder politischen Geschichten, an denen man sowieso nichts ändern konnte; doch immerhin war es ihm wert, dass niemand sah was er dachte, sah was er nicht wollte und sie einfach den charmanten Kerl akzeptierten, der scheinbar keiner Fliege was zu Leide getan hätte.

"Ich bin kein Freund von Eventualitäten", reagierte Riddle noch müde, die Stimme soweit gesenkt, dass sie kaum im Raum verhallte. "Eine Eventualität ist nichts, worauf ich mich verlassen kann und nichts, was den Wert deiner Forderung rechtfertigen würde." Sein Kopf fiel ein wenig zur Seite, sodass sich eine Strähne aus seinem Haar löste und ein wenig penetrant seine Schläfe kitzelte. Es war Zeit, das Gespräch einen Hauch komplizierter zu gestalten, als es eigentlich war - und so zuckte der Vertrauensschüler die Schultern. "Im Grunde interessiert es mich nicht, was du braust oder was du unabhängig deiner Schulprojekte sonst für Schabernack treibst." Toms Mundwinkel zuckte lieblos, wohlweisslich, dass er nicht einmal log. Nicht direkt. Er mochte neugierig sein, doch es machte wahrscheinlich keinen Unterschied, ob er Nathalias Geheimnis kannte, oder nicht. "Ich wollte lediglich nett sein. Ich hätte auch andere Saiten aufziehen können, denn für gewöhnlich mache ich mir nicht die Mühe, ein Auge zuzudrücken." Der Vertrauensschüler erweckte den Anschein, kurz zu überlegen, hob dann allerdings nur abermals die Schultern. "Außerdem ist es ein furchtbares Gefühl, sein eigenes Haus bestrafen zu müssen." Nun lächelte er doch, fast spitzbübisch, obgleich die Mimik seine Augen nicht erreichte; indes beschlich ihn der seltsame Drang, etwas mehr über die Slytherin herauszufinden, wo er bemekte, dass er sie tatsächlich, nach all der Zeit in der sie zusammen zur Schule gegangen waren, eigentlich nicht kannte.
Er hatte nicht einmal wirklich erkannt, dass sie freilich keine Nachhilfe brauchte und generell einen guten Eindruck im Unterricht hinterließ. Sie war ihm schlichtweg nicht aufgefallen.

Um der Brünetten allerdings auf die Schliche zu kommen, musste man kein Genie sein; er brauchte weder ihre Erlaubnis, noch ihre wohlgesonnene Art (von der sie augenscheinlich nicht viel besaß), damit er das Geheimnis um ihre Person lüften konnte. Nicht zuletzt kannte sich Tom auf Hogwarts zwischen Geheimgängen und Wandteppichen besser aus wie kaum ein anderer und unabhängig davon besaß er nicht genügend Scham oder Gewissen, um sich davon abbringen zu lassen, herauszufinden was er wollte.
So erwiderte Tom die distanzierte Geste seiner Gegenüber mit dem Anflug einer steifen Verbeugung, einem flüchtigen Kopfschütteln und einem nicht minder aufgesetzten "Gute Nacht", bevor er sich wieder auf den Weg machte und hinter der schweren, vom Alter gezeichneten Türe in den Untiefen der Schlafsäle verschwand, den immerwährenden Spuk von Drachenzüchtern im Hinterkopf, sowie ein mahnendes Wort an sich selbst, nie auf die Idee zu kommen, sich einen Babydrachen zu kaufen.

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