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 Don't need another perfect lie

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11.09.14 17:08 © Gast

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FAYE & BUCHANAN
Nachmittag des 29. Dezembrs 1942, Home sweet Home.


Den Griff eng um den Stiel seines neuen Besens geschlungen, den Schal mehrfach um den Hals gewickelt und den gestrickten Pullover der Gryffindor am Körper trat er hinaus in die Kälte. Die Lederhandschuhe die aus seiner Hosentasche ragten würde er gleich noch brauchen, zumindest wenn er nicht wollte, dass ihm die Finger abfallen würden. Seit seinem Sturz kurz vor Weihnachten und dem darauffolgenden, dreitägigen Aufenthalt im Hospital hatte er den Besen nicht einmal eines Blickes gewürdigt. Doch nachdem er gestern Abend die zehn Kerben in den Griff geschnitzt hatte und die geschnörkelte Zehn am Ende des Besens genauer betrachtet hatte, war der Entschluss gefallen wieder auf den Besen zu steigen. Zwar hatte er sich verletzt, dennoch würde das nicht bedeuteten, dass dies nun ständig vorkommen würde.
Noch vor zwei Tagen hatte er seine ehemalige Zukünftige getroffen. Hübsches Kind, wundervoller Name, reines Blut und dazu auch noch strenge Manieren nach denen sie sich richten würde. Nur hatte Buchanan nicht einen Moment Interesse daran gehabt sie kennen zu lernen. Vor ihrer Familie hatte er ein schlechtes Benehmen vorgegaukelt, hatte das junge Ding während des Essens unsittlich berührt und bevor die Nachspeise serviert war hatte er dreimal erzählt wie er vom Besen gestürzt war und seitdem sein Kurzzeitgedächtnis verloren hatte. Weitere dreißig Mal hatte er die junge Bewerberin nach ihrem Namen gefragt und war äußerst froh als die Familie zurück nach Frankreich kehrte.
Stundenlang hatten er und sein Vater gestritten, am Ende hatte Henry sogar den Zauberstab gegen seinen Sohn erhoben und ihm gedroht. Alles wirkungslos und so trennten sich Beide schweigend. Schließlich war dieser Kampf schon längst ausgefochten und der Gewinner stand lange fest. So musste der Dunkelhaarige einsehen, dass er sein Leben leben musste, so lange es noch ihm gehörte.

Nachdem er, wie er seiner Mutter es versprochen hatte wenige Stunden an dem Klavier gesessen hatte, war er hinauf in sein Zimmer und hatte dort den Besen geholt. Umgezogen empfand er sich als passend für die Kälte gekleidet und trat hinaus. Die Kälte begrüßte ihn beinahe wie einen alten Freund und der beißende Wind fuhr durch das dunkle Haar des Slytherins. Entschlossenen Schrittes war er über den wenigen Schnee gestiegen und war einen Moment wieder froh darüber, dass das Anwesen außerhalb des belebten Londons stand. Ungestört auf dem Besen zu sitzen war ein Privileg was nicht in jeder Gegend vorhanden war.
Mit genug Abstand zum Haus blieb er stehen und zog sich endlich die Handschuhe über. Die Handschuhe hatte seine Mutter gekauft, weil sie genug davon hatte, dass ihr Sohn wirkte als würden seine Eltern sich nicht um seine Gesundheit kümmern.
Noch während er diese überzog, wünschte er sich er wäre tatsächlich wieder im warmen. Noch von hier draußen konnte er die vertrauten Töne der Schallplatten vernehmen und erinnerte sich an das warme Kaminfeuer. Eine Tasse Tee dazu und Gebäck. Hmh. Sehnsüchtig glitt sein Blick zu den Fenstern, während seine Hände bereits der Kälte nachgaben. Doch davon durfte er sich nicht länger ablenken lassen. Schließlich würde der Kamin und auch das Gebäck nicht weglaufen.

Endlich drehte der junge Mann sich weg von dem Anwesen und seinem Zuhause. Dabei legte er den Besen zu Boden, zog den Schal enger und sprach dann leise die Worte, ehe der Besen aufstieg. Mit einem Satz sprang er auf den Besen und fühlte wie es in seinen Händen kribbelte, ehe er hinauf in die Höhe schoss.
Die Kälte umschloss schon sein Gesicht als er über das Anwesen stieg, sie trieb ihm die Tränen in die Augen und zwang ihn dazu die Zähne aufeinander zu beißen. Das Dach und die Zinnen wirkten winzig unter ihm, ein vertrauter Anblick der ihn mehr als nur beflügelte. Doch nicht weniger frei fühlte er sich während er die Geschwindigkeit des Besens vollkommen auskosten wollte, dafür bräuchte er nur eine gerade Strecke und keinen Gegenwind. Immer weiter hoch ging der Flug, ehe er auf dem Satz umdrehte und in voller Geschwindigkeit versuchte alles aus dem Besen zu holen. Immer näher und näher kam er im Sturzflug dem Boden, ehe er nur wenige Meter vorher den Besen abbremste. Der Untergrund schien beinahe gefährlich nah, aber der Schnee hatte den Besen nicht berührt, alles war gut.
Die wenigen Meter die er dort über dem Boden hing wollte er nutzen. Nur äußerst vorsichtig schaffte er es den Besen wieder in eine gerade Position zu bringen und ihn gleichzeitig ruhig zu halten. Langsam nur stützte er sich ab im Griff ab, setzte die Füße auf dem Stiehl auf und begann schwankend auf dem kleinen Holzstab zu stehen. Vollkommen konzentriert, vor allem auf sein Gleichgewicht hörte er nicht wie jemand zu ihm herantrat, bis eine leise Stimme seinen Namen aussprach. Das Gleichgewicht verlierend rutschte er ab und fiel rücklings vom Besen in den Schnee. Leise stöhnend kam er auf, war beruhigt das es nur das kleine Stück war und richtete sich schwerlich auf. Sofort heftete sich sein Blick auf die Dunkelhaarige die nicht weit entfernt von ihm stand und musterte sie abwartend.
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11.09.14 18:39 © Gast

Faye störte sich nicht an der eisigen Kälte, weder trug sie Handschuhe, noch Schal, ja nicht einmal einen Mantlel, mehr als eine Lederhose und einen Pullover in der Farbe ihres Hauses - Ravenclaw - und schien die Kälte nicht einmal zu spüren. Doch so war es bei ihr schon immer gewesen - mit Kälte kam sie schon zu gut klar, Wärme allerdings tat ihr gar nicht gut. Ihre stets blasse Hautfarbe war für niemanden mehr ungewöhnlich, alle wussten, dass sie sehr lichtempflindlich war und in der Wärme einzugehen vermochte wie ein Schneemann.
Sie löste die Finger aus der warmen Umklammerung der Hosentaschen, wusste, wenn ihr Vater sie ihn dieser Kleidung sehen würde, ihr eine Tracht Prügel bevorstehen würde - wenn nicht durch ihn, dann durch ihre Mutter. Beide konnte sie nicht ausstehen, nein, sie hasste sie sogar, ebenso Hazel. Buchanan war der einzige in dieser vermaledeiten Familie, der nicht einen Besen gefressen zu haben schien.
Nein, stimmt, ihr Bruder pflegte eher vom Besen zu fallen. Himmel, welchen Hass sie auf das Mädchen gehabt hatte, welches er heiraten sollte. Buchanan wusste zweifellos nicht, dass die Hexe, seine kleine Schwester, schon von klein auf in ihn verliebt war. Die Rosier verstand es gut, ihr Innenleben zu verbergen. Die ganze Zeit hatte sie darum gekämpft, die Fassade aufrecht zu erhalten, denn die Tränen hatten in ihren eisblauen Iriden gebrannt, doch niemandem hatte sie sie gezeigt. Ihre Wange war noch deutlich gerötet gewesen, denn Hazel hatte es für witzig befunden, sich über sie lustig zu machen.
Als Buchanan gefallen war, hatte sie eine Panikattacke gehabt. Sie hatte getobt und geweint, hatte gedacht, ihr Bruder wäre tot. Vor Wut hatte sie geschrien wie toll, als ihr Vater einen Zauber auf sie angewendet hatte, um nicht zu Buchanan zu stürzen. Dafür hätte sie ihm am liebsten die Kehle aufgeschlitzt.
Faye war kein unschuldiges, liebes Ding, manche ihrer Gedanken konnten unglaublich schwarz und böse sein. Auch wenn sie nach außen hin immer wie ein perfekt erzogenes Mädchen aus einer guten Familie erschien, sie hasste es, eine Reinblütterin zu sein, lieber hätte sie Muggeleltern als ihre eigenen, die sie nicht liebten - sie konnte es in den kalten Augen ihrer Eltern sehen. Sie wollten einfach nur nicht ihrem Ruf schaden.
Pah! Was für ein Blödsinn.
Ihre Eltern waren die geborenen Speicllecker, wenn es darum ging, ihren Ruf zu schützen und das hasste sie an dieser Familie - und sie hasste es, nicht selbst entscheiden zu können, wen sie heiraten würde. Buck war da nochmal rausgekommen fürs erste, aber sie hätte es nicht so leicht.
Einen schlimmen Fluch entrang sich ihr und sie trat in den losen Puderschnee, könnte in diesem Moment wieder genau spüren, wie sie die Hand zur Faust geballt und Hazel geschlagen hatte. Die Hexe war zwar zierlich, aber sie hatte einiges an Kraft - und mit dieser hatte sie ihrer Schwester die Nase gebrochen und war dafür geohrfeigt worden. Schmerz konnte sie ignorieren - sie verletzte sich oft und bekam mit schöner Regelmäßigkeit Schläge, man gewöhnte sich daran.

Faye hatte sich diebisch darüber gefreut, dass die Familie und Buchanans nun ehemalige Verlobte wieder zurück nach Frankreich waren und ihrer Meinung nach bleiben konnten, wo der Pfeffer wuchs. Kurz gesagt: Weit, weit weg.
Die Dunkelhaarige hatte die eisig blauen Iriden auf keinen bestimmten Punkt gerichtet, als sie Buchanan plötzlich auf einem Besen sah und irgendwie lächeln musste deswegen. Also hatte er sich doch drauf getraut. Mit regem Interesse sah sie ihm zu und da fiel ihr ein, dass sie ihm noch gar nicht ihr Geschenk gegeben hatte, als ihre Finger den kleinen Beutel aus grünem Samt in der Hosentasche spürte.
„Buchanan?", ließ sie die melodische Stimme ertönen, auch wenn der Wind sie leiser klingen ließ. Mit leichtem Schreck sah sie zu, wie er vom Besen fiel, sich gewahr, dass ihr das nicht passiert wäre - sie war nicht grundlos Hüterin. Und sogar noch Vertrauensschülerin ... Sie half anderen, vor allem jene, die keine Reinblüter waren, konnten sich ihrer Sympathie sicher sein. „Alles in Ordnung?", wollte die Rosier wissen und ging zu ihm, während sie den Samtbeutel aus der Tasche befreite. Ungeniert griff sie nach seiner Hand und drehte sie mit der Handfläche nach oben gerichtet um, während sie den Beutel öffnete und eine Silberkette in seine Hand gleiten ließ, mit einem Anhänger in Form eines Wolfes mit winzigen Smaragden für die Augen und wunderschön eingearbeiteten Details, welche das Fell, die Ohren und all sowas zeigten. Sie selbst hatte eine ähnliche, jedoch mit Saphiren und sie zeigte jene nie. Faye hatte extra alles Geld gespart und sich beide Ketten handgefertigt machen lassen. Handarbeit gefiel ihr besser als jene durch Zauberei. „Zwar etwas zu spät ... aber das ist mein Weihnachtsgeschenk an dich."
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11.09.14 22:59 © Gast

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FAYE & BUCHANAN
Nachmittag des 29. Dezembrs 1942, Home sweet Home.


Sein gesamter Körper war angespannt, darauf konzentriert sein Gleichgewicht auf dem Besen zu halten. Wenn er flog dann gab es nur eine Sache die von Bedeutung war und das war das fliegen. Nichts würde jemals etwas daran ändern, an diesem Gefühl von Freiheit was er verspürte wenn er die Luft durch sein Haar fuhr und der Boden unter ihm mehr und mehr verschwand. Selbst der Unfall hatte nichts daran geändert, auch wenn er so gefürchtet hatte, so irrte er. Schon als der Dunkelhaarige auf dem Besen gesessen hatte waren jegliche Zweifel passé und alles was er noch verspürte waren die Gefühle nach denen er sich gesehnt hatte. Umso erschrockener schien er als eine leise Stimme seine Konzentration durchbrach und ihm das Gleichgewicht stahl. Als würde er auf einem Blattpapier stehen das jemand unter seinen Füßen wegzog. Sein Blick fuhr herum zu seiner Schwester, blieb vorerst in ihrem Gesicht hängen, welches er eher verärgert betrachtete. Nicht weil er wirklichen Ärger verspürte, eher weil er sich gestört bei etwas fühlte was er hatte tun wollen. Sie hatte ihn gestört. Nicht das er ihr das vorwerfen würde, dennoch stimmte es.

Sein Blick fuhr über ihren Körper und blieb sofort an der Hose kleben. Die dunklen Brauen zogen sich eng zusammen, Falten bildeten sich auf seiner Stirn und seine Lippen verzogen sich zu einer dünnen Linie. Das er das ebenso wenig gut hieß wie seine Eltern war ihm anzuerkennen, dass sie das spätestens ablegen müsste wenn sie einmal kein Kind mehr wäre, müsste auch ihr klar werden. Doch müsste der Tag erst einmal kommen an dem der Rosier seine Schwester nicht länger als ein Kind betrachten würde. Er würde in ihr wohl immer die jüngere sehen, die unüberlegte und vor allem Jemanden der auf Andere angewiesen war, denn letzten Endes war sie nicht der Bruder den er immer gewollt hatte, sondern seine Schwester. Faye war ein Mädchen und würde schon bald zu einer erwachsenen Frau heranwachsen die heiraten und Kinder großziehen würde. Auch wenn ihr Bruder es sich noch so wenig vorstellen konnte, so schien es dennoch nicht so weit entfernt wie gedacht.
Als sie ihn fragte ob alles in Ordnung wäre blinzelte er immer noch sichtlich verwirrt über ihr plötzliches Erscheinen und vor allem ihre Aufmachung. Unbeholfen schaute er sie einfach nur an, konnte nicht nach Worten greifen die ihm sonst so leicht zufielen. Beinahe schon unbeholfen wirkte der junge Mann wie er dort in dem Schnee lag, regungslos und stumm.
Es dauerte eine Weile bis er aufstand und letztendlich dort vor ihr stehen konnte. Den Schnee putzte er sich von der dunklen Kleidung und war froh nicht den schweren Mantel in diesem Moment zu fühlen. Sein Blick glitt kurz herum, vor allem um zu sehen ob ihre Eltern nicht doch in der Nähe waren. Doch nichts war zu sehen.

Die Dunkelhaarige ergriff seine Hand woraufhin der Slytherin sichtlich zusammen zuckte. Übermäßiger Kontakt löste bei ihm noch immer die selbe Reaktion aus. Außerdem war es ihm immer unangenehm körperlichen Kontakt mit Anderen auszutauschen. Auch wenn es da wohl wenige Ausnahmen gab. Vor allem dachte er dabei an die Rothaarige welche ihm sicherlich näher gekommen war als sie es hätte tun sollen. Diese Handlungen waren von ihnen Beiden nicht durchdacht gewesen, doch was änderte es schon sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wenn man doch auch die Gedanken und Schwierigkeiten des eigenen kleinen Geheimnisses verbergen kann. Zumindest dachte Buck so darüber. Das Pamela ebenso stillschweigen führen würde musste nicht hinterfragt werden. Zu frisch waren die Erinnerung an den kleinen Disput den sie hatten. Vor allem aber konnte er sich noch allzu gut an die Versöhnung erinnern.
Den Blick auf die Augen seiner Schwester gerichtet musterte er sie, zog jedoch eine Augenbraue hoch als sie etwas auf seine behandschuhte Hand gleiten ließ. Bei ihren Worten glitten seine Blicke hinab auf den silbernen Anhänger in seiner Hand. Geld war in seiner Familie eindeutig ein Wort was an Bedeutung verloren hatte, es war also kaum verwunderlich, dass die Geschenke innerhalb ihrer Bande oftmals kostspielig waren. Allerdings versuchte der Zauberer sich stets aus diesem Kreis des Schenkens hinaus zu halten. Vor allem weil die Verbindung die er zu seiner Familie wenig von Herzlichkeit geprägt war. Dennoch hatte er seiner Schwester Hazel ein Kleid geschenkt und hatte Faye einen Stoffbären geschenkt, dass in diesem Süßigkeiten und ein Buch mit dunklen Zaubersprüchen verborgen war, hatte er ihr erst eröffnet als seine Eltern außer Reichweite waren. Schließlich musste niemand wissen, dass er seine Schwester früher als nötig in die dunklen Familien Geheimnisse einweihte.
Während er ihr Geschenk musterte, nickte er nur spärlich. Dabei schloss er die Hand um den Anhänger, ehe er ihn sicher in seiner Hosentasche verstaute und sich eines leichten Lächelns erbarmte. ,,Wann ist unwichtig. Auch wenn mir Pünktlichkeit normalerweise am Herzen liegt'', murmelte er nachdenklich und betrachtete sie.

Mit einer schnellen Bewegung zog er seinen Besen aus dem Schnee. ,,Wenn sie dich so sehen wird Mutter wieder damit anfangen dich höchst persönlich in die Röcke einzukleiden und dir die Kleider eigenhändig über den Kopf zu ziehen. Ist es das was du willst?'', hinterfragte er ihre Kleidung. Dabei wich sein Blick nur kurz zu der Hose. Ein abwertendes Schnauben folgte. ,,Du siehst furchtbar aus'', meinte er und drehte ihr sich zu. Vorsichtig stieß er sie ein paar Meter zurück, beinahe wie einen kleinen Schubser und lachte dann. ,,Du siehst sogar besonders furchtbar aus. Mehr wie ich mir einen weiblichen Troll vorstelle. Kein Mann der Welt wird eine so männliche Frau heiraten wollen, du siehst garstig aus'', seine Worte klangen ebenso rau wie seine Stimme, wobei er sie beinahe schon spöttisch betrachtete.
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12.09.14 19:09 © Gast

Faye war niemand, der nach der Nase anderer herumtanzen wollte. Das stand ihr nicht und war auch nicht mit ihrem Charakter vereinbar. Sie war wild, rebellisch und ein Bündel rauer Kraft, die sie gut einsetzen konnte. Entweder psychisch oder physisch, das war einerlei.
Die Hexe konnte aufbrausend sein. Sehr sogar. Ihr Temperament war innerhalb der Familie bekannt, doch ihre Verwandten waren die einzigen, die es zutage förderten.
Wenn sie nur daran dachte, dass man sie in ein paar Jahren verheiraten würde, wurde ihr ganz anders. Man würde sie nie mehr als Person ansehen, sie hätte die Rolle einer Zuchtstute inne. Die heranwachsende Frau wollte keine Kinder haben - niemals. Sie war sehr viel reifer als Hazel, welche dabei älter war als sie, ihr Körper war schon der einer Frau, so jung sie auch war, daran gab es keinen Zweifel. Mit elf hatte sie zum ersten Mal geblutet, was wahrlich schon früh war. Glücklicherweise war sie unbekleidet zu dem Zeitpunkt gewesen und hatte gebadet, als sie es gemerkt hatte. Niemand außer ihr wusste davon, doch sie erinnerte sich gut daran, wie sie damals zu Buchanan gerannt war und geweint hatte. Diesem Tag hat sie immer mit Furcht entgegen gesehen. Auch wenn sie Buck nichts gesagt hatte, war ihr Verzweiflung beinahe greifbar gewesen.

Von dieser war jedoch nichts zu spüren oder zu sehen, als sie ihren Bruder betrachtete, der mehr einem Schneemann glich als etwas anderem. Mit Wehmut sah sie auf den Besen, die Eltern hatten ihr verboten, außerhalb der Schule zu üben, gaben sogar ihr die Schuld daran, dass Buchanan diesen Unfall gehabt hatte.
Anders als Hazel und die anderen ihrer Familie musste sie sich ihr Taschengeld verdienen - das hatte sie, in dem sie gewisse Arbeiten der Bediensteten übernommen und diese ihr dafür als Dank etwas Geld gegeben hatten, sodass sie das Geld für die Ketten hatte zusammen kriegen können. Eigentlich hatte sie nur eine Kette für ihren Bruder in Auftrag gegeben, weil sie sich eine zweite nicht hatte leisten können, doch der nette Mann, der beide Anhänger gemacht hatte, hatte ihr die mit dem blauäugigem Wolf geschenkt - blau, weil ihre eigenen eisblauen Augen dazu passten. Aber sie wollte nicht, dass ihre Familie ihre Kette zu sehen bekam, weshalb sie sie unter der Kleidung verbarg.

Das dunkle Haar war unentwegt ob des Windes in Bewegung und auch ihre Bemühungen, sie hinters Ohr zu klemmen, waren nicht von Ruhm gekrönt. Kühl lag ihr Blick auf Buchanans ebenfalls blauen Seelenspiegeln, auch wenn sie nicht ein solches Eis inne hatten wie die ihren. Faye wusste, dass ihre Verliebtheit wohl davon kam, dass sie den Rest ihrer Familie verabscheute und sie ihren Bruder nie würde haben können. Damit schützte sie sich davor, ihr Herz an jemanden zu verlieren, der nicht für ie unereichbar war, den ihre Eltern aber wahrscheinlich nicht akzeptieren würden. Missmutig biss sie sich auf die Unterlippe, während sie nur mit den Stiefeln, der Lederhose und dem Pullover im Schnee stand, doch sie hatte nicht einmal eine Gänsehaut oder blaue Lippen.
Die Rosier war längst aus dem Alter raus, in dem sie sich über einen Teddy freute, doch da das Geschenk von Buchanan gekommen war, hatte sie sich dennoch darüber gefreut, eine gewisse Enttäuschung allerdings auch empfunden. Doch dann war ihr Bruder an sie herangetreten, als sie beide alleine waren und nicht nur Süßigkeiten zutage befördert, sondern auch ein Buch voller dunkler Zaubersprüche. Ihr Bruder wusste um ihre unheilige Liebe zur dunklen Magie und sie hatte schon fast jeden Zauberspruch auswendig gelernt und die Bewegungen des Zauberstabs beherrschte sie zu jedem Spruch ebenfalls perfekt. Wenn etwas verboten war, reizte es sie nur noch mehr, aber niemand außer ihrem Bruder wusste das - und das war auch gut so! Ihre Eltern würden im Dreieck springen, wüssten sie dies oder um die Tatsache, dass Buchanan sie in die Dinge einweihte, die sie deren Meinung nach noch nicht wissen dürfte.
Ein Lächeln zierte die femininen Züge und erwiderte damit das ihres Bruders. Ja, Pünktlichkeit war für ihn wichtig, deswegen tat es ihr insgeheim leid, dass sie ihm die Kette jetzt erst hatte geben können.

Doch allzu schnell war das Lächeln wie fortgewischt und ihre Augen schoßen Eispfeile auf ihn ab. „Was ich will, ist Unabhängigkeit. Röcke und Kleider sind wenig angenehm und nur im Weg. Sie sieht es doch eh nicht, und solange du ihr nichts sagst, erfährt sie es ja auch nicht", erwiderte sie mit einem Schulterzucken. Ihre Mutter konnte ihr gestohlen bleiben, sie selbst passte nicht in diese Familie, das erkannte man schon daran, dass sie in Ravenclaw war und nicht wie so ziemlich jeder andere in Slytherin, sie glaubte nur, dass sie eine Großmutter hatte, die im selben Haus wie sie gewesen war. Sogar Buchanan war ein Slytherin und DAS tat mehr weh als irgendetwas anderes.
Die Hexe verengte die Augen und setzte ihren Hüterblick auf. Selbstbewusst, hart, energisch, ehrfucht gebietend. Der Stoß ihres Bruders brachte sie nicht im Geringsten aus dem Gleichgewicht, mit Anmut bewegte sie sich. „Ich will auch gar nicht, dass mich irgendwer heiratet, und das weißt du! Es interessiert mich nicht, wie ich für andere aussehe." Dennoch hatte er sie verletzt mit seinen Worten, der Spott in seiner Stimme schmerzte sie mehr als sonst irgendetwas. „Ich will keine Zuchtstute werden", raunte sie leise und wandte den Blick ab, machte sogar auf dem Absatz kehrt und ging teils bekümmert, teils zornig, auf den Wald zu.
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12.09.14 20:26 © Gast

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FAYE & BUCHANAN
Nachmittag des 29. Dezembrs 1942, Home sweet Home.


Auf den Zügen seiner Schwester spielte sich ebenfalls ein Lächeln ab, so wie auf den seinen. Auch wenn seines weitaus zögerlicher war als das ihre und er sich beinahe ihr gegenüber schon unbeholfen fühlte. Doch wann fühlte er sich auf dieser Ebene nicht wie ein Anfänger? Selten zeigte sich überhaupt eine Regung auf seiner Mimik und nun wo seine kleine Schwester ihn anlächelte, fühlte er nichts. Doch das wollte er ihr auf keinen Fall zeigen. Buchanan wollte nicht, dass seine Schwester sich noch weniger gemocht von ihm fühlte als sie es generell schon tun musste. Nach all der Zeit in der er ihr weniger Beachtung geschenkt hatte, wie all seinen Familienmitgliedern, wollte er zumindest ihr nicht wieder das Gefühl nehmen, dass sie sich mit ihrem Bruder verstand.

Seine Worte reichten jedoch aus um das Lächeln auf ihren Zügen wieder verschwinden zu lassen. Umso einfacher für ihn nach all dem Spott und der ehrlichen Belustigung, zumindest nun das freundliche Lächeln aus seinem Gesicht zu nehmen. Schließlich wollte er nicht, dass sie noch glaubte, dass dieses Verhalten zur Gewohnheit werden würde. Außerdem wusste sie genau was er von ihrem, tatsächlich, lächerlichen Verhalten hielt. Auch wenn ihr Blick wohl so manchen verschreckt hatte, traf es den Slytherin eher wenig. Beinahe kritisch musterte er die Dunkelhaarige dabei wie sie sich mehr und mehr in eine Szenerie bugsierte mit der sie nicht umgehen konnte. Allein ihre Worte ließen darauf schließen.
,,Unabhängigkeit? Du klingst eher wie ein starrsinniges Kind'', fluchte er und schüttelte den Kopf über sie und ihr schreckliches Auftreten. ,,Ja wer weiß, vielleicht sollte ich es ihr sogar sagen. Damit sie dich sieht und dir deinen Kopf rein wäscht von diesem Unfug'', wütend ballte er die Hand zu einer Faust und rollte nur mit den Augen. Würde sie jemals lernen? Wenn er sie ansah sah er noch immer das selbe kleine Mädchen wie vor vielen Jahren. Tatsächlich fragte er sich ob sich das jemals ändern würde, ob sie in seinen Augen jemals wahre Reife erreichen könnte und er sie tatsächlich als eine Frau betrachten könnte. Doch wie sollte das gehen, wenn mit ihrem Namen allein der Begriff 'kleine Schwester' einherging. Das würde sie immer für ihn bleiben und so würde er nicht anfangen sie anders zu betrachten nur weil sie auf einmal von großen Worten wie Unabhängigkeit sprach. So wie er Faye einschätzte, konnte sie nicht einmal die Bedeutung dieses Wortes einschätzen. Unabhängigkeit, Freiheit; davon hatte er geträumt als er noch geglaubt hatte, dass diese Worte Bedeutung hatten in seiner Welt. Doch in ihrer Beider Welt würden diese Worte nie mehr als große Träume oder Wünsche bleiben. Wie ein Stern den sie am Himmel sahen jedoch nie erreichen konnten. Wieso fiel es ihm so leicht das zu erkennen und ihr so schwer? Wenn er nur könnte würde er ihr diesen Gedanken am liebsten auf die Hand schreiben damit sie es jeden Tag sah, ihr es es immer wieder zu rufen bis sie ihn endlich verstand. Doch es war nicht seine Aufgabe seiner Schwester die Augen zu öffnen; das konnte er und würde er nicht. Es war allein ihre Verantwortung, dass sie eines Tages die Welt mit all ihren Fehlern sehen würde und nicht länger wie ein kleines Kind durch ihr Leben rannte ohne die Augen geöffnet zu halten.
Den kleinen Schubser den er ihr verpasste hatte lediglich den Hintergrund gehabt, dass er sie aufwecken wollte. Wie ein liebesvolles rütteln. Nur das liebevoll nicht auf der Liste von Eigenschaften des Dunkelhaarigen stand. Grummelnd musterte er sie bei ihren Worten und schüttelte nur den Kopf.
,,Es sollte dich interessieren was für ein Licht du auf deine Familie wirfst. Du lebst nicht nur für dich! Du kannst nicht so blauäugig sein und glauben, dass du auf ewig so weiter machen kannst'', erst nachdem er die Worte ausgesprochen hatte wurde ihm bewusst wie sehr er nach seinem Vater klang. Wenn es etwas gab womit er nicht umgehen konnte, dann die Tatsache, dass er seinem Vater umso älter er wurde immer mehr ähnelte. Ein Gedanke der ihn immer wieder erschrak, wo er doch nichts mehr verabscheute als den älteren Rosier und alles was er wollte, war möglichst viel Abstand zwischen diesem und sich zu bewahren.

Seine Schwester drehte sich um und er schnaubte laut. ,,Ist das alles was du kannst? Sobald es ein bisschen schwierig für dich wird weglaufen? Du hast es nicht verstanden, aber du bist schon lange nur eine von vielen Marionetten und wenn es soweit ist, wird er dich an einen anderen Spieler weitergeben. So wie jeden von uns, also solltest du lieber damit anfangen dich damit anzufreunden anstatt wegzulaufen wie ein kleines Mädchen. '', wütend trat er in den Schnee vor sich und grummelte leise. Mädchen. Schlimm genug das Oakley sich als so anstrengend bewiesen hatte, das hier hatte ihm noch gefehlt. Das selbst seine Schwester nun eine Frau von der anstrengenden Sorte werden würde, hatte er all die Jahre nicht gewollt, doch nun war es zu spät.
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13.09.14 19:13 © Gast

Faye konnte nichts gegen die unbändige Wut machen, die in ihr brodelte wie Magma in einem Vulkan, welche kurz davor stand, auszubrechen. Auch wenn sie Buchanan gerne hatte und wusste, dass er sich meist aufs schauspielerin beschränkte - denn sie wusste, dass sein Lächeln nicht so ehrlich wie das ihre gewesen war -, so war er es meistens, der sie mit seinen Worten am meisten verletzte. So war es immer, er als die wichtigste Person in ihrem Leben tat ihr immer am meisten weh.
Aber nur selten schaffte er es, die Hexe wütend zu machen, Hazel hingegen konnte das sehr gut. Das Schlimmste war allerdings, dass jedes Mal, wenn ihr Bruder sie verletzte, ein weiterer Teil ihres Lebenswillens zersprang und wie ein Glas voller Risse neue bekam. Und er merkte es nicht einmal. Zwar wusste sie, dass er sich nur ihretwegen um ein Lächeln bemüht hatte, doch es machte die Situation nicht besser, nein, verschlimmerte sie eher, wenn auch nur für sie.
Die Rosier verfluchte die Tatsache, dass sie noch nicht volljährig war und somit die Gefahr bestand, von der Schule verwiesen zu werden, sollte sie einen der dunklen Zaubersprüche oder sonst einen anwenden, denn sonst hätte sie längst nicht mehr an sich gehalten. Sie hätte ihm auch gerne einfach eine gescheuert, doch das würde er nicht ungestraft lassen.
Faye wusste, dass es nichts bringen würde, mit Buchanan zu diskutieren, doch wie wusste, dass die Zeit kommen würde, in der sie selbst für sich entscheiden konnte. Und dann würde sie dieser schrecklichen Familie den Rücken kehren können.
Traurig schüttelte sie den Kopf. Er würde es nie verstehen, sie nie verstehen. Es wäre vollkommen sinnbefreit, etwas zu erwidern.
Ihrem Bruder konnte sie einfach nicht begreiflich machen, wie sie sich fühlte. Hazel hätte mit Sicherheit kein Problem, sich mit irgendwem vermählen zu lassen, um dann Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen. Hazel war wie ihre Mutter. Faye ähnelte niemandem. Höchstens die dunklen Haare wiesen sie als Tochter der Rosier aus, aber selbst das Eisblau ihrer Augen war noch bei keinem vorgekommen. Sie konnte sich noch genau daran erinnern, wie sie von ihren Eltern einen Brief bekommen hatten, weil sie nicht wie alle anderen nach Slytherin gekommen war, sondern nach Ravenclaw. Entäuschung gepaart mit einem gewissen Zorn darüber hatte sie von ihren Eltern entgegen bekommen, seit sie wieder zuhause war. Doch sie selbst war froh über die Wahl des Hutes gewesen, er musste erkannt haben, wie sehr sie Slytherin hasste, auch wenn ihr Bruder dort war, und sie mit seiner Entscheidung überglücklich gemacht hatte. Bei ihr hatte es ein wenig gedauert, bis er sie ihrem Haus zugeteilt hatte, doch das war ihr hinterher trotz aller Aufregung und Angst egal gewesen.

Seit wann interessiert es dich eigentlich, welches Licht ich auf diese Familie werfe? Hast du nicht etwa alles daran gesetzt, deine Verlobte und ihre Familie schnell wieder vom Halse zu haben?! Warum solltest du das dürfen und ich nicht? Du willst doch genauso wenig wie ich in eine Ehe gezwungen werden! Und ist es etwa nicht mein Leben? Ich bin ich, ich habe eine eigene Persönlichkeit und bin kein Gegenstand. Oder ist es das, was du in mir siehst? Ein ... Ding? Ein Objekt, das aufgrund seines Geschlechts nichts zu entscheiden hat?" Jegliches Gefühl schwand aus ihrer Miene und der Blick aus ihren eisblauen Iriden war kalt und erinnerte an den Tod höchstpersönlich. Es war das einzige Indiz darauf, dass sie durchaus in der Lage wäre, sich selbst oder einem anderen das Leben zu nehmen, damit man ihr keine Ketten anlegen konnte. Vermutlich aber eher sich selbst.

Faye hatte sich abgewendet und stampfte in Richtung Wald, als seine Worte sie innehalten und kehrt machen ließen. „Ich soll mich also mit etwas anfreunden, was du selbst nicht zu tun vermagst? Hörst du dir eigentlich selbst zu und deinem sinnlosen Geschwätz? Aber warum frag ich eigentlich, natürlich tust du das nicht", erwiderte sie und stellte sich so dicht vor ihren Bruder, dass nicht einmal mehr ein Blatt Papier zwischen ihnen Platz gefunden hätte. „Und für jemanden, der seinem Vater nicht ähnlich werden will, wirst du von Tag zu Tag mehr wie er. Ist dir das eigentlich schon mal aufgefallen?"
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14.09.14 15:20 © Gast

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FAYE & BUCHANAN
Nachmittag des 29. Dezembrs 1942, Home sweet Home.



Man mochte es ihm vielleicht nicht ansehen, doch der Rosier war es Leid. Zwar hatte er durchaus seine Schwierigkeiten mit seiner Familie, doch würde er deswegen nicht wieder anfangen eine große Geschichte daraus zu machen. Von der gesamtem Dramatik und diesem elenden hin und her hatte er genug. Schon viel zu lange war er ein Teil dieses einzigen Disputs der seine Familie ausmachte und nicht einen Tag länger würde er diesem standhalten wollen. Zumindest nicht einen Tag länger als notwendig. Zwar war ihm durchaus bewusst, dass Flucht aus einer Welt zu der er gehörte nicht möglich wäre, doch würde er es zumindest erreichen fernab von aufmüpfigen Schwestern und herrischen Vätern ein Leben aufzubauen. Mit Sicherheit würde er Dinge anders tun und anders betrachten als alle um ihn herum, er würde nicht die selben Fehler tun wie seine Eltern es taten. Auch wenn es noch so schwer schien und noch so weit entfernt, so waren dies Gedanken an denen er sich festhielt.

Die Worte seiner Schwester schienen mit dem Wind an ihm vorbeizuziehen und nichts anderes als Gleichgültigkeit zu hinterlassen. Mehr war es nicht was sich auf seinen Gesicht abspielte während sie dort mit ihm sprach. Buchanan war niemand der von Vorurteilen Abstand hielt, eher hielt er sich an die althergebrachten Ansätze und empfand es allein deswegen als furchtbar unangebracht wie seine Schwester sich ihm gegenüber gab. Vor allem weil sie eine Frau war oder sich zumindest wie eine benehmen zu wissen sollte. Doch ihre Worte ließen auf etwas ganz anderes schließen und er konnte kaum glauben, dass sie die selbe Erziehung genossen hatten. Schließlich wusste seine Schwester Hazel sich zu benehmen, sie wusste was es bedeutete ein Teil dieser Familie zu sein und konnte sich dementsprechend auch verhalten. Ein Verhalten was er mit ihrem Alter begründete und allein deswegen Faye nur umso mehr für ein Kind hielt. Wieso fiel es ihr so schwer sich in diese Welt einzufügen? Noch immer vermochte er nicht zu glauben, dass sie tatsächlich dachte sie würde eines Tages dieser Welt entfliehen können. Ihre Zukunft schien bereits nieder geschrieben und war ebenso klar wie die seine. Wenn sie das nicht einsehen wollte, war das ihr Fehler. Zumindest dessen war er sich sicher.
,,Was ich in dir sehe? Ein Kind Faye, genau das sehe ich in dir und mit jedem deiner Worte machst du es nur deutlicher'', seine Stimme war jeglichen Emotionen fern geblieben und er schüttelte ungläubig den Kopf. ,,Doch bald kannst du kein Kind mehr sein, du solltest anfangen dich an den Gedanken zu gewöhnen, dass deine Zukunft schon lange bevor steht'', murrte er. Dabei dachte Buck zurück an die Verlobte die er verscheucht hatte und schüttelte den Kopf. Das war etwas anderes. Vor allem nachdem er noch immer versuchte einen Platz für Oakley in seiner Welt zu finden. Wie verzweifelt versuchte er aus ihr einen Teil seines Lebens zu machen und musste sich zugestehen, dass es nicht möglich war. Das er sich während der Verlobung wie ein Verrückter benommen hatte wusste er. Hatte er immer gewusst und hatte es mehr aus Wut auf sich und seinen Vater getan. An dem Abend hatte er exakt diesem die Schuld daran gegeben, dass für die Rothaarige kein Platz an seiner Seite war. Doch nur wenig später war ihm bewusst geworden, dass dieser ebenso wenig Schuld daran trug was die Etikette vorschrieb wie der Brite selbst. In all den Jahren hatten seine Eltern nur jemand geformt der in dieser Hölle überleben konnte und der perfekt mit ihr harmonierte. Die Regeln hatten sie dabei nicht geschaffen.
,,Du kannst mich und dich nicht vergleichen. Begreifst du denn nichts?'', sein Zorn nahm überhand und vor allem fand er den Weg langsam wieder zurück in seine beinahe alltägliche ihn begleitende Wut. Viel zu sehr hatte er versucht diese zurückzuhalten nur um zu merken, dass es absolut keinen Sinn machte sich dagegen zu verwehren. Schon viel zu lange war es ein Teil von ihm den er nicht mehr loswerden konnte, es gab keinen Weg zurück und es gab nichts was all den Hass den er noch immer in sich spürte verschwinden lassen konnte. Abscheu die er selbst für das das Gesicht direkt vor sich empfand.

Als die Brünette sich langsam von dem jungen Mann entfernte sprach er zu ihr, weil er nicht glauben konnte, dass sie sich nun davon lief.
Doch im Nachhinein wäre ihm lieber gewesen, dass sie tatsächlich gegangen wäre, denn ihr jetziges Verhalten schaffte es eher, dass er nur noch wütender wurde. Kein Wort kam über seine Lippen während sie langsam zu trat, bis sie ihm so nah kam, dass er am liebsten einen Satz zurück gemacht hätte. Nähe war nichts für den Zauberer, nichts womit er etwas anfangen konnte. Seine Braue zuckte auf Grund ihrer Worte verdächtig und seine Augen verengten sich. Sein Blick schien abschätzend, strafend während seine eigene Hand schon lange nach dem Zauberstab gegriffen hatte den er bei sich trug.
,,Hüte deine Zunge'', fauchte er sichtlich angespannt und musste sich beherrschen nicht sofort den Zauberstab zu ziehen. Seine Lippen hatten sich mehr und mehr zu einem einzigen dünnen Strich verformt während er seine Schwester wütend anfunkelte. Hadernd zwischen dem was er tun sollte, musste er sich anstrengen nicht einfach seinem Zorn nachzugeben. Seine freie Hand hatte er zur Faust geballt wobei die Knöchel schon weiß vor Anspannung hervortraten. Mit Sicherheit hatte die junge Frau nicht die geringste Ahnung was sie bei ihrem Gegenüber allein mit diesen Worten auslöste und der Dunkelhaarige selbst versuchte seine Gedanken wandern zu lassen.
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14.09.14 20:16 © Gast

Sie wusste, es hatte keinen Sinn, mit ihm zu sprechen, ihm zu sagen, wie sie sich bei der ganzen Sache fühlte. Es wäre ihm sowieso egal. Das tat mehr weh als alle Schläge, die sie je bekommen hatte. Im Moment ging die Beziehung, die ihr immer am wichtigsten gewesen war, kaputt, und beide waren sie schuld daran, doch nicht selten hatte sie das Gefühl, die einzige zu sein, der der Erhalt dieser überhaupt noch wichtig schien. Tränen brannten in Fayes Augen, doch sie blinzelte sie entschieden weg, wollte vor Buchanan keine Schwäche zeigen. Nicht vor der Person, die sie als Bruder so sehr liebte, wie niemanden sonst aus ihrer Familie. Sie wollte nicht, dass das, was Buck und sie noch hatten, auch noch zerbrach. Das wollte sie wirklich nicht. Doch sie wusste, dass sie recht hatte, dass Frauen eines Tages wirklich für sich selbst würden entscheiden können. Sie hatte es gesehen, wusste daher, dass es so kommen würde. Doch wenn niemand etwas dafür tat, dann würden sie auf ewig nichts dürfen.

Fayes Worte schienen Schneebälle zu sein - sie trafen zwar den Rosier, wurden jedoch nicht verspürt. Und das weckte tiefen Zorn in ihr, diese Gleichgültigkeit, die auch ihr Vater inne hatte, konnte sie nicht mehr ertragen. Verstand er sie denn wirklich überhaupt nicht? Warum? Warum nur war das so, wieso war diese Welt so verdammt ungerecht und trat einen auch dann noch, wenn man schon am Boden lag?!
Dass du nicht mehr als das in mir siehst, tut mir leid", erwiderte sie mit tonloser Stimme und es verletzte sie, dass dies alles sein sollte, was er zu erkennen vermochte. „Meine Zukunft", wiederholte sie spöttisch. Sie hatte gewisse Dinge aus ihrer Zukunft in schemenhafter Form schon zu sehen bekommen. Sogar aus der seinen, doch sie hütete sich, anderen von solchen Dingen zu erzählen, wenn sie nicht vom Tod handelten. Und selbst das hatte sie einst nicht getan - nur deshalb war Evan tot. Weil sie nicht geglaubt hatte, dass das Gesehene wahr war und ihn somit nicht gewarnt hatte. Schuldgefühle waren ihre Begleiter seit Jahren und sie konnte nicht vergessen, es nicht hinter sich lassen.
Genauso wenig wollte sie begreifen, dass sie ihren Bruder und sich nicht miteinander vergleichen konnte. Warum konnte sie das nicht tun?! Nur weil sie nicht demselben Geschlecht angehörten und damit in unterschiedlichen Welten vor sich hin zu vegetieren schienen?!

Faye hatte keine Angst, die gebürtige Britin hatte sicherlich vieles, aber Angst gehörte nicht dazu. Ansonsten wäre sie nicht so nahe an Buchanan getreten und hätte ihm so direkt ins Gesicht gesagt, dass er immer mehr wie Henry Rosier wurde.
Warum? Weil es die Wahrheit ist? Wenn du auf diesem Wege bleibst, Buchanan, dann wirst du wie er. Ich habe es gesehen. Ich habe gesehen, was aus dir wird, wenn du weiter diesem Weg folgst." Himmel, hatte sie das gerade wirklich gesagt?! Verdammt. Ihr jahrelang gehütetes Geheimnis in einem Moment der Unachtsamkeit zu verraten, war wahrlich erbärmlich. Die Schuldgefühle, die an ihr zerrten wie ein Virus, überkamen sie und alle Wut verrauchte, nun ... hatte sie doch eine Art Furcht. Furcht, zwischen Buchanan und sich einen Keil zu treiben. Die Hand, die er zu seinem Zauberstab hatte wandern lassen, vermochte sie nicht einzuschüchtern.
Einem Impuls folgen schlang sie die Arme um ihn und drängte sich an ihn und seine Wärme, während ihre Sicht leicht verschwamm. „Es tut mir leid, Buchanan. Es tut mir so leid." Ihre Stimme ertönte erstickt und flehte dem Tonfall nach um Verzeihung. „Ich will dich nicht verlieren. Und doch sorge ich selbst dafür. Genau wie ich für Evans Tod gesorgt habe. Ich hätte ihn warnen können - aber ich habs nicht getan. Dass er tot ist, ist ganz alleine meine Schuld." Ihre Worte waren nicht mehr als ein Flüstern.
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17.09.14 22:59 © Gast

Don't need another perfect lie 
Don't care if critics ever jump in line
I'm gonna give all my secrets away

FAYE & BUCHANAN
Nachmittag des 29. Dezembrs 1942, Home sweet Home.

Buchanan achtete nur wenig darauf was um ihn herum geschah. Seine Schwester hatte es geschafft seine gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch keinesfalls in einem guten Sinne.
Die Augen verengt und den Blick hinab auf ihr Gesicht gesenkt, musterte er die junge Frau. Seine Miene konnte nicht annähernd das aussagen was er dachte. Mit Sicherheit war es auch besser für Faye wenn sie nicht sah was ihr Bruder in diesem Moment dachte. Die Art wie sie sich ihm gegenüber und alle Anderen über verhielt erschien aus seiner Sicht nur kindlich, unreif und sicherlich nicht einer Dame ihres Hauses entsprechend. Teilnahmslos registrierte er ihre glasigen Augen und blinzelte den Gedanken, dass sie vielleicht weinen müsste einfach beiseite. Zwar mochte er es grundsätzlich nicht wenn Andere vor ihm weinten, doch würde es nichts ändern. Nichts an seiner Betrachtung und vor allem auch nicht an dem was er in diesem Moment dachte. Eher noch würde es all seine Gedanken unterstützen und als Zeichen der Schwäche nur noch mehr die Eigenschaften seiner Schwester unterstreichen, die er in diesem Augenblick in ihr sah.

Ihren Spott und ihre Worte hörte er sich stumm an, entschied sich jedoch jene nicht zu kommentieren. Wenn er das Gespräch betrachtete, dann hatte er schon genug gesagt. Genug für einen Nachmittag den er hatte allein verbringen wollen. Vor allem auch waren schon zu viele nichts sagende Worte ausgetauscht worden, dass er kein Interesse mehr daran hegte die Konversation weiterzuführen. In dem Sinne war es wohl kontraproduktiv, dass er ihr einen Vorwurf daraus machte, dass sie ging. Schließlich wäre es ihm an sich Recht, wenn sie gehen würde und ihn zumindest nicht weiter die Zeit und die Ruhe stehlen würde.
Doch ebenso wenig wollte er, dass sie sich wie ein Kind benahm und durch die Gegend stolzierte als würde sie eines Tages die Welt regieren. Der Slytherin wusste genug über das Leben und kannte Faye gut genug um zu wissen, dass es niemals soweit kommen würde. Früher oder später musste sie also von ihrem hohen Ross hinab geholt werden und ihr erklärt werden, dass es ihre Aufgabe war ihre Rolle in dieser Welt zu spielen. Nicht mehr und nicht weniger.

Eben weil er gerne auf Abstand gegangen wäre, zuckte er zusammen als die Brünette ihm so nah kam. Sein Blick schien in diesem Moment jeden Teil seines Gegenübers zu verabscheuen. Wo sie doch geradezu freudig auf all den Dingen herum trampelte die für den jungen Rosier eine Bedeutung hatten. Keine besonders schwierige Aufgabe, wo es doch leicht zu sehen war was für den Perfektionisten von Bedeutung schien.
Ihre Worte waren wie das Salz in einer bereits offen klaffenden Wunde. Die Wut spiegelte sich in der klemmenden Haltung des Zauberstabes und dem funkeln in seinen Augen wieder. Das leise Zischen seiner Stimme und die angespannten Nerven die in einem solchen Moment doch zu zerreißen drohten. Wenn es etwas gab womit der junge Mann sich nicht anfreunden konnte, dann war es die Ähnlichkeit zu seinem Vater. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn welches auf den ersten Blick inniger wirkte als manch anderes, war geprägt von Prickereien und Quälereien des jeweils Anderen. Es gab keine Zukunft in der er wie sein Vater werden würde. Jene welche wirklich greifbar schien war wohl, dass der Dunkelhaarige die Geschichte des Henry Rosiers beendete und eine neue ganz eigene Historie anlegen würde.
Doch auch wenn die Worte seiner Schwester nur wenig Sinn ergaben, so musste der Schüler sich eingestehen, dass sie ihn umso wütender machten. Schließlich beharrte sie darauf, dass er wie sein Vater werden würde. Dabei war sich Buck sicher, dass sie es nur sagte um ihn zu verletzen und vor allem um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Eine solch bemitleidenswerte Strategie hatte er nicht einmal ihr zugetraut, nicht einmal seinem Vater hätte er solche armseligen Tricks zugeschrieben. ,,Du sollst deine Zunge hüten, weil ich nichts mehr von diesem Schwachsinn hören will'', fauchte er wütend und funkelte ihr entgegen. Dabei vergaß er beinahe wie selbstverständlich sich seine Hand um seinen Zauberstab gelegt hatte.

Der Brite war nie jemand gewesen, der viel auf Entschuldigungen gab. Als seine Schwester sich also an ihn drückte, konnte er nicht eine Sekunde lang etwas positives darin erkennen. Das Einzige was er wirklich sah war der beengende Zwang dem er nun unterlag. Alles in ihm rebellierte, wollte sich losreißen von ihr und der Berührung. Ihr Kopf der gegen seine Brust drückte beklemmte ihn und einen Moment fürchtete er, die Kontrolle über sich zu verlieren. Doch nein. Er fand die Konzentration auf ihre Worte zu hören und stillschweigend zu warten. Beinahe erwartungsvoll auf das was folgen würde.
All die Worte prasselten nur ganz langsam auf ihn ein, jedoch gab es den einen Namen der die Anspannung zum zerreißen brachte. Seine Brauen zogen sich wütend zusammen und die Stirn legte sich in Falten, derweil er innerlich Flüche über die junge Frau ausstieß. Buchanan hatte gewusst, dass es nicht gut war irgendjemanden an sich heranzulassen. Schon bei Oakley bemerkte er, wie sie geradezu nach seiner Aufmerksam lechzte und nun auch noch Faye. Doch mit welchen Mitteln sie versuchte eben jene an sich zu reißen, brachte das Fass zum überlaufen. Völlig außer sich, brachte er seine Hände zwischen sich und ihren Brustkorb und stieß sie mit aller Gewalt die er aufbringen konnte von sich. Das alles nur um sogleich wenige Schritte zurück zu ächzen. Mit einer geschickten Bewegung zog er seinen Zauberstab, richtete ihn auf die Frau vor sich und versuchte seinen angestrengten Atem zu beruhigen. Der junge Mann erwischte sich dabei wie seine Gedanken weiter und weiter zu Evan huschten. Sein Tod und die schmerzlichen Erinnerungen suchten einen Weg hinaus und das Einzige was er der Trauer entgegen zusetzen hatte, war seine schier unveränderliche Wut. Die finstersten Gedanken und Ideen schienen sich immer weiter nach oben zu drängen. Etwas in ihm schrie gerade danach, seine Schwester Zeugin von seinem unbändigen Hass werden zu lassen. Was würde es ändern, wenn sie erfuhr mit welcher Abscheu er jeden von ihnen bedachte? Es gab keinen Unterschied.
Den Zauberstab auf sie gerichtet, wurde seine Miene härter, undurchdringlicher als zuvor und seine Lippen pressten sich zu einer dünnen Linie zusammen. ,,Ich will kein Wort mehr davon hören. Genug davon. Verflucht noch eins Faye, ich habe genug von diesem Wahnsinn '', die Hand mit dem Zauberstab noch immer ausgestreckt, schaute er zurück zu dem Anwesen und fragte sich, wieso sie nicht drinnen geblieben war. Wieso hatte sie ihn nicht einfach allein gelassen?
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21.09.14 20:37 © Gast

Es war gar nicht Fayes Absicht gewesen, sich so zu benehmen, doch der Rosier zwang sie ja fast dazu, sich so zu verhalten, weil er einem anders ja nicht zuzuhören schien. Eine leise und gehässige Stimme in ihrem Kopf sprach hämisch auf sie ein, sagte ihr, dass sie bedeutungslos für Buchanan war und von ihm gehasst wurde. Und langsam fing sie an, dieser Stimme zu glauben, auch wenn es sie krank vor Kummer machte. Ein Kloß bildete sich in ihrer Kehle und erschwerte ihr das Schlucken, während sie ihren Atem sichtbar ausstieß.
Warum nur hatte sie ihn nicht in Ruhe gelassen, warum hatte sie das Schicksal herausgefordert? Faye konnte es nicht sagen, doch langsam fing sie an, mehr und mehr alleine zu stehen und wünschte sich, die Ferien über in Hogwarts geblieben zu sein, bei ihrer besten Freundin. Sie vermisste sie und auch die Treffen mit Damian, in dessen Gegenwart sie manchmal Probleme hatte, überhaupt ein Wort hervorzubringen.
Die Rosier wollte, dass alles wieder so wurde wie vor den Ferien, als zwischen Buchanan und ihr noch alles gut gewesen war. Die gebürtige Britin konnte sich nicht entsinnen, jemals so sehr mit ihrem Bruder aneinaner geraten zu sein. Und sie wusste nicht, was sie tun konnte, wollte, sollte, um das hier wieder in Ordnung zu bringen. Doch wenn es so weiter ging, dann würde diese Verbindung zu ihrem Bruder wirklich zerstört werden.

Die Brünette wusste, dass sie sich auf dünnem Eis bewegte, als sie ihn mit der Nase darauf stieß, dass er Henry Rosier in manchen Dingen immer ähnlicher wurde. Das wollte auch sie selbst nicht sehen und sie wusste, wie empfindlich er auf solche Anschuldigungen reagierte, doch sie waren war. Und sie wusste, dass er es auch wusste - nur wollte er es nicht wahrhaben, das war der Unterschied zwischen den Geschwistern. Faye wollte nicht, dass er so werden würde wie ihr Vater! Nein, absolut nicht, alleine wie hitzig er da reagierte, zeigte, dass von dem Buck, den sie kannte, mit dem sie Quidditch und Tanzen übte und dessen Klavierspiel sie mit der Violine begleitete, noch etwas da war. Das war ihr einziger Hoffnungsschimmer in diesem dunklen Wahn, in dem sie beide scheinbar gefangen gehalten wurden.

Innerlich schlug sie sich selbst wegs ihrer Dummheit. Nie erzählte sie jemanden davon, dass sie zu jenen gehörte, die sahen. Hätte sie nicht in Damians Gegenwart eine Vision gehabt, welche sie hatte zusammenbrechen und weinen lassen, dann wüsste sie gar nicht, dass er ebenfalls ein Seher war. Dann würde sie sich noch viel einsamer fühlen als ohnehin schon.

Buchanan versetzte ihr einen kräftigen Stoß, der sie nach hinten taumeln und fallen ließ, mitten in den kalten, eisigen Schnee hinein. Ihre Hände hatten sich reflexartig in den Schnee gegraben, um den Sturz abzufangen und die eisige Kälte biss schmerzhaft, ihre Hände schmerzten und brannten, als hätte sie sie in Flammen gehalten und sie presste die Kiefer aufeinander, um ja keinen Laut von sich zu geben. Der Stoß war so heftig gewesen, dass er ihr die Luft aus den Lungen gepresst und sie hatte husten lassen, als sie fast schon dachte, kurz vo dem Ersticken zu stehen. Damit ... hätte sie niemals gerechnet. Niemals im Leben hätte sie gedacht, dass er so etwas tun würde.
Ihre Hände konnte sie kaum noch bewegen, als sie sich aufrappelte und Buchanans Zauberstab anblickte wie die Mündung eines Gewehrlaufes, doch sie empfand keine Furcht, sah ihn einfach nur resigniert an. „Du weißt, dass ich dich noch nie belogen habe. Warum sollte ich jetzt damit anfangen?", wollte sie von ihm wissen und stand vor Kälte zitternd und mit rotem Gesicht vor ihm, wollte wissen, ob er wirklich den Zauberstab gegen seine eigene Schwester anwenden würde. Faye breitete kühn die Arme aus, damit er sie auch ja nicht verfehlen konnte, was aber auf diese Distanz unmöglich wäre. „Wenn du ... wirklich glaubst, dass ich dich anlüge, wenn du glaubst, ich erzähle so etwas, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen ... dann tu's doch. Ich habe dir immer nur die Wahrheit erzählt, aber wenn du nichts mehr gibst auf mein Wort, dann verfluche mich doch", forderte sie von dem jungen Mann, die Arme immer noch weit ausgebreitet. „Warum ... sagst du mir nicht einfach ins Gesicht, dass du mich hasst, mich verabscheust? Denn das tust du doch, oder etwa nicht?"
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02.11.14 23:49 © Gast

FUCK YOU
THAT'S SOME SHIT. AND I STILL WISH YOU THE BEST WITH A F**CK YOU
NACHMITTAG DES 29. DEZEMBRS 1942, HOME SWEET HOME. 
FAYE & BUCHANAN



Buchanan hatte genug. Dieser Unsinn, nett gesagt, dem seine Schwester ihm hier auftischte, brachte ihn allenfalls zum Schnauben. Doch er riss sich am Riemen, sagte über all das so wenig wie er konnte und zeigte auch so wenig Reaktionen wie es möglich war. Denn mit Sicherheit würde es Faye nur freuen wenn er jetzt zeigte wie viel Wut er in sich trug. Das würde ihre Vorwürfe und vor allem ihre anmaßenden Gedanken nur bestätigen. Er wie sein Vater? Mit jeder seiner Handlung würde er ihr das nur untermauern und das hatte er nicht vorgehabt. Er hatte an sich nichts von all dem vorgehabt, er hatte einfach nur seine Ruhe gewollt. Er hatte gewollt, dass man ihm die Zeit ließ die er brauchte und vor allem hatte er gewollt, dass sie ihn in Ruhe ließ.
Doch in diesem Haus oder besser gesagt in dieser Familie schien man nie seine Ruhe zu haben. Ganz gleich was man tat, immer handelten sie so, dass man sie ja lange noch in Erinnerung behielt. Wenn es nach ihm selbst ging, hätte seine Schwester sich ruhig eine Zeit lang eine Auszeit aus seinem Leben nehmen können, so wie jeder von Ihnen. Sahen sie nicht das er genug hatte worüber er sich den Kopf zerbrechen musste? Nein. Nun aber schien Faye selbst nicht mehr zu sehen was ihm durch den Kopf ging, schien nicht zu wissen wie sie mit ihm umgehen sollte und das wo er doch gerade in ihr immer Verständnis gesehen hatte. Doch jetzt war auch das kleine Stück Bindung zwischen ihnen an wanken und brechen.
Lag es an ihm? Der Slytherin verzog das Gesicht, wissend, dass er nicht ganz unschuldig war. Doch wenn Faye all die Jahre einen Weg gefunden hatte mit ihm umzugehen, warum sollte es nun daran scheitern? Unglauben paarte sich mit Zweifeln und brachten ihn nur noch durcheinander. Nicht das ihre Worte nicht ausreichend Verwirrung stifteten.

Mit einem groben Stoß hatte er dafür gesorgt, dass sie taumelte, ehe sie vor ihm in den Schnee fiel. Seine Hand schloss sich wie von selbst um seinen Zauberstab. Zur Verteidigung richtete er ihn auf sie. Nicht das seine Schwester ihm gegenüber handgreiflich wurde, doch wollte er sich schützen vor noch mehr Worten, vor noch mehr Unsinn und vor allem vor noch mehr Vorwürfen.
Langsam baute sie sich vor ihm auf, während er noch immer mit den Gedanken an Evan kämpfte. In der letzten Zeit hatte er wenig an diesen gedacht, was wohl vor allem mit Oakley zusammen hing und ihrer ständigen Anwesenheit in seinem Leben. Sie tat ihm gut, sie lenkte ihn ab und baute ihn auf. Exakt das war er brauchte. Doch schon die wenige Zeit die er wieder mit seiner Familie verbrachte, vergraulten all den Frieden und nahmen ihm die kurz gewonnene Freude.
,,Es liegt dieser Familie im Blut zu lügen. Du bist nicht anders als jeder andere von denen!'' Seine Wut über ihre Worte war ihm leicht anzuerkennen. Dem Dunkelhaarigen fiel es in diesem Fall eher schwer seine Gefühle hinter der sonst so strengen Maske zu verbergen. Das lag wohl vor allem daran, dass die junge Frau und er selten Streitigkeiten hatten austragen müssen. Der Magier hatte es bisher immer geschafft den Abstand und vor allem eine Rationalität ihr gegenüber aufzuweisen, die keine Streitigkeiten provozierte. Doch in diesem Moment schien sie es gerade aus ihm heraus kitzeln zu wollen. Aufmerksam beobachtete er dabei, wie sie ihre Arme ausbreitete und ihren nur noch mehr provozierte. Dabei schien jeder Satz, jedes Wort die pure Provokation. Sein Blick verhärtete sich derweil er sie betrachtete und vor allem darüber nachdachte was er nun tun sollte. An sich lag es ihm fern seine Schwester anzugreifen. Auch wenn er noch so voller Wut, verspürte er nicht den Drang danach sie zu verletzen oder gar seinen Zauberstab wegen solch einer Belanglosigkeit zu ziehen. Um gar ehrlich zu sein, sah er in ihren Augen nur den Eifer eines Kindes.
Langsamen Schrittes trat er auf sie zu, den Besen in einer Hand und den Zauberstab in der Anderen. ,,Ich denke du bist offenkundig zu weit gegangen'', flüsterte er an sie gerichtet und hob seinen Zauberstab weiter an, dabei auf ihr Gesicht zielend.
,,Oblivate'', flüsterte er und ließ sie das eben geschehene vergessen. Danach zog er seinen Zauberstab herunter und trat bei Seite, ehe er ihr den Rücken zudrehte und zum Haus zurückkehrte.
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