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 War Of Feelings

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06.07.13 23:10 © Gast

Nach und nach füllte sich der Klassenraum im dritten Stockwerk. Grim blickte auf seine Uhr. 10 Uhr und 29 Minuten. Er war pünktlich wie immer. Er nahm das allgemeine gemurmel seiner Mitschüler wahr und sah abgeneigt zu wie sich Gryffindors an Tische setzten, welche sich in der Nähe seines favorisierten Tisches befanden. Wie dem auch sei, sie würden ohnehin in seinem Schatten verweilen, während er Hauspunkte für Slytherin gewann.
Noch einmal ging er innerlich alles durch: Hausaufgaben, erledigt. Unterricht vorbereitet, erledigt. Ein neues Tintenfaß eingepackt, erledigt. Nun, da er zufrieden war, begab sie der junge Lestrange trotz der Präsenz jener primitiven Gryffindors, zu seinem „favorisierten“ Tisch und setzte sich. Er nahm seine Sachen aus seiner Tasche und legte diese auf den Tisch vor sich und begann in einem Buch zu lesen. Ungeduld stieg in ihm auf. Nach wie vor hatten sich nicht alle Kursteilnehmer auf ihren Plätzen eingefunden und der Professor war auch noch nicht eingetroffen.
Immerhin gab ihm das umso mehr Zeit sich in seine Lektüre zu vertiefen, welche von seinem Lieblingsthema handelte, den dunklen Künsten. Er hatte den Buchumschlag mit einem Zauber ausgetauscht sodass niemand sehen würde, welches Buch er las und er ging felsenfest davon aus, das es ohnehin niemanden interessierte und vor allem das niemand so töricht war ihm direkt in sein Buch zu schauen.
Kurz hebte er seinen Kopf und lies seinen Blick durch das Klassenzimmer schweifen. Er begutachtete die Architektur des Raumes musste jedoch feststellen das dieser Raum genauso aus sah wie die meisten anderen Klassenräume in Hogwarts. Dann bemerkte er einige Krümel auf seinem Tisch, welche er schnell beseitigte und anschließend sein Buch schloss und wieder in seiner Tasche verstaute. Nun saß er da, gerade sitzend und wartend, darauf das der Unterricht endlich beginnt und er nicht weiter umsonst vor den Gryffindors verweilen muss, allein an einem Tisch.
Dann sah er ein letztes Mal zur Tür und dort kam er. Niemand geringeres als Ryou Hikari. Grimoald bewunderte Ryou. Er war so interessant. Diese Persönlichkeiten die er in sich trug. Wie gern würde Grimoald dieser Magie auf den Grund gehen. Überhaupt hatte Ryou eine Aura die Grimoald immer wieder faszinierte und es schaffte von anderen Mädchen abzulassen, welche ihn gerade anstarrte, anhimmelten oder ihm Liebesbekundungen zukommen ließen.
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07.07.13 10:52 © Gast


Hastig waren die Sachen in seine Tasche gepackt. Feder, Tinte, passendes Papier, die Bücher. Moment – wo waren die Hausaufgaben? Fluchend wirbelte Ryou herum. Wo hatte er diese verdammten Hausaufgaben denn jetzt bitte hingelegt? So unordentlich war er doch nicht sondern nur seine andere Seite. Diese lag fast schon gelangweilt auf dem Bett und warf ihm einen abschätzenden Blick zu. Etwas, worauf Ryou nicht einging. Sollte der Ägypter doch ruhig bleiben, er würde sich dann ja einfach verkriechen wenn es Ärger geben würde. Und er selbst würde das ganze wieder ausbaden müssen. Eine Tatsache, auf die der Engländer mal so gar keine Lust hatte. Wenn er jetzt noch genug Zeit hätte, hätte er die Hausaufgaben in Ruhe suchen können, hätte in Ruhe überlegen könne, wo er – oder Bakura – sie zum Schluss hingelegt hatten. Aber da die Zeit in genau diesem Moment sein größter Feind war, konnte er darauf nun wohl mal so gar nicht zählen. Etwas, was Ryou so gar nicht leiden konnte. Wenn Bakura in seiner Unordnung auskam, sollte es dem schwarzhaarigen nur Recht sein. Aber sich an seine Schulsachen zu vergreifen und sie durcheinander zu bringen war eine einfache Frechheit. „Es sind immer noch unsere Schulsachen, Darling.“ Wütend fuhr Ryou zu dem ehemaligen Ägypter herum, funkelte ihn voller Abscheu an. Ja, im Moment war er überhaupt nicht gut auf sein früheres Ich zu sprechen. „Wenn ich wegen dir Ärger bekomme, darfst DU die Strafe gerne absitzen...“ Mit diesen Worten schnappte er sich seine Tasche und verließ den Schlafsaal; Bakura immer im Schlepptau. Eine andere Wahl hatten sie beide ja nicht, denn Ryou hatte keine Lust die Kette um seinen Hals abzulegen und somit sich von der Seele des ehemaligen Ägypters zu befreien. Nein, die Leere würde er noch weniger ertragen. Auf Bakuras Grummeln ging er nicht ein. Stattdessen rannte er schon fast durch die Flure, versuchte rechtzeitig noch den dritten Stock und vor allem das Klassenzimmer für alte Runen zu erreichen. Wenn er schon keine Hausaufgaben vorweisen konnte – eine Tatsache, die man noch irgendwie überspielen könnte – sollte er wenigstens pünktlich erscheinen und nicht erst nach dem Lehrer durch die Tür zum Raum treten.
Endlich hatte er sein Ziel erreicht. Kurz ließ Ryou seinen Blick durch den Raum gleiten. Erleichterung durchströmte jede Faser seines Körpers als er den Lehrer noch nirgendwo entdeckte. Da auch noch die Mehrheit der Schüler fehlte, ging er einmal stark davon aus, dass der Unterricht auch noch nicht ansatzweise begonnen hatte. Erschöpft vom Rennen stützte er sich einen Moment auf seinen Oberschenkeln ab, versuchte sich und seinen Herzschlag zu beruhigen. Bakura neben ihm war die Ruhe selbst, lehnte sich entspannt gegen den Türrahmen. Kurz warf Ryou ihm einen Blick zu; zwar nicht mehr allzu wütend, aber immer noch gereizt. „Wir sehen uns beim Mittagessen...“, zischte er leise und wartete darauf, dass der ehemalige Ägypter den Wink verstand. Bakura gab nur ein Seufzen von sich, tat aber wie ihm befohlen. Sie beide schienen nicht gerade große Lust auf einen Streit zu haben. Zwar war Ryou es langsam gewöhnt, dass man ihm komische Blicke zuwarf, aber im Moment konnte er darauf sehr gut verzichten. So strich er nur einmal sanft über die Kette um seinen Hals, ehe er sie wieder sinken ließ und auf seinen Platz zuging. Da Leonie diesen Kurs nicht besuchte, hatte es damals niemanden gegeben, an den er sich hatte halten können. So war die Wahl seines Platzes eher zufällig auf einen Slytherin gefallen. Da der junge Hikari an sich nichts gegen andere Häuser hatte, störte ihn das herzlich wenig. Da auch von der anderen Seite bis jetzt noch keine Stichelei gekommen war, hatte er auch keine Probleme auf dem Platz zu sitzen – meistens zumindest. Aber im Moment wäre er doch am liebsten wieder geflohen.
Grimoald Lestrange, der Slytherin neben ihm, beobachtete ihn gerade. An sich war es ja wie gesagt für den Engländer nichts neues. Es war eher die Art, wie der Schlangenjunge ihn beobachtete; nicht zum ersten Mal. Jedoch versuchte Ryou sich nicht einschüchtern zu lassen und nahm seinen Platz links außen von Reihe ein, nickte seinem Nachbarn kurz zu. Ein kleines Lächeln umspielte sogar seine Lippen. In der ganzen Zeit waren sich die beiden noch nicht an die Kehle gesprungen, sprühten auch sonst keine Funken von Feindschaft aus. Dennoch war Ryou auf der Hut, wollte nicht zu freundlich und offen sein. Eine Eigenschaft, die er sich aus der Zeit im Waisenhaus angeeignet hatte. „Morgen.“, murmelte er leise in Richtung von Grimoald und machte sich dann daran, seine Sachen auf den Tisch zu stellen.
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08.07.13 14:24 © Gast

„Morgen.“ . Grim der seinen Blick nur kurzzeitig abwenden konnte von diesem faszinierenden Magier, welcher für gewöhnlich neben ihm zu sitzen pflegte, war sofort wieder gezwungen diesen anzusehen, um seinen Morgengruß zu erwidern. ,,Guten Morgen Mister Hikari“. Seine gute Erziehung verlangte, sie zwang ihn gerade zu Ryous Gruß zu erwidern.
Er hielt Ryou für intelligent, sehr sogar. Vermutlich dachte sich Ryou aber, dass Grim nur ein weiterer „Gaffer“ war, der bloß wissen wollte wie es sich „anfühlt“ und so weiter. Allerdings hätte er Ryou auch als Freund nicht abgewiesen. Immerhin schien er sympathisch, obwohl Grimoald nicht viel über ihn wusste, da er eigentlich mehr Zeit mit anderen Slytherin und Mädchen verbrachte. Letzteres begann allmählich ihn zu nerven.
Noch immer war keine Spur des Professors zu sehen. Der junge Slytherin wurde unruhig. Unpünktlichkeit war wie eine Todsünde für ihn, dazu kamen die Gryffindors hinter ihm, welche sich allem anschein nach über ihn lustig zu machen schienen. Er seufzte schwer und versuchte die Beherrschung nicht zu verlieren und sich stattdessen auf den bevorstehenden Unterricht zu konzentrieren, obwohl dieser noch nicht einmal begonnen hatte.
Nun hatte sich jener Ravenclaw neben ihn gesetzt. In Partnerarbeiten waren sie ein gänzlich ungeschlagenes Team gewesen, aber jenseits des Klassenraums existierte dieses „Team“ nicht. Es war schwer zu sagen, ob es einer der beiden bereute. Bis dato hatte stehts etwas zwischen ihnen gestanden, sie waren verschlossen zueinander gewesen. Immerhin ging Grim mit jeder Bekannschaft äußerst bedächtig um. Er wollte sie nicht in sich hineinblicken lassen, da es den Meisten so oder so einen riesen Schreck beschert hätte.
Erneut wandte er seinen Blick vom jungen Ravenclaw zu seiner Rechten ab, strich über das dunkle Holz der Tischplatte und bemühte sich den Professor zu entdecken, welcher endlich den Unterricht anfangen würde und somit das Spiel für den jungen Lestrange eröffnen würde.
Nichtsdestotrotz gingen ihm verschiedene Themen durch den Kopf. Fragen über Fragen. Mittlerweile interessierten ihn mehr Dinge an dem jungen Ravenclaw als die bloße Tatsache das er in einem Körper mit zwei Seelen lebte. Hikari. Das war kein gewöhnlicher englischer Name, dennoch war sich Grim sicher, das Ryou Engländer sein musste. War er reinblütig? Hatte er etwa so viele Wochen mit einem Schlammblut zusammen gearbeitet? Nein! Das hätte er garantiert bemerkt, immerhin wusste er wie jene tickten. Das gute daran wäre gewesen das es immerhin noch ein Junge gewesen war und kein Mädchen, welches ihn sicherlich die ganzen Stunden angestarrt hätte.

Obgleich er sich einige Fragen überlegt hatte, wagte er es nicht eine davon zu stellen. Stattdessen versuchte er sich vorerst auf Standardfragen zu beschränken, welche Ryou mittlerweile hätte erwarten können.
,,Und haben Sie die Übersetzung angefertigt?“, fragte er höflich und tief in ihm hoffte er, dass es Ryou getan hatte. Er wollte sich das gute Bild über seinen Sitznachbarn bewahren und es nicht von Faulheit erschüttern lassen.
Just in diesem Moment trat der Professor in die Klasse und Grim blickte hastig auf, um seiner Erlösung entgegen zu sehen.
,,Guten Morgen. Verzeiht mir bitte die Verspätung und lasst und nun schnell beginnen!“.
Das klang wie Musik in Grimoald's Ohren. Endlich begann der Unterricht und er war übermäßig erpicht darauf seinen Aufsatz vorlesen zu dürfen.
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08.07.13 15:31 © Gast


Als sein morgendlicher Gruß erwidert wurde, atmete der junge Ravenclaw erleichtert auf. Irgendwie hatte er sich immer noch nicht daran gewöhnt, dass sein Nachbar seine Begrüßung erwiderte; so freundlich erwiderte. Höflichkeitsformeln hin oder her. Nein, es wollte einfach nicht in seinen Kopf passen, dass der Slytherin so ansatzweise nett zu ihm war, dass sie beide so super miteinander auskamen; ohne verachtende Blicke, ohne Spott oder gar Hass. Zwar war Ryou niemand, der etwas gegen diese ganze Häusersache hatte – Bakura sah das da dann doch ab und an ein wenig anders -, dennoch war er 'nur' ein Adler. Zwar hatte sein Haus immer noch ein besseres Ansehen bei den Schlangen als die Löwen, zumindest wenn er den Worten von Leonie Glauben schenken konnte. Aber schon die Art, wie anscheinend Grimoald auf die Gesellschaft der Schüler aus Gryffindor reagierte, soweit er das aus den Augenwinkeln beurteilen konnte, sprach genug Bände für sich. Ja, anscheinend waren die beiden Häuser Slytherin und Gryffindor alles andere als gut aufeinander zu sprechen. Wieso konnte Ryou sich einfach nicht erklären. Für ihn war jeder Magier gleich. Ihn interessierte es ebenso wenig, ob einer nun ein sogenannter Reinblut, zur Hälfte ein Muggle in sich hatte oder ganz von denen abstammte. Vor allem wusste er ja nicht einmal, was er selbst nun war. Laut dem sprechenden Hut floss reines Magierblut durch seine Adern. Aber stimmte das? Für einen Moment nahmen Ryous braune Augen einen traurigen Ausdruck an und er verharrte in der Bewegung, seine Sachen richtig zu ordnen, damit er im Unterricht gleich richtig und blind danach greifen konnte. Nico war so etwas wie sein Vater, aber eben nicht leiblich. Er kannte nichts über seine Eltern, wusste nichts von ihnen. Nicht wo sie herkamen, nicht wie sie hießen – gar nichts. Eigentlich hatte er innerlich sich damit abgefunden, hatte es einfach so hingenommen. Alleine schon, weil Nico der beste Vaterersatz gewesen war, den er hatte kriegen können. Ja, Nico hatte ihm die Liebe gegeben, die sicherlich auch ein leibliches Kind erhalten hätte. Zudem gab es da ja auch noch Leonies Familie. Ja, die Rockbells hatten ihn so aufgenommen, als wäre er das vierte Kind und nicht einfach der Nachbarjunge. Was hätte sich das ehemalige Waisenkind mehr wünschen können? Nicht zu vergessen war da auch noch Bakura. So sehr es Momente wie den vorhin gab, wo er sein früheres Ich gerne ein die Wand donnern würde, oder sich ganz von ihn trennen wollte, so sehr brauchte er ihn. Denn Bakura war so etwas wie sein großer Bruder, sein bester Freund. Sie waren ein Herz und eine Seele – im wahrsten Sinne des Wortes; irgendwo zumindest. Ein leises Seufzen entwich seinen Lippen. Es war kompliziert zwischen ihnen beiden, aber zwischen echten Geschwistern würde es bestimmt nicht besser sein. Nein, so sehr Ryou Bakura am liebsten hassen würde, so sehr brauchte er ihn.
Die Worte des Slytherinjungen rissen den schwarzhaarigen Engländer aus seinen Gedanken, sodass er kurz kaum merklich zusammen zuckte und einen kleinen Moment brauchte um die genannten Worte zu realisieren. „Natürlich habe ich sie angefertigt. Warten Sie....“ Mit diesen Worten griff er nach seiner Tasche um die restlichen Unterlagen hervor zu holen, die er noch brauchte. Angefertigt hatte er es wirklich, keine Frage. Nur war die Frage, ob er es nicht doch durch Zufall in der Eile mit eingepackt hatte. Wenn nicht – oder es sogar ganz weg war – würde Bakura noch seine Stammpredigt bekommen. Als wenn der ehemalige Ägypter diese Worte verstanden hätte, erwärmte  sich die Kette um Ryous Hals ein wenig, sodass der 16-jährige Adler einmal danach griff, sie einen kurzen Moment festhielt. Bakura erschien nicht, hielt sich weiterhin brav bedeckt. Dennoch konnte Ryou seine Anwesenheit spüren. Nicht gerade verwunderlich, wenn man bedachte, wie eng sich die beiden standen. Schnell ließ er sein die Kette, oder eher den Anhänger, wieder los und durchblätterte seine Unterlagen. Bei Merlin, war das denn zu glauben? Erleichterung durchströmte den jungen Zauberer. Er hatte es doch gefunden, hatte es also doch eingesteckt.
So, als wäre nichts gewesen, schob er es zwischen sich und Grimoald. „Hier, Mister Lestrange. Die angefertigte Übersetzung.“ Ryou versuchte seine Erleichterung zu überspielen, versuchte seine eben noch gehabte Angst zu verbergen. Genau in diesem Moment erschien der Lehrer im Klassenzimmer. Sofort wendete sich Ryou ihm zu, entspannter als noch vor ein paar Minuten. Jetzt brauchte er keine Angst mehr vor einer Strafe zu haben, denn so schlecht würde sein Aufsatz schon nicht sein.
Fast schon ein wenig gelangweilt saß er da, versuchte dennoch dem Unterricht zu lauschen. Er hatte kein wirkliches Interesse daran seinen Aufsatz vorzulesen, auch wenn es sicher Punkte für sein Haus bringen würde. Er hasste es vorzulesen, gab lieber alles ab. Ja, im schriftlichen war er super, auch im Arbeiten während der Stunde. Nur das mündliche Vortragen war nicht seine Stärke. Diesen Part übernahm sonst Bakura. Den allerdings hatte er ja bis zum Mittagessen dazu verdonnert ihm den Körper zu überlassen – ganz toll.
Nach ein paar Vergleichen gab der Lehrer dann endlich das Zeichen dazu, wieder im Unterricht zu übersetzen und die Ergebnisse am Ende der Stunde zusammen zu tragen. Also hieß es wieder, dass er selber mit dem Slytherin neben sich Teamarbeit machen musste – wie alle hier. „Bereit, Mister Lestrange?“, wendete er sich auch nun jenen zu. Offen genug, aber auch nicht mit zu großer Klappe. Eben, wie er im Herzen noch war: der nicht mehr ganz so schüchterne Waisenjunge.
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08.07.13 23:02 © Gast

„Natürlich habe ich sie angefertigt. Warten Sie....“. Der junge Slytherin fand es merkwürdig, das Ryou sich scheinbar ihm verpflichtet fühlte. Immerhin war Grim weder ein Lehrer noch Vertrauensschüler, weswegen er ihm keinerlei seine Hausaufgaben zeigen musste. Es hatte ihn jediglich interessiert was Ryou wie übersetzt hatte und wollte es mit seiner Übersetzung abgleichen, um eventuell bei sich das ein oder andere Wort anders zu übersetzen oder seinem Tischnachbarn einen Tipp zu geben. Es war wie verhext. Grimoald Lestrange. Ein ausgezeichneter Schüler, der niemandem half, da er der festen Überzeugung war -Jeder ist seines Glückes Schmied- und in diesem Fall guter Schulnoten. Trotzdem lag ihm Ryou irgendwie am Herzen. Ein Ravenclaw. Nun ja sie waren allgemein dafür bekannt sehr intelligent zu sein und da sich ihre Beziehung nur auf den Unterricht beschränkte, gab es auch nichts weiter worüber sich Grim hätte Sorgen machen müssen. Dennoch war seine einzige Reaktion auf diese unterwürfige und für Grims Geschmack fast erbärmliche Aussage Ryou's, dass er ihn seltsam anschaute als sei er vom Glauben abgefallen. Er fand, dass Ryou sich etwas sicherer präsentieren sollte. Ein einfaches „Ja“ hätte es auch getan, dachte er sich, während er weiterhin den Rücken des jungen Ravenclaws betrachtete, welcher in seiner Tasche nach jener Übersetzung suchte, die für den heutigen Unterricht verlangt worden war.
Plötzlich befand sich dann nach einigen Minuten die Übersetzungen auf dem dunklen, massiven Eichentisch.
„Hier, Mister Lestrange. Die angefertigte Übersetzung.“
Ein weiteres Mal kam sich Grim vor wie eine Autoritätsperson, welcher Ryou zur Rechenschaft verpflichtet war. Jedoch bevor er sich die Übersetzung genauer ansehen konnte war der Professor schon ins Klassenzimmer getreten und hatte endlich den Unterricht begonnen. Für einen Moment vergaß er alles um sich herum und konzentrierte sich weniger auf seinen Sitznachbarn als auf den Unterricht, hatte jedoch das Gefühl das seine Motivation seine Übersetzung vorzulesen nicht geteilt wurden.
,,Wer von euch möchte seine Übersetzung vorlesen?“. In diesem Moment befanden sich nur einige wenige Finger hoch in der Luft. Neben Grimoalds der von Tom Riddle und den anderen Slytherins. Der Professor versuchte diese zunächst zu übersehen. Als hätten alle anderen aufgezeigt, schaute er jeden einzelnen Schüler einige Sekunden erwartungsvoll an, musste jedoch nach weiteren fünf Minuten feststellen, dass es keine Alternative zu den jungen Slytherins gab. Grim machte noch einmal einen kleinen Satz um seinen Arm auf das Maximum zu dehnen und endlich fasste sich der Professor ein Herz. ,,Mister Lestrange, bitte“
Also fing der junge Lestrange an seine Übersetzung vorzulesen. Es war ein Dokument der Druiden. Nicht ganz einfach, aber was erwartete man i, 6. Schuljahr? Auch das Leben in Hogwarts war kein Ponyhof. Es handelte sich um einen Text aus dem Handbuch eines Druiden. Ein Rezept zur Herstellung einer Heilsalbe. Vermutlich hatten die Meisten einfach in der Bibliothek nach dem Rezept gesucht, es abgeschrieben und deswegen nun Angst einfach das Rezept vorzulesen. Der braunhaarige Slytherin allerdings hatte sich bemüht und einige Stunden im Gemeinschaftsraum damit verbracht den Text so detailgetreu wie möglich zu übersetzen. Er hatte nichts gegessen und stets darauf geachtet das er ordentlich geschrieben hatte, ansonsten hätte er neu angefangen, solange bis es ihm perfekt gepasst hätte. Während seiner ganzen Übersetzung bewegte er sich keinen Millimeter von seiner kerzengeraden Sitzposition. Er hatte alles um sich herum vergessen und lebte den Text quasi. Nachdem er Punkte für Slytherin bekommen hatte und der Professor seinen Lehrervortrag beendet hatte, teilte er Texte für eine Übersetzung aus, die bis zum Ende der Stunde fertig sein sollte. Wahlweise konnten sich zu zweit arbeiten und Grim ahnte was jetzt kommen würde.
„Bereit, Mister Lestrange?“. Anstatt Ryou eine klare Antwort zu geben, murmelte Grimoald nur etwas und packte sich schnell seine Bücher, etwas Pergament, seine Tinte und seinen Federkiel. Ehe sich der Ravenclaw versah, hatte Grim ihm ebenfalls etwas Pergament vorgelegt und sein Tintenfaß stand in der Mitte der Beiden. Er hatte nicht vor Zeit zu verlieren und hatte bereits angefangen den Text zu lesen. Die Runen. Er fuhr mit seinen Augen diese Linie nach.
Diese unglaublich tollen Linien, welche Zeichen und somit eine gesamte eigene Sprache ergaben. Er machte sich erste innere Notizen und dann wartete er bis sein Nachbar den Text gelesen hatte. Er beobachtete Ryou genau und empfand ein merkwürdiges Gefühl dabei, welches er versuchte abzuschütteln, da es sicherlich für ein gutes Ergebnis nicht förderlich gewesen wäre. Er versuchte sich abzulenken, indem er mit seinem Federkiel spielte und andere Schüler beobachteten, welche bereits vertieft auf ihrem Pergament herum kritzelten. Einzig und allein Tom schien die Ruhe selbst. Er war auch ein brillanter Schüler und so etwas konnte auch ihn nicht aus der Ruhe bringen.
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23.07.13 20:16 © Gast


Manchmal hatte Ryou das Gefühl, mehr oder weniger Eigenschaften seines früheren Ichs anzunehmen. Nicht, weil Bakura ihn dazu drängte oder ähnliches, sondern weil es eine unvermeidliche Folge davon war, dass sie beide zusammen in einem Körper wohnten. Es waren nicht viele Dinge, die er von dem ehemaligen Ägypter hatte – davon abgesehen hatte Bakura auch sicher Eigenschaften von ihm übernommen, nur war er geschickter darin es zumindest ihm, Ryou, nicht zu zeigen -, dennoch waren sie da. Es war nicht so, dass er früher mit Leib und Seele dabei gewesen wäre in der Schule, dennoch hatte er alte Runen geliebt, dieses Fach gerne gemocht. Auch während die Hausaufgaben vorgelesen wurden, war er sonst immer ein total aufmerksamer Schüler gewesen. Und nun? Er nahm es kaum wahr, wie er in die gelangweilte Haltung ging und mit ebenso gelangweilten Blick den Lehrer beobachtete, der schon verzweifelt versuchte jemand anders zu finden als die Person, die neben dem jungen Ravenclaw saß und eine gefühlte Ewigkeit lang schon den Finger in der Luft hielt, den Arm dabei durchgestreckt. Selbst in seiner motiviertesten Zeit hatte der junge Hikari das nicht gemacht, dafür war er immer zu schüchtern gewesen. Auch heute tat er es nicht, jedoch eher aus Unlust als aus Schüchternheit. Alleine schon die Vorstellung, seinen Arm heben zu müssen, obwohl es so, die Arme verschränkt und den Kopf darauf abgestützt, viel bequemer war, dämpfte die Lust des schwarzhaarigen gewaltig.
Nur mit halben Ohr lauschte er dem Vortrag seines Sitznachbarn. Zum einen, weil er bis eben irgendwie in seiner eigenen Gedanken versunken gewesen war und wie abwesend einen Punkt hinter dem Lehrer an der Wand fixiert hatte. Zum anderen weil das Lachen auf der linken Seite neben ihm eher seine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. „Hatte ich dir nicht gesagt, du solltest in der Kette bleiben?“, zischte er so leise wie möglich, damit er Grimoald nicht bei seinem Vortrag störte und auch sonst niemand in der Klasse auf ihn aufmerksam wurde. Ryou wusste, dass die anderen ihn für verrückt und durchgedreht hielten, alleine schon weil Leonie seine beste Freundin war. Dennoch hatte er keine Lust gerade deswegen negativ aufzufallen. Bakura allerdings schien die Sorge seines heutigen Ichs nicht zu stören. Auf das Zischen Seiten Ryous kam nur ein Lachen des Geistes zurück, welches wiederum von einem bösen Blick bestraft wurde, den der ehemalige Ägypter mal eben einfach so ignorierte. Wie gerne hätte Ryou den anderen ebenfalls wieder wie Luft behandelt, ihn einfach so ausblenden können wie alle anderen Schüler, welche niemals Notiz von dem alten Geist nahmen. Nicht einmal der durchgedrehte Professor vor ihm. „Du weißt schon, Kleiner, dass du der einzige bist der mich sehen kann?“ „Ich weiß“, kam die bissige Antwort zurück. Wieder ein Lachen von Seitens Bakura. Fand der es etwa lustig, seinem heutigen Ich so auf die Nerven zu gehen? „Verschwinde wieder....“, gab Ryou leise von sich, rechnete aber nicht damit, dass der andere hören würde. Umso verwunderter war er, dass Bakura wirklich sich wieder zurück zog; schweigend und ohne etwas zu sagen.
So wendete er seine Aufmerksamkeit wieder dem Unterricht zu. Gerade rechtzeitig um die Aufgabe zu hören und sich aus Gewohnheit zu dem Slytherin umzudrehen. Auf seine Worte hin kam von der Schlange nur ein Grummeln, ehe jener sich schon auf die Arbeit stürzte. Ein wenig verwundert schaute der Adler drein, als man ihm Pergament vorlegte und das Tintenfass in der Mitte stand. So musste er nur noch seine eigene Feder nehmen, alles andere hatte der Junge aus Slytherin ihm schon hingestellt. „Danke“, brachte er leise hervor, ehe er ebenfalls anfing, sich der Übersetzung der Runen zuzuwenden. Normalerweise hatte er Bakura an seiner Seite, der ihm ein wenig Hilfe gab, doch die Blöße geben und den Geist rufen würde Ryou sich nicht. Irgendwie musste es auch alleine gehen. Kurz wanderten seine braunen Augen über die Zeichen, während in seinem Kopf die Synapsen versuchten eine Lösung dafür zu finden. Erst dann begann seine Hand mit der Feder wie schwebend über das Pergament zu fliegen und dort die Übersetzung zu verewigen. Er konnte den Blick spüren, der auf ihn ruhte – und irgendwo machte es ihn verdammt nervös, Ryou konnte jedoch nicht erklären wieso -, dennoch versuchte er ruhig zu bleiben und sich völlig auf die Übersetzung zu konzentrieren. So wie immer. Auch wenn es gerade nicht so aussah, waren Grimoald und er ein gutes Team, ergänzten sich gut, radierten die Fehler des anderen aus.
Nach einer Weile ließ Ryou die Feder sinken, überflog noch einmal seinen eigenen Text, ehe er zufrieden nickend ihm seinen Nachbarn zuschob. „Was hältst du davon? Geht das?“ Fragend hob er eine Augenbraue und sah den anderen abwartend an.
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