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 I FEAR THE FEVER

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07.02.16 14:46 © Balroc Carrow



i fear the fever


BALROC CARROW & LEANDER LOVEGOOD
Freitag 28. Mai, NACH DEM ABENDESSEN & KRANKENFLÜGEL




Es war einer dieser Tage. Balroc hatte das Gefühl die Hitze würde ihm wie Sirup auf der Haut pappen. Das weiße Schlafhemd klebte an seinem Körper und wölbte sich mit jedem Atemzug dem Heben und Senken seiner Brust folgend. Er saß ruhig in dem bequemen Bett des Krankenflügels und ließ die Schwester, die sich an den Bettrand gesetzt hatte, nach seinem Kopf greifen. Ihre geübten, flinken Finger griffen immer wieder in sein kohlrabenschwarzes Haar, nur um mit einer seines Erachtens nach unnötigen Sanftheit den Verband von Kopf und Augen zu wickeln. Nach und nach raschelte das Weiß rauschend über sein Gesicht hinab. Mit jeder Lage, die sie abwickelte, ehe sie den gesamten Verband endlich abgezogen und damit die Augen und Kopfbinde entfernt hatte. Wie lange war es her? Es war bereits Freitag und er saß nun schon seit Mittwoch Vormittag auf dem Krankenflügel und schwitzte vor sich hin. Blind. Das Brennen, das wie aus einem riesigen Ofen von seinem Körper ausging und Wärme fieberhaft zum Greifen nahe ausstrahlte, kam von der Wirkung des Heiltranks und der Zauber, mit denen die Schwester seine Wunden bedacht hatte.
Und sie klang einfach nicht ab. Obwohl er an so vieles anderes hätte denken sollen, dachte der Schwarzhaarige nur an den Unterricht, den er aufgrund dieses vermaledeiten Zwischenfalls verpasst hatte. Und der Schmerz war nicht so unangenehm, wie dieses Feuer in seinem Bauch. Auf seiner Haut. Auf seinem Gesicht. Andere hätten es als wohlig und angenehm empfunden. Nicht so Carrow. Er hasste es. Er hasste Hitze wie die Pest und obwohl er nie in Mexiko war, war er sich sicher, dass sich ein brennend heißer Siestanachmittag dort genau so anfühlen würde. Was gäbe er jetzt nicht alles für eine Dusche unter eiskaltem Wasser. Eine Hand unter seinem Kinn ließ ihn mit geschlossenen Augen den Kopf heben. „Und nun öffnen Sie vorsichtig die Augen. Wenn es juckt oder ziept ist das ganz normal.“ Es folgte Stille, als sich die verkeilten, schwarzen Wimpern lösten und leicht zitternd und blinzelnd die Lider hoben. Er schloss die Augen wieder. Öffnete sie ein Stück weiter. Blinzelte flatternd die Schwärze weg. Alles war verschwommen, als würde er durch eine beschlagene Glasscheibe hindurch zu blicken versuchen. Farben. Ein wildes, trübes Gemisch. Noch keine Konturen.
„Und?“ Stille folgte. Abwartende, hoffnungsträchtige Stille. Balrocs Hände, die die ganze Zeit über ruhig in seinem von einer weißen Bettdecke verdeckten Schoß gelegen hatten, verkrallten sich in dem unschuldigen, nachgiebigen Stoff. Er presste die Lippen fest zusammen. Drehte den Kopf zum Gesicht der Schwester um, die ihre Hand noch immer zärtlich unter seinem Kinn abgelegt hatte und - lächelte. „Vielen Dank.“ Sie nickte. Er konnte die Bewegung ausmachen. Doch wirklich sehen? Weniger. Der Bowtruckle hatte ihn voll erwischt. Und auch wenn die Kratzer über seinen Augen und das ganze Blut weg waren, so war da noch immer der unfokussierte, trübe Blick aus glasig, matten Augen. Und die Röte der sensiblen Augenpartie, als hätte ihm jemand Pfefferspray ohne Unterlass in die Augen getrieben. Die Haut rings um die fiebrigen Augen war gereizt. Die schwarzen Haarsträhnen, die ihm vor die Augen fielen, machten den Gesamteindruck nicht besser. Und doch. So grauenhaft es auch anfänglich war, es war eine Erleichterung. Er hatte noch beide Augen. Und von den tiefen Kratzern und Wunden war nur ein leichter Hauch zu sehen. Es würde verschwinden. Verblassen. „In ein paar Tagen sind Sie wieder so gut wie neu, Mr. Carrow. Ich lasse den Verband vorerst weg, damit sich Ihre Augen wieder gewöhnen können. Falls es zu viel wird, kommt er wieder ran.“  
Er nickte. Entzog ihr mit einer fließenden, aber unsicher unbalancierten Bewegung den Kopf und damit sich selbst aus ihrer Berührung und erwiderte: „Mir geht es gut. Darf ich zurück in den Unterricht?“ Ihr Blick wurde streng. Verdammt streng. Gnadenlos unnachgiebig streng. „Mr. Carrow. Bettruhe! Und keine Widerrede.“ Er hatte nicht vor der Schwester zu widersprechen. Doch ihr Blick glitt zu seinem Mund und schnell wieder hoch. Für einen verschwindend kurzen Moment blitzte es in ihren Augen auf, als wolle sie noch etwas mit gleichsamer Strenge anmerken. Doch sie besann sich, überspielte die von Strenge zu Verwirrung umgeschwungene Achtsamkeit und unterließ es. Balroc schwieg und sah sie aus pappig grünen Augen dunkel an. Mit einem Blick, der gen Minusgrade gerast war. Auch wenn er sie nicht gestochen scharf erkennen konnte und das Ziepen und Brennen ihn zwingen wollte, die Augen sofort wieder zu schließen. Er durfte nicht. Es war schon schlimm genug, dass man seine Großtante Octavia Carrow von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt hatte. Ausgerechnet ein Vorfall während einer Stunde der Pflege magischer Geschöpfe.
Im Grunde rechnete Balroc mit mehreren Dingen. Die Schwester erhob sich und er lehnte sich zurück gegen den Bettrand, zog die Beine mitsamt der Decke an und kreuzte die Arme im Schoß. Auf das Weiß des Lakens starrend. Erstens, würde früher oder später Professor Silvanus Kesselbrand auftauchen und ein Gespräch mit ihm führen wollen. Zweitens, würde Octavia ihm nie und nimmer eine Nachricht mit sorgenvollen Gesundheitsbekundungen zukommen lassen, geschweige denn, ihn besuchen kommen. Drittens.. Balroc wartete, dass die Schwester verschwand und er nicht mehr ihr geschäftiges Treiben hören konnte, um mit beiden Händen hinauf an seine Augen zu greifen und die Tränen wegzuwischen, die Aufgrund des Brennens zu fließen begannen, ehe seine Sicht - …würde es mehr als ein paar Tage dauern, hier heraus zu kommen. Wie sollte er den Unterricht nachholen? Und wie sollte er der Schwester vorspielen, wieder perfekt sehen zu können, wenn alles, was er wirklich wahrnehmen konnte, nur ein riesiger, trüber Pool an Farben war? Mit den Tränken, mit den Zaubern, sollte er weit mehr sehen können. Wieder fast gesund sein. Doch das war er nicht. Bei weitem nicht. Er hielt die Lider auf Halbmast. Die trüben, grünen Iriden waren nur als vertränte Halbmonde schimmernd unter den dichten, schwarzen Wimpern zu erkennen. Unwillkürlich biss er sich auf die Unterlippe, drehte den Kopf zu dem riesigen Fenster und zerrte sich die Bettdecke vom Körper. Er brannte, verflucht! Mit tastenden Fingern kämpfte er beide Hände zu dem kleinen Nachttischchen vor, auf dem ein Glas und eine Karaffe Wasser standen. Balrocs Hände tasteten. Er konnte das kühle Glas fühlen. Doch noch ehe er es richtig greifen konnte, stieß er es versehentlich um und ein lautes, platschendes Klirren ertönte. Balroc rutschte instinktiv nur in verschwitztem Schlafhemd und verrutschter Schlafhose vom Bett gen Boden und hielt die Luft an. Obwohl sein Zauberstab direkt auf dem kleinen Nachttischchen lag, konnte er ihn nicht sehen. Die Farbe der Hölzer war zu einer einzigen, klobigen Pampe vermischt. Aus dem Affekt heraus hatte er in die Scherben gegriffen und inne gehalten. Er wartete. Lauschte. Wollte nicht, dass die Schwester kam. Er horchte doch voller Anspannung. Der Moment der Hoffnung, sie hätte es nicht gehört, verstrich unerfüllt. Und der Slytherin versteifte sich, als er Schritte auf sein Bett, neben dem er hockte, zukommen hörte. Er rechnete mit der Schwester.
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08.02.16 21:22 © Gast

nobody knows how
Caught in the riptide I was searching for the truth.
There was a reason I collided into you. Nobody knows why..
**
ALTE LIEBE ROSTET NICHT - LEA & BALLY




Es war selten vorgekommen, dass der Blonde Jemanden mit voller Absicht und mit gutem Gewissen aus dem Weg ging. Sicherlich war er schon einmal einem Mitschüler in der ersten Klasse aus dem Weg gegangen, hatte sich geweigert neben diesem zu sitzen, weil er ein furchtbarer Bettnässer war, aber seine Schuldgefühle hatten ihn trotz allem geplagt und selbst heute konnte er diesem Mitschüler kaum noch ins Gesicht sehen.
Doch Leander war nicht mehr der kleine Junge von damals und dieses mal hatte er einen weitaus besseren Grund jemandem aus dem Weg zu gehen. Das es sich dabei um niemanden anderen, als Marius Nott handelte, schien für jeden Unwissenden wohl purer Zufall zu sein. Vielleicht eine Streitigkeit unter Familien, nichts wirklich bedeutsames. Doch die verräterische Röte auf dem Gesicht des Iren, wenn sich ihre Blicke kreuzten, der Andere seinen Weg streifte und wie merkwürdig angespannt er darauf reagiert hatte, wie seine ersten Flugversuche gelaufen waren ließen tief blicken. Die vermeintliche Schwäche, die er zugelassen hatte war nicht das entscheidende. Viel mehr war es die Art des Notts, die ihn dazu antrieb diesem aus dem Weg zu gehen. Nicht nur das er ständig an das erinnert wurde was er ganz offensichtlich war, hatte Marius es auch noch geschafft, dass all seine negativen Erfahrungen ihm wieder auf Schritt und Tritt folgten; schlaflose Nächte inbegriffen.
Auch wenn seine Freunde erst verwirrt gewesen waren, hatten sie die seltsamen Züge des Blonden mit einem Nicken abgetan und auf Grund der geringen Anzahl von Schuldgefühlen, hatte er gut damit leben können den Slytherin zu meiden. Wäre da nicht etwas gewesen, dass ihn immer wieder an diesen erinnerte.

Absurd, dass er von einer Schlange immer an die nächste erinnert wurde. Sicherlich hatten diese untereinander alle gewisse Eigenschaften, aber Balroc in den selben Topf wie Marius zuwerfen, war ebenso naiv, wie ungerechtfertigt; Marius war freundlicher. Trotzdem wäre Leander wohl lieber mit der distanzierten Art des Carrows konfrontiert gewesen anstelle der vermeintlich offenen von dem Nott. Es lief ihn immer noch kalt den Rücken runter, wenn er an das ungemütliche Gespräch auf der Tribüne dachte.
Es war wohl unvermeidbar gewesen, dass der Lovegood von dem Vorfall in Pflege magischer Geschöpfe mitbekommen hatte. Wenn man sich den ein oder anderen Kurs teilte, schien es schwer sich nicht zu sehen und so war ihm zumindest das auf keinem Fall entgangen. An sich wäre wohl das allein ein Grund für einen kleinen Besuch gewesen, schlichtweg weil er es nicht ungesehen machten konnte und es nicht seiner Art entsprach sowas zu ignorieren. Aber der Zwischenfall auf der Tribüne und die Tatsache, dass der Carrow ihn ohne wirklich guten Grund wahrscheinlich nicht länger als fünf Sekunden ertragen könnte, zwangen ihn vorerst zur Handlungsunfähigkeit. Zumindest bis er sich einen wirklich guten Grund geschaffen hatte.

Als er nach dem Abendessen zum Krankenflügel aufbrach, war er auf alle Unfreundlichkeiten vorbereitet und würde sich liebend gern anfahren lassen - Hauptsache er müsste nicht wieder über sich reden. Die Tasche geschultert hatte er sich zwingen müssen nicht etwas vom Abendessen noch mitzunehmen und auf dem Weg weiter zu essen. Er wollte ja keinen falschen zweiten Eindruck erwecken. Wobei man wohl eigentlich von einem dritten Eindruck sprechen musste, weil sie einander schon durch die Klassen kannten.. uhm.. Kompliziert.
Jedenfalls war er eigentlich bestens vorbereitet gewesen, nur die Nervosität machte ihn immer hungrig.
Die vertraute Atmosphäre des Krankenflügels begrüßte ihn mit der Freundlichkeit eines trinkenden Onkels, dem man am liebsten nicht zu nahe kommen wollte. Eigentlich hatte der Ire sich geschworen nicht früher als nötig wieder einen Fuß dort hinein zu setzen, aber… Letztlich hatte er keine Wahl gehabt, fühlte sich quasi verpflichtet. Allein weil er niemanden gesehen hatte, der Balroc sonst besucht hatte und er konnte sich ja noch gut daran erinnern, wie sehr er die Einsamkeit gehasst hatte. Stille, allein mit den eigenen Gedanken und letztlich nur die Geräusche des Krankenflügels um einen herum. Brr..
Die Schwester mit einem Lächeln begrüßend versuchte er sich nicht in ein Gespräch verwickeln zu lassen, auch wenn er die Frage hinsichtlich seines Kopfes und seiner Rippen höflich beantwortete und mit einem Lächeln auch nach ihrem Befinden fragte. Erst als ihm klar wurde, dass er immer noch dort vorn stand war er langsam in die angedeutete Richtung gegangen, hatte sich gut Mut zugesprochen und erlaubte sich jetzt nicht umzukehren. Weglaufen könnte er immer noch, allen voran, wenn der Andere so schlecht sah, wie umschrieben.

Hätte er doch besser umgedreht.
Der Schüler des Dachshauses konnte nicht umschreiben, wie unangenehm es für ihn war, als er den Carrow inmitten der Pfütze stehen sah, die Hände nach den Scherben greifend. Er sah furchtbar aus.
Die Zunge bleiern schien Lovegood einen Augenblick alles an Spontanität verloren zu haben, dass er sich normalerweise zugeschrieben hätte. Sichtlich überfordert dauerte es einen Augenblick, ehe er auf einen Ruf aus der anderen Richtung reagierte. Noch einen Blick zu der etwas unglücklichen Situation vor ihm, ehe er den Kopf zurück zur Heilerin wandte. ,,Alles in bester Ordnung. Lediglich der Schock über den unerwarteten Besuch hat ihm den Atem verschlagen, alles unter Kontrolle’’, gab er die Entwarnung und sah dann zu den Scherben. Selten hatte er sich selbst so instinktiv lügen hören. Dennoch hörte er, wie sie wieder ihrer Arbeit nachging - beruhigend.
Leander legte seine eigene Tasche zur Seite und zog seinen Zauberstab, den er vorerst auf die Pfütze richtete, welche mit einem Wisch  trocknete, ehe er das Glas reparierte. Erst als er sich sicher war, dass es damit erst einmal getan war, steckte er den Zauberstab weg. Sein Blick glitt zu der blutenden Hand des Anderen, dann zu dessen Gesicht.
Alles .. unter Kontrolle.
Langsam nur schob er sich an der Schlange vorbei, griff nach dessen Zauberstab und drückte ihm diesen dann in die freie, nicht blutende Hand. Penibel darauf achtend ihn nicht zu berühren, schlich der Ire wieder zurück auf Abstand, überbrückte die wenigen Meter zur seiner Tasche und vertraute darauf, dass Carrow den Schnitt alleine heilen könnte. ,,Ich habe dir Mitschriften aus dem Unterricht mitgebracht, es ist mir eingefallen, als ich deinen leeren Platz gesehen habe. Die kannst du dir vorlesen lassen oder selbst lesen, wenn es dir besser geht. Eiskonfekt habe ich auch mitgebracht… verschafft dir vielleicht eine Abkühlung oh und ich habe.. mir von einem deiner Schlafraumgenossen eines deiner Bücher bringen lassen. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung ob es richtig ist, aber ich dachte Literatur, die dir gefällt könnte ein guter Anreiz sein, nun zumindest reizender als die Kacheln an der Decke’’, murmelte er nur und begann in der Tasche zu kramen. Dabei zog er zuerst die Mitschriften aus der Tasche, glättete das Pergament sorgsam und kümmerte sich als nächstes um die kleine Schachtel Konfekt, wie das Buch selbst.
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27.05.16 15:11 © Balroc Carrow

Der Schnitt war da. Er spürte ihn. Gerade und nicht sonderlich tief. Aber er war da. Zog sich über seine Fingerkuppe und blutete.  Rot mischte sich in das unruhige, verschwommene Bild einer Masse aus Farben vor seinen halbgeschlossenen Augen, deren Blick noch immer trüb und gerötet, matt und glanzlos auf den Boden gerichtet lag. Balroc hielt den Kopf gesenkt. Auch als er die Stimme vernommen hatte. Eine Stimme, die ihm schlagartig bekannt vor kam und ihn an eine Szene erinnerte, die er längst zu den sprichwörtlichen Akten gelegt hatte. Aus guten Gründen. Und reinen Gewissens. Ja, reinen Gewissens. Lüge.  Oder? War das eine Lüge? Er hielt die Hand noch immer über dem nun scherbenlosen Boden. Ein Tropfen rann herunter. Er konnte das beruhigende Holz seines Zauberstabs in seiner zweiten Hand spüren und schloss nur langsam die Finger um die versprochene Kühlung. Leanders Worte drangen wie durch eine dichte Wolkendecke, stumpf und gedämpft durch mehrere Mauern an seine Ohren. Verzerrt. Echoend. Beinahe Mechanisch. Als wäre er gerade dabei nun auch noch sein Gehör zu verlieren. Und nein.. der Zauberstab blieb lediglich fest umklammert. Weder wurde er gehoben, noch ein Zauberspruch gemurmelt. Nichts. Alles was geschah war, dass Balroc die Hand umdrehte und sie anstarrte. Kauernd auf den Knien nebst dem Bett.   „Vorlesen lassen, Mr. Lovegood…? Ich kann selbst lesen.“  Die Hand mit dem Schnitt, ein Schnitt der ihm ein sonderbares Gefühl gab, das er nicht wieder verlieren wollte, hielt es ihn von jedem weiteren Gedanken ab, wurde geschlossen, ehe er hinter sich auf den Rand des Bettes griff und sich daran hinauf zog. Wieder auf den nackten Füßen . „Aber ich danke Ihnen für Ihre Mühe. Sie können jetzt gehen.“ Seine Stimme war so kalt wie eh und je. So abweisend. So distanziert. So verschlossen und arrogant. Doch sein Aussehen ähnelte dem eines Gebeutelten bis ins letzte Detail, als er sich langsam auf den Bettrand setzte und dabei unwillkürlich auf seine Unterlippe biss. Die Haare waren zerwühlt. Bettfertig. Noch immer hingen ihm einige verschwitzte Strähnen ins Gesicht. Auch wenn der Rest der weichen, pechschwarzen Haare außer am Nacken frei von Schweiß war.  Das Schlafhemd blieb weiterhin klebend an seinem überraschend athletischen Körper, dem man Carrow nie zugetraut hätte. Und die Hose saß nach wie vor verrückt und unordentlich Dank Bettlegerigkeit zu tief und verrutscht. Verdammt es brannte. Er schloss die Augen und klammerte sich fester an seinem Zauberstab. Die Hand an deren Handfläche er nun das Blut verschmiert hatte floh hinauf an seine Stirn, an der er lediglich den hellen Handballen presste. Er hatte Momentan weder die Lust noch die geistige Kapazität Leander daran zu erinnern, dass er sich fern von ihm halten solle, nichts in der Nähe seiner Bettraumgenossen verloren hätte, nie wieder nach ihm schauen oder seine Sachen anfassen oder erfragen solle und noch wichtiger: er ihm, wenn er auch nur den kleinen Funken einer funktionierenden Zelle im Verstand besäße, doch nicht Eiskonf- Moment. Eis. Kühlung. Seine Kehle war nach wie vor trocken. Und seine Atmung zu angestrengt. Und doch leise und kontrolliert gehalten, als dürfte er einfach nicht…. Auf sich aufmerksam machen.
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27.05.16 16:51 © Gast

Der Blonde hörte die vermeintliche Abfuhr nicht. Hatte er gehen sollen? Vielleicht. Wäre er froh darüber gewesen? Sicherlich.
Aber die Wenigsten guten Dinge waren leicht zu haben und der Carrow war sicherlich… ganz tief im Inneren… unter vielen Schichten von Boshaftigkeit und unhöflichen Beleidigungen ein total netter Kerl. Deswegen stöberte der Hufflepuff unbeirrt in seiner Tasche, wartete darauf, dass der Andere sich zurück auf das Bett setzte und wieder weniger grummeln würde.
Leander wartete auch darauf, dass Balroc sich um den Schnitt kümmern würde, aber er tat nichts dergleichen sondern setzte sich lediglich, in der Geschwindigkeit einer unter Asthmaleidenden Schildkröte, zurück auf das Bett. Vorsichtig lugte der Hufflepuff herüber, versuchte dabei nicht zu viele Geräusche zu machen und schenkte dem Anderen den besorgtesten Blick, den er derzeit zustande brachte. ,,Vorlesen, weil du deine Augen derzeit so gut benutzen kannst wie ein Maulwurf’’, murmelte er, keinesfalls korrigierend sondern viel eher nebensächlich als würde er über das Wetter reden. Kein Grund unhöflich zu werden nur weil der Andere sich nicht freute ihn zu sehen. Wahrscheinlich wäre Freude von Seiten des Carrows auch zu merkwürdig gewesen.

Der Ire drehte sich langsam aber sicher gänzlich der Schlange zu, sprach nicht aus was er dachte, sondern versuchte den Anblick lediglich darunter abzutun, dass der Andere an einem anderen Tag wieder besser aussehen würde; jeder hatte schließlich mal einen schlechten Tag. Dessen Haare glichen einem Vogelnest und die Hand, die noch immer blutete, wirkte ebenso ungesund wie die Gesichtsfarbe des sowieso schon so blassen Jungen.
Seufzend rieb sich Leander die Schläfen. Er sollte verschwinden. Wieso also um alles in der Welt stand er noch hier? Erneut der Blick zu seinem Mitschüler, der eigentlich auch deutlich genug gemacht hatte, dass er ihn nicht hier haben wollte. Andererseits hatte er ihn ja noch nie bei sich haben wollen und er sah so furchtbar aus, dass sich der Lovegood an ein hilfloses Vogelkind erinnert fühlte und dem würde er auch immer zur Hilfe eilen.
Langsam nur trat er um das Bett des Anderen herum, versuchte weder auf dessen Muskeln, noch zu dem leichten Antlitz von Haut zu sehen, den er unterhalb des Hemdes erblicken konnte. Stattdessen setzte er sich auf das Bett das dem Anderen genau gegenüber war. Das Blut ignorierend - nicht berühren, nicht ansehen - griff Leander nach dem Eiskonfekt, öffnete die Verpackung und legte es nebensächlich auf dem Bett des Anderen ab, nichts sagend. Womöglich würde er ihn noch verschrecken, wenn er ihn ansprach. Tiere sollte man beim Fressen auch nicht stören.

Langsam nur ließ er sich mit dem Rücken auf das Bett sinken, die Beine weiterhin herunter baumelnd und sah hinauf zur Decke. Deckenschindeln mustern zählte noch immer nicht zu seinen liebsten Tätigkeiten und würde es wohl nicht werden, aber da Balroc, ganz offensichtlich, kein großer Freund vom Reden oder kleinen Spielen war, beschloss er sich mit dem Muster dieser zu beschäftigen.
Besser nichts sagen, sondern einfach darauf warten, dass der Andere sich endlich am Riemen reißen würde und das verdammte Konfekt aß.
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27.05.16 18:10 © Balroc Carrow

Er konnte ihn nicht sehen. Noch immer nicht. Dieses elendige Gemisch an Farben vor seinen Augen war für kurze Zeit der bleiernen Schwärze gewichen, als er die Augen geschlossen hatte. Jetzt aber sah er es wieder. Und es trieb ihm den Schwindel in seinen Schädel, wie einen altbekannten und verloren geglaubten Freund. Oder eher Feind. Langsam hoben sich seine Lider und unter Hand und Haarsträhnen blinzelte er kränklich bleich und doch mit aufgrund der Hitze und des seltsamen Fiebers geröteten Wangen zur Leanderfarbmischung. “Es scheint zu viel verlangt einem Mitschuler seine Ruhe zu lassen…“  
Nur langsam drehte er den Kopf zu dem Etwas, was neben ihm abgelegt wurde.  Und er kniff die Augen etwas zusammen. Eine Geste die nicht mehr als Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Trägheit in sich barg.  Und dennoch konnte er nicht sonderlich mehr erkennen. Stattdessen schienen die Kopfschmerzen und der Schwindel nur anzusteigen. Dusche. Kälte. Kalte Dusche. Balrocs Griff um den Zauberstab wurde so fest, dass sich die Knöchel unter der Haut deutlich abhoben. Dass der Lovegood den Mund hielt und lediglich schwieg war eine willkommene Abwechslung verglichen mit dem letzten und für den Schwarzhaarigen ersten Treffen. Wieder stand er auf. Wieder waren seine Schritte nicht sonderlich sicher. Und doch. Er wirkte stolz. Stolz und unantastbar stur. Als er einfach was auch immer auf dem Bett lag dort liegen ließ und vorsichtig um das Bett herum ging, taumelte, sich fester in das Haar griff und an dem Bett auf dem Leander saß vorbei lief. Badezimmer. Kaltes Wasser ins Gesicht. Es brannte so fürchterlich! Ohne ein Wort und doch mit diesem schmollenden aber seltsam verbissenen Ausdruck. Er war sonst so bemüht darum seine Emotionen zu zeigen. Schmerz nicht zu zeigen. Nicht zuzugeben. Umso mehr vor anderen, doch allen voran vor sich selbst und noch wichtiger: nicht vor Octavia. Und eben jetzt, selbst in dieser Situation, tat er es schon wieder. Er versuchte seine Mimik sichtlich zu entspannen, doch sein Körper blieb angespannt, jeder Muskel zum Zerreißen gespannt und dennoch fehlte ihm an der sonst zu Tage gelegten Eleganz. Diese Geschmeidigkeit, die er besaß, wenn er erhobenen Hauptes ein Zimmer betrat, ariostokratisch und asketisch einen Flur durchschritt und seine Ausstrahlung lediglich derart minimieren konnte, dass ihn niemand wahrnahm und wenn ja, sich fern hielt. Jeder Begriff es. Nur Leander nicht. Leander, bei dem er sich viel zu deutlich an ihr erstes und einziges Gespräch erinnerte. Ein Mitschüler, der ihn derart vertraut ansprach und es einfach nicht begriff. Damals hatte er Leanders Zustand als Rechtfertigung des Verhaltens des Blonden gehabt. Jetzt aber? Höflichkeit? Manierlichkeit? Nur der gute Ton? Er wankte und griff mit der rotbenetzten Hand nach dem Gitter am Fußende des Bettes, auf dem Leander saß oder lag, wer wusste das schon?
Balroc sah nicht hin. Nicht zu Leander. Er atmete schneller. Ein, aus, ein, aus. Ganz ruhig. Einfach ins Bad und – ihm wurde wieder schwarz vor Augen und sein Knie knickte ein. Seine Mimik entspannte sich schlagartig und er schloss die Augen. Den Bruchteil einer Sekunde. Als hätte es ihn lediglich für einen Wimpernschlag in dem er fiel in die Ohnmacht gerissen. Doch schon im nächsten Bruchteil des Moments packte seine Hand das metallene Gestell des Bettes fester, er spannte die Beine an und sein ganzer Körper verkrampfte erneut. Gezwungen dazu sich niemals die Blöße zu geben. Schwäche wurde ausgesondert. Schwäche war nicht Slytherin. Schwäche, hatte im Hause Carrow nichts zu suchen. Freundschaft, Liebe, Illoyalität gegenüber der Familie, all das wurde schlicht ausgelöscht. Er war lediglich das, was er sein durfte. Er… gerade er. Er und dieses Blut in ihm. Verdammte Hufflepuffs!

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27.05.16 20:39 © Gast

Vielleicht hätte Leander ihn in Ruhe gelassen, wenn er gewusst hätte, dass der Andere damit umgehen konnte allein gelassen zu werden. Aber nachdem er vorhin eher mäßigen Erfolg bei Bewegungen gezeigt hatte, wollte der Hufflepuff dahingehend seine Meinung für sich zu behalten. Der sture Kopf des Anderen würde nicht weniger stur werden, wenn irgendwer mit dem Finger in die Wunde patschen würde. Natürlich konnte sich der Slytherin nicht dazu bewegen etwas von dem Eiskonfekt zu nehmen. Entweder weil er fürchtete, dass es vergiftet sein könnte, oder weil er es nicht sehen konnte ooooder weil er immer noch versuchte die unantastbare Prinzessin auf der Erbse zu spielen. Was es auch war, Leander reagierte darauf genauso wenig, wie auf das versteckte Triezen, dass er ihn ja nicht in Ruhe lassen würde.

Trotzdem stand Balroc auf; schön blöd. Wackelte und Leander richtete sich ein wenig auf dem Bett auf, damit er ihn besser ansehen konnte. Lovegood sah unbeeindruckt dabei zu, wie der Andere sich aufraffte und versuchte wie ein humpelnder Hahn vor den Hühnern im Stall noch seine Würde zu bewahren. Doch der Blonde, der dafür nur ein kurzes Zucken mit den Mundwinkeln übrig hatte war dafür schon drei Schritte weiter. Ohne groß darauf achten wie weit der Andere tatsächlich kam, hatte der Ire bereits begonnen einen seiner Quidditchhandschuhe aus der Tasche zu ziehen und seinen Zauberstab herauszuholen. Den Handschuh hatte er wohl grade anziehen wollen, kam aber nur grade noch so dazu den Zauberstab überhaupt in die Hand zu nehmen.
Denn kaum, dass die Beine des Anderen so stark gewackelt hatten, war Leander bereits aufgesprungen, den Zauberstab noch fester in den Händen und wohl bereit los zu hechten falls dieser wirklich stürzen sollte. Doch Carrow fing sich wieder, richtete sich Stück auf und machte einen beachtlichen Buckel, derweil er sich am Bettgestell verkeilte. Er fluchte, kurz, auf irisch, ehe er die wenige Distanz zu der Schlange überbrückte und griff unverblümt nach dessen Arm, legte sich diesen um die Schulter, ehe er dem Anderen ins Gesicht sah. Die merkwürdige Ernsthaftigkeit, die sich auf den Zügen des Hufflepuff zeigten waren ihm selber wahrscheinlich so fremd wie seinem gegenüber, ehe er die Stirn in Falten legte. ,,Ein Wort darüber, dass ich dich in Ruhe lassen soll und ich lasse dich sabbernd auf den Boden fallen’’, brachte er unter zusammen gepressten Zähnen hervor, ehe den Blick nach vorne richtete. Der Flur kam ihm endlos vor und die Vorstellung, dass sie es zusammen bis zum Badezimmer schaffen sollten, kam ihm fragwürdig vor. Wahrscheinlich würde Carrow die nächstbeste Gelegenheit nutzen um ihn zu Fall zu bringen, aber er konnte sich nicht einen Augenblick länger ansehen, wie dieser sich quälte.

Zusammen mit dem Anderen schaffte Leander es den weitaus breiter gebauten Slytherin bis ins Badezimmer zu schleppen. Mühsam schaffte er es mit dem Zauberstab den kleinen Raum zu erhellen, war aber auch zu kaputt um ein besseres Licht zu schaffen und beließ es letztlich bei dem kleinen weißen Kügelchen, dass an der Decke des Raumes hing.
Kaum dass er den Anderen vor dem Waschbecken abgestellt hatte, lehnte er sich ein wenig entfernt gegen eine der Wände hinter ihm. Müde und verwirrt fuhr er sich mit der Hand durchs Gesicht, gab sich die größte Mühe nun nicht mehr Fragen zu stellen als er sollte und beschloss, dass es wohl besser wäre, wenn er einfach wieder den Mund hielt.
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28.05.16 2:44 © Balroc Carrow

Das Erste, was er im Dickicht seiner Sinne wirklich wieder mitbekam, war das irische Fluchen im feinsten Ton. Dann die überraschend kühle Hand an seinem viel zu heiß glühenden Arm, dessen Hitze mühelos durch den anklebenden Stoff des schweißgebadeten Hemdes drang. Es waren nicht wirklich Leanders Worte, die ihn stumm bleiben ließen. Es war der kühle Griff. Es fühlte sich wunderbar an. Auch wenn sich seine Nackenhaare wieder aufstellten, eine schiere Gänsehaut seinen Körper durchflutete und er überraschend schwach die Luft einzog. Dennoch. Er würde sich niemals die Blöße geben zu Boden zu fallen.  Einen Moment nur… nur einen kurzen Moment länger diese Kälte. Er war so kalt. Das war gut. Aber jeder einzelne dieser Gedanken, auch wenn er dazu führte, dass Balroc mitging und sich mit der Hand an der ihm fernen Schulter Leanders festhielt, den Blick in sein überraschend jede Anspannung um ein weiteres Mal verlierendes Gesicht, in diesen müden, gar friedlichen Ausdruck, nicht mitbekam.
Im nächsten Moment fand er sich auch schon im Badezimmer wieder und das helle und für Leander wohl sanfte Licht, ließ Balroc das Gesicht wegdrehen. Der Unterschied zwischen Dunkel und wieder neuem Lichteinfall war noch immer zu scharf für die überaus sensiblen Augen. Anscheinend konnte er etwas sehen. Fragte sich nur was. Konturen blieben verschwommen. Und schön im darauffolgenden Moment konnte er das kalte Porzellan des Waschbeckens fühlen. Balroc atmete aus. Und hielt sich so fest er konnte daran. Die Fingerknöchel traten weiß hervor. Und das obwohl seine blasse Kellerhaut ohnehin die eines Geistes glich. Und die Stille, die Leander so verwunderlich zu Tage trug, ließ den Schwarzhaarigen beinahe vergessen, dass da noch jemand im Bad war. Er selbst sagte dennoch nichts. Griff nur nach dem Wasserhahn und eindeutig mehrmals tastend daneben. Irgendetwas fiel. Wurde umgeworfen. Und er zog den rechten, nackten Fuß etwas weg. Dann fand er ihn. Und er schraubte den Wasserhahn auf, griff darunter und… senkte dann auch schon den Kopf, nur um sich mehrere Hand voll eiskaltem Wasser ins Gesicht und dann in den Nacken zu klatschen. Immer wieder fuhr er mit der Hand durch sein Haar. Vom Nacken nach vorn zur Stirn und zurück.  Er seufzte. Und biss die Zähne zusammen.   „Wo ist die Dusche?“  Kaum gefragt, so kalt, so tonlos, und nach gewisser Zeit angepasst an die Kondition seiner Augen deutlich wohlfühlender im Halbdunkel des Bades, griff er mit einer Hand nach hinten an den Kragen seines Schlafhemdes und zog es sich träge über den Kopf. Oder eher versuchte es.
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Gast


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28.05.16 14:10 © Gast

Kein Widerstand. Es hatte also doch irgendetwas Gutes an sich, dass der Slytherin mit seinem Verstand irgendwo zwischen hier und Sommerinseltraumparadies schwankte. So konnte Leander ihn zumindest bis ins Badezimmer bekommen und war selbst überrascht, dass er es geschafft hatte. Ganz ohne Schwierigkeiten und das obwohl er mit der schmächtigen Statur manchmal Schwierigkeiten mit seiner eigenen Tasche hatte.
Die kurze Auszeit nahm der Hufflepuff dankbar entgegen, sah aber eine weitere Nacht im Krankenflügel auf ihn zuwanken, die er nicht wirklich gebraucht hatte. Trotzdem konnte er Balroc nicht allein lassen, selbst wenn dieser darauf bestand, er war sich nicht einmal sicher ob er ohne das Waschbecken noch aufrecht stehen würde. Deswegen sah Leander lieber zu seinen eigenen Füßen, er wollte da nicht hinsehen, wollte nicht sehen was er sowieso nicht ändern konnte und wollte für einen Moment nur zurück in sein Bett. Ruhe, vielleicht ein unverfängliches Gespräch mit einem anderen Dachs, aber allen voran nicht dieses seltsame Gefühl der Beklemmung, dass ihm beinahe überallhin folgte.

Erst die Stimme des Carrow zerschoss den Tagtraum an sein Bett und holte Leander zurück ins hier und jetzt. Vorsichtig drehte er sich dem Dunkelhaarigen zu, stolperte vor Schreck rückwärts gegen die Wand und stieß sich den Kopf an einer der Fließen. Das Donnern in seinem Hinterkopf war beinahe nebensächlich, weil er feststellen musste, dass er es sich nicht eingebildet hatte, sondern der Andere tatsächlich sein Hemd ausgezogen hatte. Der Kopf hochrot, ganz sicher nicht wegen dem unglücklichen Zusammenstoß mit der Wand, musterte er seinen gegenüber und starrte perplex zur Brust des Anderen. Oh guter Gott.
,,Äh’’, stammelte er und fuhr sich unsicher mit der Hand durchs Gesicht, machte einen Schritt nach vorne und schien sich jetzt nicht einmal mehr sicher zu sein was die Frage gewesen war. ,,Rechts von dir, sieben Schritte in deinem normalen Tempo, in deinem jetzigen eher zwölf’’, murmelte er, ehe er den Blick von dem Anderen löste und zur Dusche sah. Jetzt musste er die Fassung bewahren, jetzt musste er ruhig bleiben. Aber er konnte es nicht. Alles was er konnte war immer wieder dahin zu starren, als würde er das erste Mal einen nackten Oberkörper sehen, ehe er den Blick auf seine eigenen Füße herabsenkte.
Lovegood konnte den Anderen jetzt unmöglich stützen, aber er könnte ihn da auch nicht hin humpeln lassen. Bei letzterem würde er nur riskieren, dass Carrow ihm vorn über kippte und mit dem Gesicht die Fließen küsste. NARRRRGH.
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28.05.16 21:36 © Balroc Carrow

Weder die hochrote Tönung des lovegoodschen Kopfs, noch dessen geweiteten Blick, den Schock oder das Unglauben, konnte der Schwarzhaarige sehen. Gar erkennen. Oder überhaupt wahrnehmen. Nicht in seinem Zustand. Nicht mit dieser Sicht. Nur der dumpfe Ton eines Schädels, der auf Fliesen stieß, ließ ihn kurz zusammen zucken. Doch  schon gar nicht bemerkte er, wie sich die blauen Augen regelrecht in seine Brust hinein zu bohren versuchten. Missmutig ließ er das Hemd achtlos fallen und hielt sich mit einer Hand weiterhin am Waschbecken. Gruppenduschen, Gruppenbäder. Man war es gewohnt. Balroc nicht sehr. Nein, er mied ohnehin so viele wie es ging. Und das bedeutete so gut wie jeden. Doch in einem Schlafsaal mit weiteren Schlangen brachte eine absolute Verschlossenheit nur Probleme und Erklärungsnöte. Und dies war eine der Situationen in denen es hieß, der Zweck heiligt die Mittel. Ihm war einfach zu warm! Der Zauber war all zu spürbar in seinem Leib. Fiebrig, als hätte er heißen Wüstensand statt Blut in den Adern. Rechts von ihm. Balroc drehte sich vorsichtig in die angedeutete Richtung. Sieben… Zwölf… innerlich schnaubte er, äußerlich nickte er nur.
Und nach einem kurzen Zögern und Sammeln, verspannte er sich und schob sich an der Wand nebst dem Waschbecken vor. Wieder versuchte er Haltung zu wahren. Ja nicht umfallen. Ja nicht. Das kalte Wasser im Gesicht hatte geholfen. Und würde die Schwester das hier mitbekommen, würde sie wohl sofort und ohne zu zucken aus der für Balroc ohnehin unliebsamen Situation einen ganzen Elefanten aus dem Boden stampfen. Ich schaffe das. Ich schaffe das allein. Einfach eiskaltes Wasser für ein paar Minuten. Doch er schaffte es nicht allein. Stockstarr blieb er ausgelaugt nur einen kleinen Meter vorwärts gekommen an der Wand stehen. Und würde er Leanders Anwesenheit nicht spüren, würde er einfach hinab sacken und mit den kalten Fliesen Vorzug nehmen. So jedoch… „Schließen Sie die Tür, Lovegood. Ehe die Schwester uns sieht.“ Mit anderen Worten, Balroc hatte Leanders Anwesenheit situationsbedingt akzeptiert. Denn schon im nächsten Moment streckte er die Hand vorsichtig zur Seite aus. Und damit Leander entgegen.
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Gast


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28.05.16 23:39 © Gast

Leander starrte zu dem Hemd auf dem Boden. Das Ganze nahm Ausmaße an, denen er nicht wirklich vertrauen konnte. Die Brauen zusammen gezogen schien er selbst zu registrieren, dass sich das langsam aber sicher in einen seiner Albträume verwandelte. Nur dass es sich hierbei dieses Mal nicht um eine peinliche Situation handelte, die nur er alleine wahrnehmen würde, sondern ausgerechnet dieser Slytherin musste dabei sein. Die einzige Hoffnung bleib, dass es Carrow bis dato ebenso unangenehm war wie ihm selbst und er darüber kein Wort verlieren würde. Außerdem konnte er es nicht sehen. Ein Grund mehr die Zunge angestrengt heraus hängen zu lassen, wie ein Hund dem viel zu warm war. Der Blonde sah verwirrt von seinem Mitschüler zur Tür und schließlich wieder zu Balroc. Das konnte er doch nicht ernst meinen. Allerdings wies das Gesicht des Anderen keinerlei Anzeichen für einen Scherz auf. Nicht, dass der Lovegood jetzt das Spaß-Gesicht seines Gegenübers kannte, aber so sah das sicherlich nicht aus.
,,Ich- ÄH. Ja.’’ Ein richtiger Wortakrobat der Ire. Deswegen folgte auf diesen überraschend intelligenten Satz auch ein Wink mit dem Zauberstab, der die Tür schloss. Und dann… GRUNDGÜTIGER.

Perplex blickte er zu der Hand, die ihm entgegen gestreckt wurde. Schweißausbrüche kündigten erste Panik ein. Haha! Eine Männerhand halten. Nichts leichter als das.
Wenn er jetzt noch wüsste wie er den Befehl seinen Arm zu bewegen von seinem Hirn an seinen Arm weiterleiten könnte, dann wäre er schon fünf Schritte weiter. So hingegen starrte er noch immer auf die Hand, ehe er sich räusperte. Er konnte nicht dessen Hand halten. Unmöglich.
Deswegen entschied sich Leander den ausgestreckten Arm sich wieder über die Schulter zu legen um den Anderen bis zur Dusche zu bewegen. Konzentriert auf den Tathergang war die Dusche schneller erreicht als gedacht, aber es war auch schwerer als gedacht nur auf das Humpeln des Anderen zu achten. Bloß nicht in sein - großartig. Der Ire hatte den Blick irrtümlich zu dem Gesicht des Dunkelhaarigen wandern lassen und wäre jetzt bei dem Versuch dabei weiter zu laufen beinahe gegen die Duschkabinentür gelaufen. Brummend schob er diese auf, die ganz sicher erst seit einer Minute da war, und bugsierte sich mitsamt seinen Mitschüler ins Innere der Kabine. ,,Kannst du dich halten, dann geh ich.’’ Eigentlich war er ja schon halb Draußen, zumindest mit einem Bein und führte dabei einen seltsamen Spagat zwischen der Kabine und dem Bereich außerhalb aus. Albern, aber es konnte ihn ja niemand sehen. NICHT EINMAL CARROW.
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I FEAR THE FEVER

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