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12.04.13 15:30 © Gast



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Jace Trancy & Gwyneth Ishtar | 1. September 1942 | Hogwartsexpress




Eine Freundschaft kann so unterschiedlich sein, meistens wird sie aber offen gezeigt. Doch was, wenn eine Freundschaft eher unfreiwillig entstand? Wenn man sich hasst und gleichzeitig mag? Was, wenn Freund gleichzeitig Feind ist?

Ein letztes Mal berührte sie seine Wange. Ein letztes Mal für die nächsten Monate. Um genau zu sein für die nächsten vier Monate. Bis Weihnachten würde sie ihn nicht mehr sehen, würde nichts von ihm hören. Ihre sonst so kalte Maske war einer traurigen Mimik gewesen, ihre Stimme sanft, ruhig, als sie auf ihn einredete, ihn versuchte Mut zu machen. Gwyneth wusste, dass ihre Stimme das einzige war, was ihn beruhigen konnte. Nicht einmal ihre Hände, die auf seinen kleinen Schultern lagen, konnten etwas ausrichten. Jedes Jahr war es das gleiche Spiel, welches sie beide spielten. Jedes Jahr aufs Neue standen sie hier – wobei sie eher kniete – und erlebten diese Szene immer wieder von vorne. Und wie jedes Jahr hatte die braunhaarige Slytherin das Gefühl, als würde ihr kleiner Bruder direkt durch sie hindurch sehen. An sich ein absurder Gedanke, immerhin hatte Ryou vor sieben Jahren sein Augenlicht verloren. Vielleicht können seine Augen nicht mehr so gut sehen, sein Herz dafür umso besser… Und sein Herz hatte verstanden, dass seine Schwester fort ging – wie jedes Jahr. Sanft drückte Gwyneth den Jungen an sich, gab ihm einen Kuss auf seine rotbraunen Haare, ehe sie aufstand, ihren Koffer nahm und zum Zug rannte. Wenn sie jetzt noch länger bleiben würde, würde sie durchdrehen. Außerdem würde Ryou ihr verzeihen, da war sie sich sicher. Ja, er würde ihr verzeihen. Und bis Weihnachten würden sie beide es überstehen voneinander getrennt zu sein – irgendwie.
Kaum hatten sich die Zug Türen hinter ihr geschlossen, war die liebevolle Seite an ihr verschwunden. Es war nicht gespielt gewesen, das nicht. In ihr schlummerte auch etwas Gutes, keine Frage. Etwas, was Ryou in ihr geweckt hatte und was er auch nur zu sehen bekam. Nur zu ihm war sie sanft, liebevoll. Für alle anderen war sie die kleine Slytherin, die wie ein Engel aussah, es aber faustdick hinter den Ohren hatte und die dunkle Kunst liebte.
Langsam schritt sie den langen Gang, versuchte ein Abteil zu finden indem sie sich setzten konnte. Die meisten waren schon zu voll oder mit Leuten besetzt, die sie nicht leiden konnte. Nein, darauf konnte sie gut verzichten. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie ein Abteil gefunden. Bei dem Anblick der Person, die in dem Abteil saß, musste sie leicht frech grinsen, ehe sie mit Schwung die Tür öffnete und sich an den Rahmen lehnte. “Sie mal einer an, wer da ist. Was macht dein Hintern in diesem Abteil, Trancy? Beweg ihn hier raus, klar?!“ Während sie sprach, hatte sie allen Spott und Verachtung in die Stimme gelegt. Erst, als sie im Abteil selbst stand und die Tür hinter ihr wirklich verriegelt war – zumindest so, dass keine Gesprächsfetzen nach draußen klingen konnten – ließ sie den spöttischen Ton weg und ließ sich gegenüber von dem blonden Jungen nieder. “Hey, Jace…“ Noch immer verstand sie nicht so ganz, wie sie mit dem Kerl da befreundet sein konnte. Immerhin war er ein Ravenclaw, sie eine Slytherin. Ryou mag ihn… Ja, ihr kleiner Bruder hatte einen Narren an diesem Vogel vor ihr gefressen. Und nur deswegen hatte sie sich darauf eingelassen Zeit mit ihm zu verbringen. Nur deswegen zählte sie einen Adler zu ihren Freunden – nur wegen Ryou.

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