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29.07.14 0:00 © Gast


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DESDEMONA &&. TOM
EVENING &&. 13.04.1943
HOGWARTS · COACH CABIN


Von allen Strafen, die sich Tom hätte vorstellen können, war das für Ihn mit Abstand die schlimmste. Dumbledore wusste, wie sehr er Quidditch seit seinem Unfall verabscheute, wusste, was für eine Niederlage es für seinen Stolz war, derart unsportlich von seinem Besen gefegt zu werden. Und nicht nur das! Wenn sich Tom recht erinnerte, und die Erinnerung daran war generell etwas verschwommen, lag er mit einem Schädelbruch über Wochen hinweg im Krankenflügel, vermeidlich umsorgt von der Schwester und unfähig ob der Bettruhe irgendetwas anderes zu tun, als den Stuck an der Decke mit Blicken zu malträtieren.
Später dann wollte der Captain der Mannschaft, damals noch Hades Flint, dass Riddle, zum Wohle der Mannschaft, zurück auf den Besen stieg. Slytherin war gut gewesen, nicht perfekt – dafür war Tom in der Luft ein bisschen zu flapsig – doch ihre Strategie hatte die anderen Häuser nicht nur überrascht, sondern Gryffindor auch von ihrem Thron gestoßen. Natürlich wollte Flint alles geben, seinen Treiber zu halten. Er hatte jedoch nicht mit dessen Sturheit gerechnet, ausgelöst durch eine Niederlage die nicht hätte sein dürfen. Nein, Quidditch war nichts für Tom – und plötzlich derartige Zeitverschwendung, dass er sich mittlerweile nicht einmal mehr die Spiele ansah. Der Quidditch-Pokal war außer Reichweite gerückt, weil Ravenclaw in den vergangenen beiden Jahren gute Nachwuchsspieler heran gezüchtet hat und damit war die Anekdote für Tom eigentlich schon beendet.
Es passte daher zu Albus Dumbledore ihn in die Trainer-Kabine zu schicken, wo er sich um die Politur von Klatscher und Besen kümmern sollte. Per Hand selbstverständlich. Nicht, dass ihn das tangiert hätte – auf Hogwarts gab es deutlich schlimmere Strafen, vor allem wenn man Pringle in die Hände fiel. Und nachdem er nun einmal in einem Muggel-Waisenhaus aufgewachsen war, kam er mit Putzen gut genug zurecht, ohne sich darüber zu beschweren; es war lediglich Dumbledore und dessen vermaledeiter Humor, wenn man es überhaupt so bezeichnen konnte, der in ihm das Blut zum Kochen brachte.

Deshalb brummte der Vertrauensschüler von Slytherin ein annähernd unhöfliches Alles klar, auf Wiedersehen, bevor man ihn in die Obhut von Mirandus Hook, dem Quidditchlehrer, manövrierte und Poliercreme und Lappen in die Hand drückte. Den Abend lang, hatte Dumbledore gesagt, bis zur Sperrstunde – und eventuell auch den Abend darauf und den folgenden, je nachdem wie lange Riddle brauchte, bis er mit seiner Arbeit fertig war.
Der Dunkelhaarige hatte ein Seufzen unterdrückt, sich aus seinem Umhang geschält, die Ärmel seines Hemdes hoch gekrempelt und an den ersten Koffer gemacht, welchen er mit geballter Kraft kaum im Stande war zu heben. Hook war mit einem Wink wieder gegangen, nicht ohne ihnen vorher auf einem alten Grammophon, das schon deutlich bessere Tage gesehen hat, eine Platte aufzulegen.
"Das hörte sich nach mehr an, als es ist – das Nachsitzen, meine ich." Seine Lippen kräuselten sich in ein liebloses Lächeln. "Und es ist sicherer, wie ein Spaziergang bei Vollmond durch den Verbotenen Wald. Ich übernehme auch die Klatscher" Das war ungewöhnlich tollkühn, gerade für einen Slytherin. Hinsichtlich seiner Erziehung gebot es ihm dennoch der Frau oder dem Mädchen, also in diesem Fall Desdemona, den einfachen Teil der Aufgabe aufzutragen.
Die Holzkiste verlor ein bisschen Staub und die Bank, auf die sie Riddle stellte knirschte protestierend. Kaum berührt, begann die Kiste ein Eigenleben zu entwickeln, die Scharniere zu klappern und die Klatscher darin nervös zu werden. Wenn es Tom recht bedachte, war es vielleicht doch keine so einfache Aufgabe die beiden kleinen Bestien ohne Magie im Zaum zu halten.
Der hoch Gewachsene schauderte unmerklich und hoffte, dass die Hufflepuff seinen Anflug von Unsicherheit nicht bemerkte. Er hasste Dumbledore.

"Es ist besser, wenn Sie einen Schritt zurück treten" Nicht, dass er seine vermeidliche Partnerin für diesen Abend in den Krankenflügel tragen musste. Kaum auszudenken, was der Verwandlungslehrer dann mit ihm anstellen würde. "Diese Monster sind zuweilen unberechenbar, dafür wiegen Sie sich aber mit den Besen in Sicherheit, Miss Merryweather." In Gedanken damit beschäftigt, sich eine Taktik zu überlegen wie er die Klatscher auf Vordermann brachte und gleichsam keinen Finger dabei verlor, schnappten die silbernen Riegel der Truhe auf sein Geheiß hin auf und offenbarten das bunte Bällewirrwarr des Spiels.
Klatscher assoziierte Tom irgendwie ständig mit Bowling- oder Kegelkugeln; schwer und zurecht als lebensgefährliches Geschoss zu bezeichnen. Ein Wunder an und für sich, dass in den letzten Jahren keiner mehr beim Quidditch gestorben war. "So sehr ich diesen Sport inzwischen auch verachte, ich verfolge amüsiert die Landeswetten, weil ich nur zugern Mister Malfoys Gesicht dabei sehe, wenn er verliert. Glauben Sie, Miss Merryweather, dass die Chudley Cannons diesen Sommer zurück unter die besten zehn unserer Landesliga finden?" Unsittlicher konnte es in dem Trainer-Kämmerchen nicht mehr werden, da machte es Tom auch nichts aus, die Hufflepuff nach einer eher ungewöhnlichen Meinung zu fragen. Jeder, der ein wenig Kenntnis von Quidditch hatte, wusste, dass die Chuds keine Chance mehr auf einen Sieg hatten, der sie zurück unter die besten zehn Mannschaften katapultierte – außer eben Abraxas. Er liebte die Chudleys und wollte nicht begreifen, dass es sinnlos war mit Tom um fünf Galeonen (die der Waise nicht einmal besaß) um deren Aufstieg zu wetten. Dass der Vertrauensschüler die Wette daher gerne annahm, war keine Kunst von Intelligenz, sondern eine besondere Form von Spott. "Ich kann mich jeden Falls nicht über die heutige Gesellschaft beschweren."
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05.08.14 1:41 © Gast



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TOM RIDDLE &&. DESDEMONA MERRYWEATHER
| 13.04.1943 | COUCH CABIN |
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Es zeigte sich mal wieder, dass Desdemona mit ihrer Vermutung ganz richtig lag. Quidditch war ein furchtbar brutales Spiel. Dabei ließe sich doch sicher eine Möglichkeit finden, schlimme Unfälle zu vermeiden. Schutzzauber vielleicht, die die Spieler vor dem schlimmsten bewahren könnten. Doch dadurch ging wahrscheinlich auch für viele der nervenauftreibende Reiz dieses Spieles verloren. Dennoch, dass ein junger Schüler wegen Quidditch mit einem Schädelbruch mehrere Tage im Krankenflügel verbringen musste, war eigentlich nicht in Ordnung. Womöglich wäre es noch das Beste, wenn man nur noch den höheren Klassen erlauben würde, an den Spielen teilzunehmen. Zu Tom sagte sie nur: "Das klingt wirklich nicht gut. Verständlich, dass Sie kein großer Freund dieses Sports mehr sind." Sie überlegte kurz und fügte dann hinzu: "Letztendlich haben Sie wohl die richtige Entscheidung getroffen. Zumal ich den Quidditchpokal ohnehin nur kritisch betrachten kann. Wenn Sie mich fragen, ist er nur noch ein weiterer Grund, der die Konkurrenz zwischen den Häusern schürt." Weniger kritisch stand die dem Hauspokal zu, der am Ende des Jahres an das Haus mit den meisten Punkten vergeben wurde. In ihren Augen wurde dadurch größtenteils schulische Leistungen belohnt und es konnte nie schaden, diese zu unterstützen.

Desdemona stand schon mit gezücktem Poliertuch bereit, als Mr. Riddle sie beinahe schroff zurück wies. Verdutzt blinzelte sie ihn an. Sie hatte nicht mit Einwänden seiner Seite aus gerechnet, ganz im Gegenteil. Eigentlich hatte sie erwartet, dass er ihre Hilfe dankend annehmen würde. Sie fühlte sich von seinem Ton ein wenig vor den Kopf gestoßen, aber wer war sie denn, als dass sie auf ihre Mithilfe bestehen würde? Stattdessen sagte sie nur: "Wie Sie  meinen. Geben Sie Acht, dass Sie sich nicht abermals verletzten lassen." Und damit zog sie ein wenig missmutig den ersten Besen aus der Halterung. Das Putzen war in ihren Augen reine Zeitverschwendung. Mit einem Wink des Zauberstabes war es lediglich eine Arbeit von Sekunden. Nun dürfte sie den ganzen Abend damit verbringen. Man kann nun sagen, was man will, aber das Polieren eines Besenstils war keine harte Arbeit und gab einen Zeit, über Dinge nachzudenken. Über den plötzlichen Umschwung Mr. Riddles Ton beispielsweise. Desdemona hatte lediglich freundlich sein wollen. Vielleicht verbat der Slytherin es sich, Hilfe einer Frau anzunehmen. Nicht, dass ihn dieser Alleingang noch in den Krankenflügel befördern würde. Gerade ohne Zauberstab konnte Desdemona auf so einen Zwischenfall nur zu gerne verzichten. Zumal es ihr immer noch ein Rätsel war, wie Tom die Bälle allein unter Kontrolle halten wollte. So wie es der Anschein erweckte, wusste er es selber noch nicht so genau. "Vielleicht sollten wir uns lieber erstmal um den Rest kümmern. Die Klatscher sind schon gefährlich genug, wenn man mit einem Zauberstab ausgestattet ist. Es wäre eine Zumaßung von uns zu verlangen, dass wir sie gänzlich ohne Zauber reinigen sollen. Unter Umständen könnten wir Professor Dumbledore davon auch überzeugen, sobald wir erstmal alles andere gereinigt haben.", meinte die Hufflepuff und legte den Besen, der wieder wie neu glänzte, beiseite. Wenn Tom sich nicht helfen ließ, war das wahrscheinlich die einzige Möglichkeit. Ihn allein an die Sache heranzulassen, konnte letztendlich noch gefährlicher werden. Er bräuchte nur kurz den Halt zu verlieren und schon würde ihnen einer der Klatscher munter um die Ohren fliegen.
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05.08.14 11:22 © Gast


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DESDEMONA &&. TOM
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Desdemonas Entrüstung über einen Spaziergang durch den Verbotenen Wald amüsierte den Slytherin; die Hufflepuff war – und das war Tom schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen aufgefallen – unglaublich verklemmt, bedacht die Regeln einzuhalten, bewegt von einem unglaublichen Perfektionismus. Es gefiel ihm, sie dann und wann aus dieser gut einstudierten Fassung zu bringen, die man ebenso gut als hochgeschnürt hätte bezeichnen können. Tom selbst war ein anderer Typ, locker im Vergleich zu den meisten Mitschülern, doch nicht weniger charmant. Dieser Lockerheit verschaffte ihm nicht selten Vorteile. Ob er Desdemona zu einem Spaziergang in den Verbotenen Wald einladen sollte, um sie eines Besseren zu belehren? Um ihr zu zeigen, dass es durchaus auch schöne Plätzchen unter den alten Baumkronen gab?
Der Vertrauensschüler drängte den Gedanken zurück in seinen Hinterkopf, wobei er sich nebensächlich durch das dichte Haar fuhr und seiner Gegenüber einen abschätzenden Blick aus schwarzen Knopfaugen schenkte. Sie wollte nicht hier sein, sie ärgerte sich vermutlich – in ihrer ganzen Perfektion – überhaupt in Dumbledores Falle gelaufen zu sein. Aber daran war sie selbst schuld, schließlich kannte sie das Risiko, das einem Schüler blühte wenn er des nachts auf den Gängen unterwegs war. Riddle nahm sich dabei nicht aus, er war unvorsichtig gewesen und die Strafe geschah ihm ganz Recht. Dieser Fehler würde ihm kein zweites Mal passieren und sich daran zu echauffieren war Zeitverschwendung. Er versuchte diese Strafarbeit also mit Würde auf sich zu nehmen – sofern man würdevoll putzen konnte.

Dass Mona Quidditch nicht wirklich mochte, konnte Tom ihr nicht verübeln. Vielen war der Sport zu barbarisch und brutal; manchmal dauerten Spiele nicht zuletzt Tage und Wochen, weil der Sucher nicht fähig war den Schnatz zu fangen. Den Slytherin hatte damals die Spielplanung gelockt, die Möglichkeit ein Team zu lenken und zu führen: etwas, worin er Talent besaß und was er ausgebaut hatte. Desdemonas direkte Frage überraschte den Dunkelhaarigen deshalb, der sich neben der Bällebox auf die Bank sinken ließ und die Hände in den Schoß legte: "Ihre Frage ist ganz und gar nicht vermessen." Seine Mundwinkel krümmten sich. Viele konnten seinen Rückzug aus der Mannschaft nicht nachvollziehen, allen voran eben Flint. "Mich hatte ein Klatscher am Kopf getroffen, ich lag mit einem Schädelbruch über Wochen im Krankenflügel und in dieser Zeit ist mir klar geworden, dass diese Sportart und der Aufwand, der damit zusammen hängt völlig überschätzt wird. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wusste worauf ich mich einlasse. Aber in meiner bodenlosen Arroganz habe ich nicht damit gerechnet, selbst einmal Opfer meiner eigenen Spielweise zu werden." Nun lachte Riddle, wobei er sich wieder mit seinem Lappen bewaffnete und aus der rappelnden Kiste mit spitzen Fingern den Schnatz hervor zog, das goldene Metall fühlte sich seltsam kühl auf seiner Haut an. "Mir war meine Gesundheit am Ende wichtiger, wie der Quidditchpokal." Es war keine Schande, das zu gestehen und Tom unterstützte seine Worte mit einem Schulterzucken. Mochte sein, dass es tollkühne Quidditchhelden gab – er gehörte nicht dazu.

Der Vertrauensschüler polierte das goldene Bällchen, bettete es vorsichtig zurück in seine Halterung und griff anschließend nach dem Quaffel, dessen Leder im Laufe der Jahre bei näherem Hinsehen deutlich in Mitleidenschaft gezogen worden war. Die Klatscher versuchten jetzt stärker denn je sich gegen ihre Fesseln zu wehren und lenkten Toms Aufmerksamkeit dadurch erneut auf sich. Diese kleinen Biester würden sich sofort auf das erstbeste Ziel stürzen – und wenn dieses Ziel aus Desdemona bestand, wäre das katastrophal. Nein, er konnte nicht riskieren, dass ihr etwas passierte. Nicht, wenn sein eigenes Wohl dadurch so sehr auf der Kippe stand. Das hier war schließlich Dumbledores Idee gewesen, er ging also davon aus, dass Tom die Verantwortung für das Mädchen übernahm; es war eine Prüfung. Riddle brummte.
"Ich schaffe das allein." Er klang unhöflicher, wie erwartet; schneidig fast. Dabei hatte sein plötzlicher Launenwechsel weniger etwas mit Monas Hilfestellung, sondern mehr mit seiner Missgunst Dumbledore gegenüber zu tun. Mochte die Hufflepuff aber ruhig glauben, dass er ihr Angebot als unzureichend empfand, das ersparte ihm ein weiteres Märchen, das er ihr auftischen musste. "Kümmern Sie sich um die Besen, Miss Merryweather. Je eher wir hiermit fertig sind, desto besser." Es war keine Bitte, es war ein deutlicher Befehl, untermauert von einem nachdrücklichen Blinzeln in ihre Richtung.
Die Polierpaste roch verdächtig nach Schuhcreme, als Riddle sie auf dem Quaffel auftrug und mit dem Lappen in das Leder einrieb. Vielleicht konnte er sich die Mordlust der Klatscher zu Nutze machen – eigentlich brauchte er nur etwas, womit er sie auf Augenhöhe festbinden konnte; ein Seil, einen Gürtel?
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06.08.14 4:02 © Gast



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TOM RIDDLE &&. DESDEMONA MERRYWEATHER
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Es zeigte sich mal wieder, dass Desdemona mit ihrer Vermutung ganz richtig lag. Quidditch war ein furchtbar brutales Spiel. Dabei ließe sich doch sicher eine Möglichkeit finden, schlimme Unfälle zu vermeiden. Schutzzauber vielleicht, die die Spieler vor dem schlimmsten bewahren könnten. Doch dadurch ging wahrscheinlich auch für viele der nervenauftreibende Reiz dieses Spieles verloren. Dennoch, dass ein junger Schüler wegen Quidditch mit einem Schädelbruch mehrere Tage im Krankenflügel verbringen musste, war eigentlich nicht in Ordnung. Womöglich wäre es noch das Beste, wenn man nur noch den höheren Klassen erlauben würde, an den Spielen teilzunehmen. Zu Tom sagte sie nur: "Das klingt wirklich nicht gut. Verständlich, dass Sie kein großer Freund dieses Sports mehr sind." Sie überlegte kurz und fügte dann hinzu: "Letztendlich haben Sie wohl die richtige Entscheidung getroffen. Zumal ich den Quidditchpokal ohnehin nur kritisch betrachten kann. Wenn Sie mich fragen, ist er nur noch ein weiterer Grund, der die Konkurrenz zwischen den Häusern schürt." Weniger kritisch stand die dem Hauspokal zu, der am Ende des Jahres an das Haus mit den meisten Punkten vergeben wurde. In ihren Augen wurde dadurch größtenteils schulische Leistungen belohnt und es konnte nie schaden, diese zu unterstützen.

Desdemona stand schon mit gezücktem Poliertuch bereit, als Mr. Riddle sie beinahe schroff zurück wies. Verdutzt blinzelte sie ihn an. Sie hatte nicht mit Einwänden seiner Seite aus gerechnet, ganz im Gegenteil. Eigentlich hatte sie erwartet, dass er ihre Hilfe dankend annehmen würde. Sie fühlte sich von seinem Ton ein wenig vor den Kopf gestoßen, aber wer war sie denn, als dass sie auf ihre Mithilfe bestehen würde? Stattdessen sagte sie nur: "Wie Sie  meinen. Geben Sie Acht, dass Sie sich nicht abermals verletzen lassen." Und damit zog sie ein wenig missmutig den ersten Besen aus der Halterung. Das Putzen war in ihren Augen reine Zeitverschwendung. Mit einem Wink des Zauberstabes war es lediglich eine Arbeit von Sekunden. Nun dürfte sie den ganzen Abend damit verbringen. Man kann nun sagen, was man will, aber das Polieren eines Besenstils war keine harte Arbeit und gab einen Zeit, über Dinge nachzudenken. Über den plötzlichen Umschwung Mr. Riddles Ton beispielsweise. Desdemona hatte lediglich freundlich sein wollen. Vielleicht verbat der Slytherin es sich, Hilfe einer Frau anzunehmen. Nicht, dass ihn dieser Alleingang noch in den Krankenflügel befördern würde. Gerade ohne Zauberstab konnte Desdemona auf so einen Zwischenfall nur zu gerne verzichten. Zumal es ihr immer noch ein Rätsel war, wie Tom die Bälle allein unter Kontrolle halten wollte. So wie es der Anschein erweckte, wusste er es selber noch nicht so genau. "Vielleicht sollten wir uns lieber erstmal um den Rest kümmern. Die Klatscher sind schon gefährlich genug, wenn man mit einem Zauberstab ausgestattet ist. Es wäre eine Zumaßung von uns zu verlangen, dass wir sie gänzlich ohne Zauber reinigen sollen. Unter Umständen könnten wir Professor Dumbledore davon auch überzeugen, sobald wir erstmal alles andere gereinigt haben.", meinte die Hufflepuff und legte den Besen, der wieder wie neu glänzte, beiseite. Wenn Tom sich nicht helfen ließ, war das wahrscheinlich die einzige Möglichkeit. Ihn allein an die Sache heranzulassen, konnte letztendlich noch gefährlicher werden. Er bräuchte nur kurz den Halt zu verlieren und schon würde ihnen einer der Klatscher munter um die Ohren fliegen.
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17.08.14 19:12 © Gast


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DESDEMONA &&. TOM
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"Es wäre uns keine Lehre, wenn die Aufgabe keine Zumaßung wäre, Desdemona" Das Poliermittel war schmierig und machte seine Hände binnen weniger Reibungen so weich, dass ihm der Quaffel fast zu Boden fiel, hätte er ihn nicht im letzten Augenblick noch zu fassen bekommen. So konnte er sich auf keinen Fall um die Klatscher kümmern, die ihn binnen eines Lidschlags mit geballter Kraft die Schädeldecke einschlagen würden. Die Hufflepuff hatte also gar nicht so unrecht, die Aufgabe war unzumutbar für die beiden Schüler und dennoch – Dumbledore konnte nicht riskieren, dass ihnen etwas passierte. Der Vertrauensschüler lehnte sich ein wenig zurück, musterte die Dunkelhaarige und neigte den Kopf dann schief, eine sanfte Falte zwischen den Augenbrauen die anmerken ließ, dass er gerade inbegriffen war eine sehr schwere Aufgabe zu lösen: "Wir sollen hier alles ohne Zauberei unsererseits putzen, aber Professor Dumbledore sagte nichts davon, dass uns Professor Hook dabei nicht zur Hand gehen dürfte." Warum war nicht gleich darauf gekommen? Den Fluglehrer zu bezirzen war eine leichte Übung für den wortgewandten Slytherin. Nun lächelte er, der Ärger von vor wenigen Momenten völlig verflogen. "Also ja, ich stimme Ihnen zu, dass wir uns zuerst um die Sachen kümmern, die nicht versuchen werden uns bei der erst besten Gelegenheit umzubringen und anschließend geben wir Professor Hook einfach Bescheid, dass er die Klatscher für uns im Zaum halten soll."

Tom trocknete den Quaffel mit einem weiteren Lappen ab und legte den glänzend, roten Lederspielball zurück in die Kiste. Ähnlich wie der Ball hatten auch die Schläger für die Treiber deutlich bessere Tage gesehen, deren bemaltes und verziertes Holz benutzt an den Seiten abstand und regelrecht sprieß. Der Schläger fühlte sich zwischen seinen Fingern rau an, wobei er zunächst mit einer kleinen Stahlbürste über das Holz fuhr, die er sich aus dem Pflegekit angelte, das Hook ihnen bereit gestellt hatte.
Das überschüssige Holz rieselte geraspelt zu Boden und der Waise fühlte sich unweigerlich zurück versetzt in die jüngere Vergangenheit, wo er vor dem Waisenhaus auf den kalten Steinstufen gesessen hatte und die Schuhe seiner vermeidlichen Mitbewohner putzen musste. Es war damals ebenfalls eine Strafarbeit gewesen, weil er Benny Kinskoh den Arm verdreht hatte, nachdem der Ältere glaubte ihm bei der Essensausgabe ein Bein stellen zu können. Benny konnte von Glück reden, dass Tom am darauf folgenden Abend zu müde gewesen war, um sich einen weiteren und weitaus schmerzhafteren Racheakt einfallen zu lassen, wie handgreiflich zu werden. Das hatte ihnen beiden weiteren Ärger erspart und obschon der Slytherin nachtragend war, wollte er seine Zeit nicht weiter mit diesem dummen Muggel verschwenden. Seine Augenbraue zuckte.

"Haben Sie denn inzwischen Tanzen gelernt?", wechselte Tom nach einer Weile des Schweigens das Thema, begleitet von der leisen Jazz-Musik aus dem Grammophon, deren Band wohl magischer Natur war; zumindest kannte Riddle die Stücke nicht.
Der Vertrauensschüler konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, spitzbübisch auf den maskenhaften Zügen, indes er wieder zur Politur griff, einen Tropfen auf den Lappen gab und das Mittel auf dem Holz verteilte. Die Gestik hatte beinahe etwas Anmutiges, obschon der ehemalige Treiber keinen Anflug von Gefühl oder gar Reue empfand, dass er den Sport hinter sich gelassen hatte. "Dann wüsste ich zumindest, ob sich diese Strafarbeit ein wenig gelohnt hat, nachdem es unseren damaligen Abend so sehr beherrschte." Er konnte Desdemona auch fragen, inwiefern sie inzwischen von nächtlichen Badestunden absah, wollte die Hufflepuff allerdings nicht allzu sehr in Verlegenheit bringen. Generell erschien ihm seine Gegenüber wie jemand, der sich gerade an einen anderen Ort wünschte; Riddle lachte. "Unabhängig was Sie denken müssen, meine Liebe, aber ich habe unseren Abend sehr genossen. Ich bin ein Freund des Außergewöhnlichen und wenn ich dafür nun Quidditchbälle sauber machen muss, war es mir das wert. Ich habe mich selten so angenehm amüsiert." Das stimmte sogar. Trotz seiner vielen Mitschüler war Tom ein Eigenbrödler, bloß gesellig bis zu einem bestimmten Grad, wo ihm die Dummheit der Leute um ihn herum zu viel wurde. Desdemona war nicht dumm, ihre ganze Art hatte etwas für sich und sie ein wenig aus der Reserve zu locken hatte Spaß gemacht. Dem Gedanke haftete ein fremder Geschmack an. Tom hatte keinen Spaß, er empfand eher Genugtuung. "Oder sind Sie anderer Meinung?
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23.08.14 17:11 © Gast



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TOM RIDDLE &&. DESDEMONA MERRYWEATHER
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"Als wenn jede Lehre auch eine Zumaßung sein müsste.", murmelte Desdemona und schaute missmutig auf ihre mit Poliermittel verschmierten Finger. Nicht nur, dass sie mit ihrer Aufgabe mehr als unzufrieden war, die Huffepuff war sie zudem auch sicher, dass diese 'Lehre' ohnehin nichts bringen würde. Sie hatte schon lange mit dem Gedanken abgeschlossen, je nochmal des Nachts baden zu gehen. Da hatte das Nachsitzen letztendlich aber wenig zu beigetragen. Dumbledore hätte sie auch für den nächtlichen Ausflug belohnen können und sie hätte in Zukunft davon abgesehen. Desdemona seufzte und nahm den nächsten Besen zur Hand - dieser sah aus, als hätte er schon so einige Bruchlandung hinter sich und war dementsprechend dreckig. Zumindest schien Tom nun Einsehen zu haben und wollte sich nicht mehr alleine um die Klatscher kümmern. Desdemona konnte sich ein schmales Lächeln nicht verkneifen, aber sie war niemand, der anderen Sätze á la Ich hab's ja gesagt unter die Nase rieb. Tatsächlich war sie viel mehr froh, dass sie sich nun erstmal nicht um die mörderischen Bälle kümmern mussten.

Während die leise Musik den Raum erfüllte, hatte die Hufflepuff versucht sich mit Besen und Poliermittel so damenhaft wie möglich hinzuknien, um wenigstens ein wenig komfortabler putzen zu können. Sie ließ das Schweigen über sich ergehen, empfand es auch gar nicht als sonderlich unangenehm. Viel mehr konnte sie sich so auf ihre Aufgaben konzentrieren und inzwischen schon den dritten Besen zu den Sauberen legen. Ihre Hoffnung, vielleicht doch nur einen Abend für das ganze Equipment zu brauchen wuchs stetig, als Tom nun doch die Stille zwischen ihnen durchbrach. Zuerst wusste Desdemona gar nicht, worauf er hinaus wollte. Sie blinzelte ihn ein wenig verwundert an, wiederholte verwirrt: "Tanzen gelernt?" Erst, als der Slytherin weiter sprach, verstand sie, worauf er da anspielte. Bis zu diesem Abend hatte sie das Thema tunlichts vermieden, allein schon nur einen Gedanken zu viel daran zu verschwenden, ließ ihr die Röte abermals ins Gesicht steigen. Jetzt war es nicht anders, weswegen sie den Blick schnell wieder auf das zu polierende Holz richtete. Tom schien keine Gewissensbisse zu haben, was ihren Fehltritt an belang. Er redete so einfach über die Sache, als hätten sie sich bei einer Runde Zauberschach unterhalten und nicht alleine, halbnackt und das zu einer äußerst unmöglichen Uhrzeit. Desdemona nahm es dem Slytherin übel, sie jetzt auch noch darauf anzusprechen. Ein wenig erzürnt setzte sie die Flasche mit dem Poliermittel ruppiger auf den steinernen Boden ab, als es eigentlich nötig gewesen wär und setzte zu einer Antwort an: "Ich fürchte, ich bin gänzlich anderer Meinung, Tom! Es gibt keinen Grund jenen Abend als erfreulich zu empfinden und er ist es mit Sicherheit nicht wert, dass wir hier wie die Muggel sitzen und Sachen putzen müssen, die noch nicht mal uns gehören, ganz zu schweigen von diesen grauenvollen Klatschern! Es ist ein riesen großer Schlamassel, wir haben offensichtlich gegen jegliche gesellschaftliche Regeln verstoßen und ich würde es begrüßen, wenn sie die ganze Sache ein wenig ernster nehmen würden! Von Vergnügen darf hier keine Rede sein, vielleicht wäre ein wenig Reue angebracht." Es geschah fürwahr selten, dass Desdemona jemandem so ihre Meinung sagte. Doch die lockere Art des Slytherins mit den Geschehnissen umzugehen, konnte sie mit ihrer unsicheren Vorsicht einfach nicht ertragen, umso dümmer kam sie sich selbst vor. Dass sie zudem auch noch die höfliche Anrede vergessen hatte, war der Dunkelhaarigen im Eifer des Gefechts gar nicht aufgefallen. So ärgerlich sie seine Aussage auch fand, sie schaffte es anschließend nicht seinen Blick stand zuhalten und nahm stattdessen wieder das Poliermittel in die Hand, noch mit sich selbst ringend, ob sie sich für diesen kleinen Ausbruch zu entschuldigen hatte. Als Frau redete man gewiss nicht so mit seinem Mitschüler. Anderseits hatte Tom damit angefangen, sie hatte ihn nur zurecht gewiesen, oder? Desdemona schürzte die Lippen und wartete ab. Um Verzeihung bitten konnte man immer noch.  
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24.08.14 12:50 © Gast


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Tom hatte mit allem gerechnet; mit roten Wangen, mit einem Anflug von Schamgefühl seitens der Hufflepuff (wobei er nach wie vor fand, dass Desdemona ihre Scham an der falschen Stelle platzierte) – aber nicht mit so einer dreisten, ja impertinenten Entgegnung, die auch als Angriff hätte durch gehen können.
Der Dunkelhaarige hörte einen Moment lang auf den Treiberschläger mit gleichmäßigen Aufwand rundum mit Politur einzucremen und erwiderte Desdemonas Gefühlsausbruch mit einem überraschten Blinzeln, dem sich eine Falte zwischen die Augenbrauen hinzu gesellte, die so manch anderem bereits zur Flucht geraten hatte. Sie sah ihn nicht an, was ihn vermuten ließ, dass seine Mitschülerin nicht unbedingt geplant hatte, ihn gleich mit ihrer Gefühlsduselei zu überrollen. Oder aber, sie hatte es geplant, war es in ihrem kleinen Kopf unzählige Male durch gegangen, wie sie ihm, dem Slytherin, die Leviten ob des völlig frevelhaften Abends lesen konnte, und befand sich nun in einem Teufelskreis von Zorn und Bedauern, gepaart mit dem nagenden Bewusstsein, dass sie es selbst genossen hatte. Dass sie etwas genossen hatte, das unzureichend gewesen war, das Reue erforderte.
Reue, die sie nun von ihm verlangte. Tom unterdrückte den Impuls laut aufzulachen. "Warum sollte ich etwas bereuen, das mir so offensichtlich Spaß gemacht hat?" In der Tat verstand er das Prinzip dahinter nicht.

Stattdessen musterte er die wutentbrannte Hufflepuff ein längeres Weilchen, legte Lappen und Schläger als dann entschieden beiseite und gesellte sich in einer raubtierhaften Gemächlichkeit zu ihr. Sie empfand den damaligen Abend bereits skandalös? Das arme Mädchen hatte nicht den Hauch einer Vorstellung davon, was wirklich einen Skandal auslösen und die Leute reden machen konnte. Sie hatte keine Vorstellung davon wie einfach es war, einen Ruf zu zerstören. Aber hatte Tom überhaupt Interesse daran, Desdemona so sehr in die Enge zu treiben? Er hatte nichts davon, außer ein kurzzeitiges Vergnügen das höchstens perfider Natur war. Und ja, Riddle fand keinen Grund den Abend nicht in guter Erinnerung zu behalten, was dem ganzen natürlich nicht entgegen kam.
Der Slytherin ging vor Mona in die Hocke und als er ihre Hand ergriff, den Besen daraus nahm den sie zuvor noch malträtierte, ahnte Tom was sie von ihm wollte, worauf sie hinaus wollte. Und Musterschüler der er war, würde er dem Mädchen geben, wonach es verlangte, um den Schein zu wahren, um ihr einen Gefallen zu erweisen, für den sie sich später revanchierte weil er sie dazu brachte. "Es tut mir leid", sagte Tom schlicht und so aufrichtig er konnte, einen Ausdruck in den dunklen braunen Augen, der jedem gescholtenen Hund Konkurrenz bieten konnte.

Sein Daumen zog nebensächliche Halbkreise auf ihrem Handrücken, den er zu einem Kuss an seine Lippen führte, welcher gepaart war von dem strengen und scharfen Geruch des Poliermittels, das bei dem flüchtigen Kontakt auf seiner Haut brannte.
Den Ellenbogen dann auf dem Oberschenkel abgestützt, angelte Riddle in weiterer Nebensächlichkeit nach einer von Desdemonas Haarsträhnen, die er sanft um den Finger zu wickeln begann. "Manchmal sind Regeln da, damit man sie bricht. Ist es nicht langweilig tagein tagaus der gesellschaftlichen Norm zu folgen, ohne den Anflug einer kleiner Rebellion? Ist es nicht aufregend, einmal etwas Unerwartetes zu tun und etwas Besonderes daraus zu machen, wie der Linie zu folgen die uns vorgegeben wird?" Toms Stimme hatte sich längst zu einem Flüstern gesenkt, ein spitzbübisches Lächeln im Mundwinkel, das Bosheit schrie. "Verspürst du nicht ab und zu das Bedürfnis, all diesen Firlefanz für einen Moment hinter dir zu lassen und zu leben wie Du es für richtig hältst?" Der Slytherin verlor sich in einem ausgedehnten Moment des Schweigens, die Knopfaugen unvermindert auf sie gerichtet, ohne dabei zu Zwinkern. Mona war eine liebliche, gar buchstäblich jungfräuliche Person die man einfach verderben musste, zumindest ein wenig. Außerdem war ihre Aufregung, ihre Atemnot ob des nächtlichen Tanzes langweilig und anstrengend. Natürlich war Tom ebenfalls jemand, der gerne die Etikette wahrte – weil er es gegenüber der Gesellschaft musste. Aber wenn er die Lust dazu verspürte von diesem roten Faden abzuweichen, vom Bordstein in die Pfütze zu springen, tat er das auch. Diese Haltlosigkeit fehlte Desdemona offensichtlich. "Ich bin ein schlechter Mensch", gestand er lapidar mit der Spitzfindigkeit eines geschlagenen Genies. "Aber ich erinnere mich, dass ich daraus bisher nie ein großes Geheimnis gemacht habe."
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29.08.14 23:53 © Gast



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TOM RIDDLE &&. DESDEMONA MERRYWEATHER
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"Ich bin ein schlechter Mensch. Desdemona schaffte es nicht, Riddles Blick Stand zu halten. Viel einfacher schien es, ihre Hand zu betrachten, die immer noch in seinen Griff war. Es war ihr nicht in den Sinn gekommen, ihn zu beleidigen oder gar zu seiner Aussage zu treiben. Sie hatte kurz den Halt verloren, doch die Wahrheit war, dass sie nicht so schlecht von dem Slytherin dachte, wie sie es vielleicht sollte. Zu stark war das Bild von dem charmanten Musterschüler noch in ihrem Kopf präsent. Der nächtliche Fehltritt konnte nur einen kleinen Riss in dieser Fassade hinterlassen. Immerhin wäre es unehrlich, die ganze Schuld auf ihn zuladen, sie selber war ebenso daran beteiligt gewesen und vielleicht war es genau das, was sie am meisten störte. "Ich hatte nie die Intention, dir sowas zu unterstellen.", sagte Desdemona mit schwacher Stimme. Die Hufflepuff hatte sich wieder einigermaßen gefasst, kam aber nicht umhin ihn weiter zu Duzen. Welchen Unterschied machte es noch? Es stand zwischen ihnen und sie hätte es von Anfang an unterlassen sollen. Nun schien es zu spät, doch so wie sie es vertraulich hielten, sollte sich keine dritte Person darüber echauffieren. Sie seufzte schwer und zog ihre Hand aus seinen Fingern. Die Nähe des Slytherins war ihr offensichtlich zu viel, so konnten auch seine Worte ihre Meinung, nein, ihre ganze Weltansicht nicht ändern. Wie denn auch? Sie hatte sechzehn Jahre lang jegliche Regeln der Gesellschaft immer und immer wieder eingebläut bekommen, so weit, dass sie es noch nicht mal mehr wagte, sich nach mehr Freiheit zu sehnen. Desdemona war ein Mensch, der sich anpasste und nicht aufbegehrte, sie nahm ihre Umgebung hin, wie sie war und versuchte nicht, sie zu ändern. Letztendlich hatte sie sich vor Jahren auch wiederwillig in ihr Haus eingefügt und konnte heute gut damit Leben.

Desdemona faltete die Hände ordentlich auf ihren Schoß und sah schließlich wieder zu dem Slytherin auf. Sie versuchte mit fester Stimme zu sprechen, um ihre eigenen Überzeugung zu verdeutlichen. "Wenn jeder das so sehen würde, würden wir dann nicht im Chaos enden? Es gibt einen Grund für Regeln und nur weil ich unter Umständen... Langeweile verspüre, heißt das nicht, dass ich so egoistisch sein darf und aus der Reihe tanze. Jeder meiner Fehler würde auch auf meine Familie niederkommen, ich trage mehr als nur die Verantwortung für mich." Die Hufflepuff schüttelte ein wenig bedrückt den Kopf, zu sehr war sie in ihren Ansichten gefangen. Dennoch beugte sie sich ein Stück vor und senkte die Stimme ein wenig, als würde sie ein Geheimnis mit Tom austauschen wollen. "Vielleicht bewunder ich sie. Vielleicht bewunder ich jene, die die Ketten der Gesellschaft sprengen und das tun, was sie für richtig halten, oder lediglich für ihre eigene Erheiterung. Vielleicht ist es auch ein wenig Neid, aber gleichzeitig kann ich nicht aufhören, sie dafür zu verurteilen. Man bewundert ihren Mut diesen Schritt zu tun, aber ist es nicht schwieriger, tagein und tagaus sich innerhalb der Regeln zu halten, um kein Unglück auf seine Familie und die Menschen zu bringen, die einem nahe stehen?" Desdemona biss sich auf die Lippen und sie zuckte zaghaft mit den schmalen Schultern. "Ich bitte um Verzeihung. Ich widerspreche ungern und möchte mit Sicherheit nicht die Moralpredigerin spielen oder dir meine Meinung aufdrängen. Aber, nun... das ist meine Ansicht." Sie schwang selten so große Reden, vor allem nicht vor einem Mitschüler, den sie eigentlich kaum kannte. Aber etwas in ihr hatte sich dagegen gesträubt, seine Worte einfach so hinzunehmen.
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31.08.14 20:18 © Gast


all these things
i hate.
ALL WE DO IS FIGHT
FOR WHAT WE THINK IS RIGHT


·

DESDEMONA &&. TOM
EVENING &&. 13.04.1943
HOGWARTS · COACH CABIN


Er mochte es, den Einfluss, den er so offensichtlich auf die Menschen in seiner Umgebung hatte. Er mochte das Spiel und den Reiz dahinter; es war wie eine Jagd, eine Jagd nach perfider Genugtuung seine Umgebung wie ein Puppenmeister steuern zu können, sie nach seinem Willen tanzen zu lassen. Nun, getanzt hatte Desdemona bereits für ihn, wurde Zeit, dass er sie auf die nächste Stufe führte und ihr zeigte, was sie durch ihre hoch geschnürte Art alles verpasste. Was ihn selbst faszinierte war, dass er Mona dabei tatsächlich achtete: sie war intelligent, kam aus einer guten Familie und verstand sich auf den Platz, den ihr ihr eigenes Leben bot. Schade eben, dass genau diese Eigenschaften sie schnell zu einer langweiligen Person machten, der ein bisschen schlechter Einfluss bestimmt nicht schadete. Nicht, wenn er die Gratwanderung steuern konnte, wenn er es ihr als Freiheit verkaufte und sie ins Nimmerland entführte, wie ein Peter Pan es getan hätte.
"Warum schon so früh erwachsen werden?", rezitierte er den vermeidlichen Held aus seinen frühen Kindheitserinnerungen mit einem charmanten Lächeln auf ihre Worte. Tom richtete sich dabei wieder auf, zog einen gemächlichen Kreis um die Sitzbank auf der die Hufflepuff saß und lehnte sich rücklings über die Schulter zu ihrem Ohr: "Wir sind schon aus der Reihe getanzt." Die Hände auf dem Rücken verschränkt, holte der Slytherin tief Luft. "Und es hat dir gefallen. Daran ist nichts verwerfliches."

Dann schlenderte er weiter zu seinem eigenen Platz, die Strafarbeit löste sich schließlich nicht von allein – und trotz allem, trotz jeglichem Zorn, den Mona deshalb verspürte, war sich Riddle sicher, dass sie das wilde Gefühl vermisste, das er in ihr an jenem Abend ausgelöst hatte, unschuldig und doch gezielt, gekonnt. Es nistete in ihr wie ein Keim, der irgendwann neue Energie brauchte um Weiter wachsen zu können und spätestens dann würde sie von selbst kommen und darum betteln; ihr jetzt weiterhin die Pistole auf die Brust zu setzen ergab dabei keinen Sinn. Sie musste es vermissen, die Freiheit, die Ungezwungenheit, um es zu verstehen.
"Ich frage mich, wie hoch die Durchschnittslebensdauer von so eine Quaffel wohl sein mag", lenkte Tom endlich ab, als er sich wieder hinsetzte und mit seiner Arbeit fort fuhr den zweiten Treiberschläger zu polieren. Den Geruch von dem Mittel würde er jeden Falls ein ganzes Weilchen in der Nase haben, so viel stand fest. "Hinsichtlich der vielen Spiele pro Schuljahr und dem deutlich in Mitleidenschaft gezogenen Leder sollte man annehmen, dass er jede Dekade ausgewechselt wird. Doch betrachtet man das alte Leder und die Art, wie er verarbeitet wurde, würde es mich nicht überraschen, wenn er mehrere hundert Jahre alt ist." Nicht, dass es von Belang war und ein Schulterzucken seinerseits untermauerte auch, wie uninteressant er seinen eigenen Gedankengang fand.

Für eine Weile eroberte wieder die Musik den Raum, breitete sich an den Wänden aus und überschattete somit die Schweigsamkeit, die sich auf das vermeidliche Paar legte; der Slytherin hoffte selbst, sich nicht wieder bei einer Untat erwischen zu lassen. Situationen wie diese durfte er sich nicht allzu oft leisten, schließlich war er Vertrauensschüler und unabhängig davon war es wirklich Zeitverschwendung; sie hatten Strafarbeit beide nicht nötig.
"Wenn du einen Wunsch frei hättest, meine Liebe." Tom erhob mahnend seinen Zeigefinger "Einen echten Wunsch, der nichts mit dem Nicht-Polieren von Besen zu tun hat, meine ich. Was würdest du dir wünschen? Für dich selbst?" Der hoch Gewachsene legte den Schläger beiseite, beugte sich einen Atemzug lang auf den Knien vor und musterte sie offen, mit einer kindlichen Neugierde die nicht ganz zu seinen harten Zügen passen wollte. Welche Wünsche könnte eine hoch geschnürte und ernste Person wie Desdemona Merryweather wohl haben? Eine schöne, verheiratete und vorprogrammierte Zukunft? Kinder? Den ersten Preis beim Strickwettbewerb? Toms Mundwinkel zuckten, indes er sich die Hände an seinem Lappen sauber rieb und in eine stehende Position zurück kehrte, um sich den Klatschern zu zu wenden.

Die beiden Kugeln rappelten wild und aggressiv in der Kiste gegen ihre Fesseln und würden ihre Köpfe sicher bei der erst besten Gelegenheit attackieren, daran war kein Zweifel. Riddle sah sich mit gespielter Unsicherheit nach dem Lehrer um, von dem seit dem Beginn der Strafarbeit jegliche Spur fehlte, bevor er einen der Klatscher fast liebevoll mit dem Zeigefinger streichelte. Das Eisen fühlte sich kalt und rau unter seiner Fingerkuppe an, eben so wie die Erinnerung an den Unfall, den Sturz und den Aufprall. Oh, er konnte es kaum in Laute fassen wie sehr er diese Dinger verachtete. "Ich wünsche mir manchmal ein wenig Chaos. Chaos, das die Normalität zerstört und das Leben aus der Bahn wirft, das einen daran erinnert, dass man noch am Leben ist." Es war mehr ein Geständnis zu sich selbst und die Verführung, die Schnallen der Kugeln zu lösen kribbelte in seiner Hand, beinahe unwiderstehlich. Tom konnte diesen Monstern ohne Zauberstab nicht Herr werden, das war ihm klar, ebenso wie ihm klar war, dass er Mona mit seinem Anflug von Tollheit in Gefahr bringen würde – Grund genug, dem Drang zu widerstehen eine Dummheit anzurichten.
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09.10.14 23:41 © Gast



DETENTION


TOM RIDDLE &&. DESDEMONA MERRYWEATHER
| 13.04.1943 | COUCH CABIN |
you can't always get what you want
but if you try sometimes you find
you get what you need




Wie kannst du dir so sicher sein, dass es mir Gefallen hat? Die Hufflepuff wagte es nicht, die Frage auszusprechen. Wollte nicht wissen, was Tom womöglich an diesen Abend in ihrer Mimik gelesen hatte. Spaß. War es Spaß gewesen? Letztendlich hatte es sich gut angefühlt, anderseits hätte sie den nächtlichen Tanz sofort wieder unterbunden. Wenn sie die Angst vor dem Regelbruch, die prüde Erziehung beiseite schob und den Abend mit neutralen Augen betrachtete, ja dann  hatte sie in diesem kurzen Moment der Freiheit den Augenblick wirklich genossen. Es hatte ihr Spaß gemacht. Und der Slytherin hatte die ganze Zeit gewusst, was ihr gerade erst aufging. Desdemonas biss sich konzentriert auf die Unterlippe. Eine Gesellschaftsregel zu brechen war eine Sache, es dabei noch so offensichtlich zu genießen, eine ganz andere. Sie sollte sich selbst dafür rügen, aber wenn es ein ehrliches Gefühl war... war es denn so verkehrt seinen Spaß zu haben? Desdemonas enge Freundinnen waren zum Großteil alles anständige Fräuleins und in ihrer Familie wurde ihr ohnehin nichts anderes als strenge Sitte vorgelebt. Dass der Slytherin es schaffte, solche Zweifel in ihr zu sähen, sah sie gar nicht gerne. Doch die Wut auf ihn zu richten, die eigentlich aus ihrer eigenen Verwirrtheit rührte, wäre keineswegs fair gewesen.

So sehr in ihren eigenen Gedanken gefangen, hörte sie Toms seichtes Gerede über die Quaffel nur mit halben Ohr zu. Bis er schließlich eine viel ernstere Frage an sie richtete. Desdemona sah auf und nahm die beinah jungenhafte, neugierige Miene des Slytherin in Augenschein. Ihr Gesicht blieb ausdruckslos, als sie ihn offenkundig musterte. Tom hatte sich bei näherem Kennenlernen als eine ganz andere Person rausgestellt. Sie hatte ihn für einen ruhigen, überaus beliebten und ja, auch charmanten Musterschüler gehalten. Doch da war noch etwas Verwegenes an ihm, etwas, dem man sich nicht entziehen konnte, wo die Hufflepuff allerdings keinen Finger drauflegen konnte. Er war nicht ganz zu fassen und doch lockte er sie selber immer wieder aus ihrer Reserve. "Sag, machst du das eigentlich gerne? Deine Mitmenschen so herauszufordern?" Ihre Stimme war fest und diesmal wisch sie seinem Blick nicht aus. Beinahe jeden materiellen Wunsch konnte sie sich erfüllen lassen. Sie war ein vermeintliches Reinblut einer geachteten Familie. Eine gute Partie, die wahrscheinlich mit einem noch besseren Zauberer verheiratet werden würde. Prestige, Reichtum, Ansehen. Was konnte man sich mehr wünschen? Immer und immer wieder hatte sie sich das vorgebetet. Ihr Blick verengte sich. "Ich wünsche mir, meine Familie stolz zu machen. Meinen Vater. Und dass das Lernen nicht umsonst war." Den letzten Satz konnte man interpretieren, wie man mochte. Desdemonas Noten waren gut, nicht, weil sie ein Naturtalent war, sondern, weil sie einen ausgeprägten Sinn für Fleiß und Ehrgeiz besaß. Sie lernte, manchmal stundenlang, nur um gute Leistungen vorweisen zu können. Doch wenn es für sie nur darum ging, eine gute Ehefrau zu sein und reinblütige Sprösslinge vorzubringen, waren ihre Noten dann nicht vollkommen nebensächlich? Ein Gedanke, der ihr gar nicht gefiel, wenn sie ehrlich  war. Doch sie wagte es nicht, die Worte vor Tom auszusprechen. Sie fürchtete sich vor dem, was er damit anrichten könnte. Er war ein überzeugender Redner und hatte ja schließlich auch ihre Standhaftigkeit schon genügend ins Schwanken gebracht. Sie war es leid, dass er das so einfach machen konnte, und das teilweise nur mit einer unschuldigen Frage. Desdemona hatte sich der Norm angepasst und mochte prüde sein, doch das war das, was von man von ihr verlangte, so ließen Menschen selten Worte des Zweifels an ihrer Einstellung vermerken. Dass der Slytherin sie so einfach damit aufwühlen konnte, behagte ihr nicht.

Die Hufflepuff könnte sich zurückziehen und sich nicht mehr auf den Slytherin einlassen. Gesprächen, die nichts mit den Schulaufgaben zu tun hatten, aus dem Weg gehen und ihn versuchen, weites gehend zu meiden. Sich wieder hinter ihren aufgewühlten Gedanken verstecken, die er verursacht hatte. Das wäre nicht gerecht. Letztendlich blieb es dann an ihr, die kleinen Saaten von Zweifel, die er gesetzt hatte, wie Unkraut wieder aus ihren Bewusstsein zu rupfen. Und so fasste Desdemona letztendlich einen Entschluss, den sie selber später kaum noch nachvollziehen würden könnte. Vielleicht lag es einmal an ihr unbedacht zu sein und Tom zu überraschen. Desdemona stand auf und rieb sich die Hände an ihrem Rock ab. "Welch simpler Wunsch, Tom. Chaos lässt sich so leicht kreieren." Ihre Hand lag sich für einen kurzen Moment auf die seine. Und ehe der Slytherin oder sie selbst sich stoppen konnte, vollführte sie eine kaum bedeutsame Bewegung... und öffnete die Schnalle des Klatschers.
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